IQ

Berlin, Lido, 04.09.2009


Konzertbericht

Reviewdatum: 25.09.2009
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Antje Arnold

Peter Tenzler


IQ,
Berlin, Lido, 04.09.2009

Fast genau sechzehn Jahre haben die Berliner Fans darauf warten müssen, ihre Band wieder in der Hauptstadt begrüßen zu können. Entsprechend viele nutzen deshalb die Gelegenheit und stürmten das Lido bis nichts mehr reinpasste. Dabei gab es anfangs erst einige Bedenken ob man nach so langer Abwesenheit eine Location von der Größenordnung des Lidos überhaupt mit ausreichend Besuchern füllen könnte. Doch derartige Befürchtungen sollten sich heute letztendlich als grundlos erweisen. Im Gegenteil, der gewaltige Andrang zeigte, dass man sich in Zukunft wohl auch problemlos für größere Räumlichkeiten entscheiden könnte...


Der Abend begann wie angekündigt mit dem aktuellen Werk "Frequency", welches hier und heute zum ersten Mal live aufgeführt und komplett gespielt wurde. Obwohl das neue Material von den Fans sehr gut angenommen wurde, überschlugen sich die Emotionen dann aber doch erst so richtig als mit The Darkest Hour der zweite Konzertteil eingeleitet und die Band nun zum großen Rundumschlag ausgesuchter und liebgewordener Stücke früherer Werke ausholte. Deren teils beachtlichen Nettospielzeiten (IQ-Songs zeichnen sich ja nicht gerade durch Kurzweiligkeit aus) beschränkten allerdings die Auswahl auf das wichtigste. Und so bekamen wir mit den folgenden Sacred Sound, Guiding Light und The Narrow Margin eine feine Aneinanderreihung gewichtiger IQ-Meilensteine präsentiert, welche in einem anschließenden umfangreichen Zugabeblock mit It All Stops Here, Stomach Of Animal, The Wake, Headlong sowie dem mittleren Teil von The Last Human Gateway noch weiter komplettiert wurden.

Ganz im Mittelpunkt an diesem Abend, Sänger Peter Nicholls, dessen unglaubliches Charisma eindrucksvoll die Bühnenatmosphäre dominierte. In dem einem Moment ruhig in sich gekehrt, dann im nächsten wieder voller Power, war er einfach d-e-r Mann, der Band und Fans gleichermaßen auf Touren brachte. Aber auch nicht ganz ohne, Gitarrist Mike Holmes, dessen Komikeinlagen immer mal wieder für den einen oder anderen Lacher sorgten. Die Stimmung dementsprechend gut, ja eigentlich richtig ausgelassen und mit jeder Minute, die IQ die Bühne rockten, umso euphorischer werdend.


Zwischendurch dann noch ein kleines Ständchen der besonderen Art. Progkonzerte sind ja auch immer wieder eine Art Familientreffen. Schließlich ist der Kreis eher klein, zumindest lokal. Aber besonders für einen sollte es heute ganz besonders familiär zu gehen. Peter Huth, Chefredakteur einer hiesigen Boulevardzeitung und Organisator des Konzerts wurde während einer kurzen Unterbrechung auf die Bühne geholt und mit warmherzigen, witzigen Worten, aber auch Geschenken von Band und Fans geehrt. Anlass war die Würdigung seines umfangreichen Engagement für die Band und das er dabei auch noch Zeit findet tags darauf seine Freundin Julia zu ehelichen, war der zweite Grund ihm und natürlich auch ihr zu gratulieren.

Nach gigantischen über zweieinhalb Stunden, inklusive ausgedehnter Zugaben (dreimal musste die Band zurück auf die Bühne) stand dann eines unumstritten fest: Dieser Abend wird vielen Fans und sicher auch der Band als ein ganz besonderes Ereignis in Erinnerung bleiben und man kann wohl davon ausgehen das IQ in Zukunft zu kürzeren Besuchsintervallen finden werden. Schließlich haben ihnen ihre Fans heute eindrucksvoll gezeigt dass sie in Berlin mehr als willkommen sind.
Das Konzert wurde übrigens gefilmt und wer weiß, vielleicht gibt es die Aufzeichnung ja irgendwann, irgendwo zu sehen...

Antje Arnold, 04.09.2009

 

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