Veagaz

Berlin, Wild At Heart, 27.06.2004

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 27.06.2004

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen

Peter Tenzler


Berlin, Wild At Heart, 27.06.2004

Der superfixe Soundmischer vom Wild At Heart (Soundcheck dauert maximal fünf Minuten) bat ausdrücklich darum, mit dem Konzertbeginn zu warten, bis das EM-Spiel Tschechien gegen Dänemark vorbei ist und dann auch nicht so lange zu spielen, denn es sei ja Sonntag und so. Ah ja.
Zum Glück machten es die Tschechen kurz und schmerzlos, so dass man weder Verlängerung noch gar Elfmeterschießen abwarten mußte bis VEAGAZ auf der Bühne standen.

Veagaz Eigentlich habe ich die drei Hamelner Jungs ja schon ausreichend gewürdigt, aber dennoch... sie werden immer noch immer besser. Trotz oder gerade wegen der Komprimierung im Wild At Heart kamen die Stärken der Band ausdrücklich zur Geltung: die Songs und die Stimmungen, die diese rüberbringen. Dies alles mit einer bestechenden Ökonomie, jeder Ton sitzt am richtigen Ort, es gibt kein Zuviel oder Zuwenig.

Veagaz Tom hatte mit Kreislaufproblemen zu kämpfen (kriegte die Bierflasche nicht richtig zu packen... ein besorgniserregendes Symptom) [allerdings, das ist mir noch nie passiert, Fred S.], was durch die enromen Temperaturen im Wild At Heart, und insbesondere auf der Bühne noch verstärkt wurde, war aber dennoch der gewohnt variable Bassist und ist einfach der für diese Musik hundertprozentig passende Sänger, mit seiner tiefen, gänsehauterzeugenden Stimme, die so perfekt die nötige Atmosphäre für die urbanen, melancholischen Balladen von VEAGAZ schafft.

Veagaz Aber auch in den schnelleren Stücken wie Motor trash oder Wash überzeugt er mit kantig-rauem, zupackendem Timbre.
Gitarrist Jörg wäre vielleicht nichts für den geschätzten Kollegen Epi, da er kaum Soli spielt, aber er lotet mit einer ungeheueren Sensibilität die passenden Soundmuster und Klangflächen aus, die dem Knochengerüst der Songs erst das Fleisch geben.
Der heimliche Star, wenn man so will und ohne den Beitrag der anderen schmälern zu wollen, ist für mich aber Sven mit seinem präzisen Timing und einer unglaublichen dynamischen Bandbreite.
Bei dem Wüstenschleicher Rain kam es natürlich, wie es kommen mußte: an der leisesten Stelle, da die Gitarre nur noch haucht und die Drums flüstern, ertönte aus dem Publikum Handygetröte, was natürlich für kurze Heiterkeit sorgte. Aber das anfänglich zurückhaltende Publikum wurde immer mehr in den Bann der VEAGAZ'schen Klangwelten gezogen, so dass am Ende des hervorragenden, konzentrierten Auftritts eine Zugabe folgte.
Man darf sehr gespannt sein, was VEAGAZ noch im Köcher hat, denn wie mir Tom erzählte, wird es demnächst losgehen, das schon reichlich gesammelte neue Material umzusetzen.

Iron Cobra Orchestra Nach einer kurzen Umbaupause legte dann das IRON COBRA ORCHESTRA wie die Feuerwehr los. Ihr Garagen Blues und Trash Rock n'Roll erinnert etwas an JOHN SPENCER BLUES EXPLOSION oder, wie Jörg von VEAGAZ richtig meinte, an die BEASTS OF BOURBON. Aber irgendwie konnte die Spannung nicht gehalten werden, mir persönlich war das dann auch etwas zu vorhersehbar, fast immer im selben Tempo und mit den selben Breaks, dazu fällt Sänger Tex, so sympathisch er auch ist, im Vergleich mit Tom von VEAGAZ doch ganz schön ab. Dazu noch die eine oder andere (ungewollte) Rumpeleinlage in der rhythmischen Abstimmung und meine Aufmerksamkeit war doch weitestgehend dahin.
Immerhin was für's Auge: Gitarrist Elvis und Bassist Olaf bedienen sehr schöne Exemplare der Firma Rickenbacker.

Sicherlich sind die Ruhrpott-Jungs ein ganz netter Einheizer, aber heute abend war es sowieso schon warm genug in dem U-Boot-förmigen Wild At Heart. Die ständigen Rhythmus- und Stimmungswechsel, die Seele und Atmosphäre der Songs von VEAGAZ war einfach deutlich spannender.
Klarer Punktsieg für Hameln.

Ralf Stierlen, 28.06.2004

 

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