Hatesphere

10 Fold B.Low
Karras

Berlin, Knaack-Klub, 30.10.2005

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 30.10.2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen

Peter Tenzler


Berlin, Knaack-Klub, 30.10.2005

Ein Dreierpack für die Freunde der härteren Gangart erwartete die Berliner Metaljünger, die sich in überschaubarer Zahl, aber immerhin, am Sonntagabend im Knaack versammelt hatten, in erster Linie vermutlich angelockt vom Headliner HATESPHERE. Aber auch schon bei den Support Bands gab es mächtig auf die Ohren. Dabei bewiesen vor allem 10 FOLD B-LOW bei ihrem dynamischen, enorm kraftvollen Auftritt, dass sich ein gnadenlos hartes Brett und vernünftiges Songwriting nicht ausschließen müssen, wie The Seed, der Titeltrack des aktuellen Albums "For Those Who Share The Sun" oder das atmosphärische Puppets verdeutlichten.

10 Fold B-Low
10 Fold B-Low
Über dem verlässlichen Blastbeat-Sound von Aushilfsdrummer Max (nachdem der etatmässige Drummer Panicz die Band vor kurzem verlassen hat und ein fester Nachfolger noch nicht gefunden ist) legten Bassist Helge Jansen und die Stahlgitarren-Doppelspitze Steffie Roth und Dirk Meurer einen voluminösen Mix aus Thrash und Death Metal, mit einer guten Portion Metalcore, quasi eine stimmige Verbindung von Old School und modernen Sounds.
10 Fold B-Low Und über diesem brachialen Metallteppich kann sich Sänger Thomas Fischer in jedweder Hinsicht so richtig austoben: Grunzen, Brüllen, Schreien, gelegentliche melodiöse Gesangsparts nicht ganz ausgeschlossen, zieht er auf überzeugende Weise alle Register und glänzt dazu noch mit vollem Körpereinsatz - mitunter waghalsige Sprünge unterstreichen die eruptiven Energien, die in der Musik von 10 FOLD B-LOW stecken. Die Kölner wissen auch, trotz einem zu diesem Zeitpunkt doch noch reichlich zurückhaltenden Publikums, die Freude an der Liveperformance zu übermitteln und holen, trotz einer reichlich langen, kräftezehrenden Anreise (wie mir Gitarrist Dirk verriet) alles aus sich heraus. Eine Band, die sich qualitativ aus dem Untergrund hervorhebt und der man für die Zukunft (und die Schlagzeugersuche) nur alle Gute wünschen kann.

10 Fold B-Low
10 Fold B-Low

Karras Als nächstes waren dann KARRAS an der Reihe, was schon einen gewissen Qualitätsverlust bedeutete. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, lieferte die nach eigener Aussage 3/4-Frauen-Metalcore-Band ihren Premierenauftritt ab. Und dafür war es dann wieder ziemlich ok, wenn auch auf die Dauer ein bisschen eintönig. Immerhin feierte das Publikum die Berliner Lokalmatadore tüchtig an und ab.

Karras
Karras
Dabei handelt es sich bei KARRAS um eine regelrechte Multi-Kulti-Metal-Truppe: Der manchmal etwas prollig wirkende, aber dennoch mitreißende Sänger Devrim hat türkische Wurzeln, Gitarristin Ela hat eine jordanische Vergangenheit, Bassistin Corinna stammt aus Persien und Drummerin Sabine gar aus dem fernen Ruhrgebiet... Im übrigen bin ich mir ziemlich sicher, dass diese sonst bei POOLPARTY Gitarre spielt, es sei denn, sie hätte eine Zwillingsschwester. In jedem Falle ist beeindruckend, mit welcher Power diese zierliche Person auf die Schießbude einknüppelt und den Laden zusammenhält. Der Auftritt war letztlich so, dass er der Band Mut und Motivation zum Weitermachen gegeben haben wird.

Karras
Karras

Hatesphere Trotzdem machten HATESPHERE (im Vergleich zu KARRAS) sofort deutlich, dass nun in einer anderen Liga gespielt wird. Wie könnte es auch anders sein, legen die fünf Dänen doch nicht nur auf der Bühne, sondern in der ganzen Bandkarriere ein mörderisches Tempo (6 Relases in knapp fünf Jahren und unentwegtes Touren mit KREATOR, EXODUS, SOILWORK, CROWBAR und vielen anderen) vor und präsentieren sich als homogene, gut geölte moderne Thrash-Metal-Maschine. Immer im Blick- und Vorderpunkt Strahlemann Jacob Bredahl, der nicht nur wie ein wildes Tier brüllen kann, sondern auch entsprechend unterwegs ist. Dazwischen fungiert er als perfekter Entertainer, der seine Bandkollegen liebevoll anfeuert (Gitarrist Peter Lyse Hansen, kurz Pepe genannt, bezeichnet er zum Beispiel in seinem kryptischen Deutsch als "schwules Pferd").

Hatesphere
Hatesphere

Natürlich gibt es reichlich vom letzten Album "The Sickness Within", wie zum Beispiel Hell Is Here, Bleed To Death oder The Coming Of Chaos, wobei Drummer Anders Gyldenøhr locker den Putz von der Wand knüppelt. Über dem beinharten Fundament von Bassist Mikael Ehlert Hansen können sich die beiden Gitarristen Henrik Jacobsen und eben Pepe mächtig austoben, wobei keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten wird.
Nach guten anderthalb Stunden Danish Dynamite ist klar: Diese Band ist eine echte Macht in Sachen zeitgenössischer Thrash Metal und macht einfach nur Laune.
Bald wieder auf Tour mit DARK TRANQUILITY und CHIMAIRA sollte man sich die Jungs nicht entgehen lassen, wenn man nur halbwegs für derartige Klänge etwas übrig hat.

Hatesphere
Hatesphere
Hatesphere
Hatesphere

Ralf Stierlen, 14.11.2005

Bilder: Peter Tenzler, 30.10.2005

 

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