Nebula

The Sword

Berlin, Knaack Club, 20.05.2006

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 20.05.2006

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Berlin, Knaack Club, 20.05.2006

Man durfte gespannt sein, wie viele Leute sich an diesem Abend zum Konzert des kalifornischen Stoner-Retro-Heavy-Psychedelic-Raumschiffes NEBULA in den Knaack Club verirren würden, war es doch nicht nur Samstagabend sondern spielten im Bastard mit OSTINATO und JESU auch zwei Bands, die der Zuhörerschaft im Knaack sicherlich auch zugesagt hätten. Der Rezensent hatte zumindest die Qual der Wahl, zumal auch noch DELAWARE in Berlin zu Gast war. Aber letztlich hat er sich dann doch, gemeinsam mit doch gar nicht so wenigen Menschen ins letztendlich ganz gut gefüllte Knaack begeben, um einer Zeitreise in die Gefilde des überwiegend harten Rocks der Siebziger anzutreten.

The Sword Als Support fungierten THE SWORD aus Austin, Texas mit einer Mischung aus Doom-Metal, Garagen Stoner und Schweinerock, mit reichlich Dosenbierfeeling und jeder Menge klischeestrotzender Riffs. Leider gab das Effektgerät von Gitarrist und Sänger J.D. Cronise unverzüglich nach Konzertbeginn den Geist auf, so dass das Thema "double guitar battle" erst gar keins wurde.
Da Kyle Shutt nunmehr die ganze Saitenarbeit alleine zu bewältigen hatte, war die Dramaturgie des Auftritts recht vorhersehbar, wie auch die einzelnen Songs: Intro-Riff-Strophe-Riff-Refrain-Riff-Break-Riff-Schluss. Trotzdem ging das Publikum ziemlich gut mit, es wurde getanzt und richtig abgerockt und der Schlussapplaus für einen soliden, aber nicht sonderlich innovativen Vortrag war mehr als freundlich. Offensichtlich war man in Feierlaune - ein schönes und seltenes Bild bei Livekonzerten angesichts einer nicht so unbedingt bekannten Band wie THE SWORD.

Nebula Nach dem Interview mit Drummer Ruben Romano war ich guter Dinge ob des zu erwartenden Sounds von NEBULA, hatte dieser doch bekundet, dass der Kumpel am Mischpult mitreisen und quasi das vierte Bandmitglied von NEBULA sei. Außerdem, was kann bei einem Trio in klassischer Rockbesetzung schon schief gehen?
Nun, wohl doch so einiges, wie der erste Teil des Gigs der kalifornischen Psychedelic-Stoner bewies. Von Neubassist Tom Davies war erstmal nur rudimentär etwas zu hören und auch Eddie Glass kämpfte zunächst vergeblich mit dem Mikro, so überlagerte alles die mit relativ wenigen Effekten gespielte Fuzzy-Gitarre. Keine Frage, Glass ist ein Wirbelwind auf seinen sechs Saiten, ungeheuer schnell, wendig und flexibel, aber das war deutlich zuviel des Guten. Die Regler derartig aufgedreht, wähnte man sich fast in einem Konzert einer Noise-Combo, selbst Ein-Mann-Kraftwerk Romano hatte Mühe, differenziert durchzudringen.

Nebula Zum Glück bekam man irgendwann noch einmal die Kurve und reduzierte die (Gitarren-)Lautstärke auf ein erträgliches Level. Und korrespondierend damit wurde auch die Songauswahl etwas variabler, die Stücke länger und damit der Jamfaktor höher. Kamen zunächst noch die kurzen, knackigen, neueren Stücke wie Atomic Ritual oder Ghost Ride und Future Days, ging die Band ziemlich schnell dazu über, das Publikum nach seinen Wünschen zu fragen (was NEBULA gerne praktizieren). Folglich gab es dann auch Giant vom "Charged"-Album, Do It Now und natürlich den furiosen Bandklassiker Let It Burn sowie Smokin' Woman und Vulcan Bomber. Endlich war Eddie Glass auch zu verstehen, und sein bluesgetränktes, mit Rockschweiß, Psychedeliakraut und Motorendiesel angereichertes Spiel fiel endlich auf fruchtbareren Boden in Gestalt des nunmehr besser wahrnehmbaren Fundaments durch Davies und Romano.

Nebula Somit endete das Konzert doch noch recht versöhnlich, zumal NEBULA eine ausgefallene Wahl hinsichtlich der von ihnen dargebotenen Coversongs trafen: war Jumpin' Jack Flash von den ROLLING STONES noch einigermaßen erwartbar, wirkte das den Schlusspunkt der umjubelten Zugabe setzende Suffragette City von David Bowie von dessen "The Rise And Fall Of Ziggy Stardust" Album doch noch einmal regelrecht erfrischend.
Trotz aller Probleme mit dem Sound haben NEBULA nachdrücklich bewiesen, dass sie mehr als nur eine abgelutsche Retro-Band sind und nicht nur Stonerklischees abnudeln können, sondern in vielen Spielarten des härteren, gitarrenlastigen Rock zu Hause sind.

Ralf Stierlen, 26.05.2006

Bilder: Lars Friedrich, 20.05.2006

 

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