Under Byen

Berlin, Knaack Club, 03.04.2005

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Konzertbericht

Reviewdatum: 03.04.2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Berlin, Knaack, 3.04.2005

Under Byen

In erwartungsvoller Spannung hatte sich ein zahlreiches Publikum im Berliner Knaack Club eingefunden, um einen der derzeit interessantesten Exporte aus unserem nordischen Nachbarland Dänemark zu erleben : die Band UNDER BYEN. Immerhin sieben Personen enterten dann die nicht allzu große Bühne, wobei die Rollen gut verteilt sind. Blickfang und Mittelpunkt ist sicherlich Sängerin Henriette Sennenvaldt, auch für die Texte verantwortlich, mit ihrer rauchig-brüchigen Stimme, die so verletzlich wirkt, aber dennoch auch kraftvoll und explosiv die intensivsten Gefühle zu transportieren vermag. Ein weiterer Aktivposten ist Nils Grøndahl, sowohl mit seiner Violine als auch mit der Säge, die er zu schreienden Sololäufen im Stile einer verzerrten E-Gitarre einsetzte.

Under Byen Als ruhende Pole dienen dagegen Bassistin Sara Saxild und der geradezu stoische Keyboarder Thorbjørn Kroghede, der als Songschreiber und Arrangeur die Fäden in musikalischer Hinsicht in der Hand behält. Während Cellist Morten Svenstrup für die warmen Töne im mitunter sehr spröden, aber immer transparenten Klanggebilde von UNDER BYEN sorgt, sind die beiden Schlagzeuger Morten Larsen und die mit ungeheurer Energie versehene Stine Sørensen für rhythmische Akzentuierungen, Tempiwechsel, die Verschiebung von Schwerpunkten und einem mitunter sturen Beat zuständig. Dabei beweist sich die Band aber jederzeit auf der äußerst spärlich ausgeleuchteten Bühne als funktionierendes Kollektiv, einander optimal ergänzend, wo jedes Rädchen in das andere greift. Das Repertoire rekrutiert sich aus der fantastischen, bereits 2002 veröffentlichten und jetzt via SPV auch einem breiteren nichtdänischen Publikum zugänglichen Scheibe "Det Er Mig Der Holder Træerne Sammen" und dem Erstlingswerk von 1999, "Kyst".

Under_Byen Dabei reicht das Spektrum von fragilem kammermusikalischen Pop über eine Art Trip Hop im Sinne einer nordischen Ausgabe von PORTISHEAD, nur viel tiefgründiger, bis hin zu ebenso faszinierenden Noise-Passagen. Der Sound wirkt sehr viel erdnaher, rauer und kompakter als bei den immer wieder als Vergleich herangezogenen SIGUR ROS und bleibt dennoch schillernd und geheimnisvoll.

Under_Byen Das teilweise gebannte, teilweise verzückte, gelegentlich versonnen im Takt mitwippende Publikum spendete sehr wohlwollenden Applaus (für hysterische Ausfälle war weder die gedämpfte Atmosphäre noch die etwas gesetztere Zuhörerschaft passend) und forderte dem Septett noch eine Zugabe ab, bevor sich endgültig der Vorhang schloß nach einem absolut beeindruckenden Konzertabend. Von UNDER BYEN wird man zweifellos noch eine Menge zu hören bekommen.

Ralf Stierlen, 7.04.2005

 

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