Mother Misery

Delghado

Berlin, Mad′n′Crazy, 13.03.2005

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 13.03.2005

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Mother Misery Homepage



Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Berlin, Mad'n'Crazy, 13.03.2005

Nach langer Zeit mal wieder ein Konzert im gemütlich kleinen Mad'n'Crazy in Pankow, das irgendwie etwas von einem größeren Wohnzimmer einer rockbegeisterten Familie hat (wobei der verrückte Sohn die Wände gestaltet hat). Jedenfalls bestens geeignet für eine etwas hemdsärmeligere Angelegenheit, nämlich eine Portion Stonerrock zum Ausklang des Wochenendes (es ist Sonntag Abend), sozusagen Bier statt Sekt.
Delghado Den Anfang machen die Berliner von DELGHADO, wobei schon die Optik gleich verrät, wohin der Hase läuft: Bassist Martin und Gitarrist Matthias haben beide jeweils ein LOS NATAS-T-Shirt an, somit spielen auch DELGHADO eher etwas weicheren, fließenden Stoner ohne die ganz große Härte, eher etwas verhuscht und fusselig, als beinhart bretternd.
Das wirkt mitunter etwas ungeordnet, fast Probenraum-mäßig, bringt aber andererseits ein gewisses Jam-Feeling mit sich, zumal der nach instrumentalem Intro einsteigende neue Sänger Federico Falchi, kurz "Fede", der seit 2003 aktiven DELGHADO ein durchaus beachtenswertes stimmliches Spektrum mit vereinzelten Emo-Einschüben aufweist.

Mother Misery Wirklich ganz in Ordnung, der etwas mehr als halbstündige Set von DELGHADO, aber das sollte erst die Ouvertüre gewesen sein: Nach kurzer Umbaupause enterten MOTHER MISERY die Bühne. Wie es sich für eine Band aus dem Tre-Kronas-Land gebührt, mit einer ordentlichen Kelle Kick-Ass-Rock unterwegs, flossen zum Abgehrocksound auch noch ein paar staubige Töne im Stile von SOUNDGARDEN oder MASTERS OF REALITY sowie das eine oder andere Riff aus der BLACK SABBATH Schmiede mit ein. Dazu ist Sänger/Gitarrist John Hermanson eine veritable Frontsau, der sein Publikum jederzeit fest im Griff hat. Allerdings betätigte er sich an diesem Abend als Saitenmörder, jedenfalls mussten sage und schreibe vier Stück dran glauben; kein schlechter Schnitt bei einer Auftrittsdauer von etwa einer Stunde.

Mother Misery Personell runderneuert (Bassist Marcus Jäderholm und Gitarrist Thomas Piehl sind noch nicht allzu lange dabei) und mit einem noch druckfrischen Debutalbum "Grandiosity" in der Hinterhand lederten MOTHER MISERY richtig beseelt, energisch und druckvoll ab, so dass kein Auge trocken und kein Wunsch offen blieb. Schön ist vor allem, dass die Jungs nicht nur Vollgas geben können, sondern mit zum Beispiel Payride, My Enemy und vor allem On The Outside richtig klasse Songs am Start haben.

Mother Misery Eine Band, die Stoff gibt ohne Ende, ein entsprechend gutgelauntes Publikum in kleiner, aber herzlicher Atmosphäre - so muss ein Konzert sein. Das gibt einem richtig einen Schub mit für die bevorstehende Woche. Also, öfter mal am Sonntagabend zum Konzert gehen. Insbesondere bei MOTHER MISERY kann man da rein gar nichts falsch machen.

Ralf Stierlen, 21.03.2005

 

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