Robert Randolph

Berlin, Quasimodo, 18.01.2004

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 18.01.2004

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Berlin, Quasimodo, 18.01.2004

Robert Randolph & The Family Band

Zunächst muß ich mal Abbitte leisten. Im Review zur CD "Unclassified" hatte ich Marcus Randolph zum Bruder von Robert Randolph gemacht, tatsächlich ist es aber ein Cousin, genauso wie Bassist und Vocalist Danyel Morgan. So viel zum Familiären.
Auf der laufenden Tour wird Drummer Marcus im übrigen aufgrund eines privaten Schicksalsschlages (sein bester Freund ist gestorben) durch den (richtig!) Cousin Wayne ersetzt, was dem Bandgefüge und der Power allerdings keinen Abbruch tat.

Robert Randolph & The Family Band

Relativ pünktlich, kurz nach 22.00 Uhr, betraten die Jungs aus New Jersey die Bühne und Robert setzte sich gleich an die schon vor dem Konzert allseits bestaunte Pedal Steel. Und was dann abging, ist mit Worten kaum zu beschreiben. ROBERT RANDOLPH & THE FAMILY BAND zündeten ein derartiges musikalisches Feuerwerk ab, dass jeder den kalten Winterabend vergaß und unweigerlich mitgerissen wurde in einen Strudel aus Funk, Blues, Rock'n'Roll, Gospel und purer tongewordener Lebensfreude. Viel ungezügelter noch als auf "Unclassified" zeigte sich Robert als wahrer Virtuose auf der Pedal Steel, der Schnelligkeit und Präzision mit Gefühl und Seele verbindet, (das Wort "Teufelskerl" verbietet sich bei seiner Vergangenheit in der House of God Church, wo er die ersten musikalischen Gehversuche unternommen hat), als er am Ende des atemberaubenden Solos bei Going in the right direction seinen Stuhl umwarf und an der Pedal Steel spielend einen regelrechten Steptanz dazu hinlegte.
Dem standen auch der famose John Ginty an der Hammond B 3 (sowie einer Soloeinlage mit der Violine) sowie Danyel Morgan in nichts nach. Mit seinem Charme eroberte Robert dazu noch im Sturm die Herzen der Fans, auch wenn sich dann doch keiner traute, auf der Bühne mitzutanzen.

Robert Randolph & The Family Band

Bei March von dem ersten Album "Live at the Wetlands" wird deutlich den ALLMAN BROTHERS die Referenz erwiesen, während das nachfolgende Shake your hips ein richtiggehendes Gute-Laune-Groove-Monster ist.
Nach einem ausgedehnten bluesigen Intro folgte dann die Hammer-Single I need more love, bei der am Ende das Mikro durch das Publikum wanderte und jeder, der wollte, den Refrain intonieren durfte.
Dann folgte die obligatorische Verbeugung vor Jimi Hendrix mit einer kongenialen Version von Voodoo Chile. Auch in der Folgezeit schlug die Mischung aus SLY & THE FAMILY STONE, TEMPTATIONS, GOV'T MULE, Stevie Ray Vaughan regelrecht Funken im Publikum, so dass man es kaum glauben konnte, als die Verabschiedung kam. Es waren tatsächlich bereits 80 Minuten vergangen, die wie im Flug verstrichen waren.

Natürlich kamen RRFB zu einer ausgedehnten Zugabe nochmal auf die Bühne, bei der auch John Ginty nochmals glänzen durfte. Robert Randolph gab noch bekannt, dass sie als Support für die ab Ende März durch Deutschland führende Tour von Eric Clapton verpflichtet worden sind. Ich fürchte, da wird der Terminus "Slowhand" für den guten alten Erich eine gewisse Berechtigung erfahren.
In jedem Falle konnten die begeisterten Zuschauer nach fast 2 Stunden in der Gewißheit in die kalte Berliner Nacht hinaustreten, bereits jetzt eines der Konzerthighlights des Jahres 2004 miterlebt zu haben.

Ralf Stierlen, 23.01.2004

 

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