Beyond Fear

Beyond Fear

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.05.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Beyond Fear
Beyond Fear, SPV/Steamhammer, 2006
Tim "Ripper" Owens All Vocals
John Comprix Rhythm & Lead Guitar
Dwane Bihary Rhythm Guitar
Dennis Hayes Bass
Eric Elkins Drums
Produziert von: Jim Morris Länge: 47 Min 19 Sek Medium: CD
1. Scream Machine7. Telling Lies
2. And... You Will Die8. I Don't Need This
3. Save Me9. Words Of Wisdom
4. The Human Race10. My Last Words
5. Coming At You11. Your Time Has Come
6. Dreams Come True12. The Faith

Familienbande sollte man pflegen, ich sag's ja immer wieder. Also mal den kleinen Bruder besucht und in ein paar neue Alben hineingehört. Bei einer dieser Neuerscheinungen handelte es sich um die sicher nicht nur von mir mit Spannung erwartete CD des ex-JUDAS PRIEST Frontmann Tim "Ripper" Owens. Nach mehreren Durchläufen fand das alte Sprichwort um die Vorfreude leider erneut seine Bestätigung.

Du hattest Deine Chance, Cowboy! Wie lange habe nicht nur ich das Gejammer gelesen, bei JUDAS PRIEST keine Chance bei deren Kompositionen erhalten zu haben. Die bösen Glenn und K.K. wollten alles alleine machen, und auch bei ICED EARTH ("The Glorious Burdon", Frühjahr 2004) hatte der gute Ripper sich den Wünschen von Mastermind Jon Schaffer mehr oder weniger zu fügen (... trotzdem wird er wohl auch auf dem nächsten ICED EARTH-Werk erneut die Vocals beisteuern). Der olle Rob hatte ihn bei den anderen ollen Priestern wieder verdrängt und mit "Angel Of Retribution" im Vorjahr einen ziemlichen Rohrkrepierer produziert. Wer nicht bis drei zählen kann, war dort bestens aufgehoben, denn so an die ein bis zwei akzeptablen Tracks hatten uns die ehemaligen Metal Gods tatswahrhaftig anzubieten. Um es vorweg zu nehmen, bei Tim "Ripper" Owens Debutalbum werden ein wenig bessere Mathekenntnisse verlangt.

Ein reines Soloalbum sollte es lt. Owens nicht werden, seine Songs wollte er doch lieber mit einer regulären Band umsetzen. Das mir vorgespielte Promoexemplar beinhaltet zwölf Tracks. Dem Booklet zufolge hat "Beyond Fear" allerdings vierzehn Tracks anzubieten, von denen der ehemalige PRIEST-Shouter die Hälfte mit seinem Gitarristen John Comprix komponiert hat.
Der Opener Scream Machine frischt die Gedanken an selige "Painkiller"-Zeiten auf, sowohl was Musik als auch die martialischen Metal-Lyrics betrifft. Eine schwermetallische Breitseite Steel, Metal Monsters und alles was dazugehört.
And... You Will Die erinnert mit seinem anfänglichen Riffgewitter an SLAYER, ehe mit dem Einsetzen von Tims Vocals ehemalige hohepriesterliche Glanzzeiten ihre Wiederauferstehung finden. Heavy Metal von seiner besten Seite, ein mittelschnelles Härtestück vom feinsten Edelstahl.
Warum der Ripper besonders stolz auf das folgende Save Me ist, bleibt mir verborgen. Nichts anderes hat es in etwa auch schon auf seinem zweiten und letzten Longplayer mit PRIEST gegeben, und der war doch angeblich nicht so dolle. Ein auf "heavy" konstruierter Track, bei dem wohl nicht nur ich mich frage was das eigentlich soll. 08/15-Metal eben. Owens hat neben diesem Song noch weitere auf der Gitarre komponiert und man erfährt außerdem, dass er seine Spielkünste nicht für "wunderbar" hält. Mr. Owens hält sie allerdings für so weit gediehen, dass er seine musikalischen Ideen ausarbeiten kann. Wie gut spielt der Mann Gitarre?
The Human Race tröstet mich wieder ein wenig. Erneut mehr in Richtung Mid-Tempo tendierend, gibt's schwere Rhythmusgitarre, melodische Leads und eine fette Portion Doublebass um die Ohren.
War's das? Coming At You und Dreams Come True sorgen erneut für ein langes Gesicht. Dreams... beschreibt nach Tims Aussage ihn selber sowie sein bisheriges Leben. Da möchte man lieber nicht mit ihm tauschen...

Wie sagte Owens in einem Interview doch gleich? "Stilistisch ist das Album eine Mischung aus all den Sachen, die ich in meinem Leben bisher gemacht habe. Grundlage ist natürlich der Old School Metal, so wie er in den Achtzigern entstanden ist. Aber meine Songs verharren nicht in den Achtzigern, sondern gehen mit der Entwicklung des Genres mit. Auf "Beyond Fear" hört man 100%ig, was ich heute machen will." (Quelle: EMP, Magazin Sommer 2006)
Was will der Mann uns damit rüberbringen? Man sollte ihn mal fragen, denn für mich ist Telling Lies beispielsweise so ein nichtssagendes Stück Heavy Metal, wie es tausend andere Bands ebenfalls veröffentlichen könnten. Gut, das Intro klingt vielversprechend, aber das war's dann auch schon. "I don't need this" singt er, und ich stimme unbedingt zu. Ich brauche das ebenfalls nicht. Somit hatten wir jetzt immerhin vier Tiefschläge hintereinander zu verkraften, sowas reißt jedes Album runter. Da hilft auch ein angenehmer Tempowechsel inmitten des Tracks nicht. Alles klingt mehr oder weniger wie am Reißbrett konstruiert. Der Groove und raue Charme vieler Achtziger-Metalproduktionen bleibt auf der Strecke.
Words Of Wisdom bringt "Beyond Fear" wieder ein paar Pluspunkte ein, aber diese auf "modern" getrimmten Powerpassagen vermasseln stets die vorhandenen guten Ansätze.

Nicht nur das Line-Up schaut auf dem Foto aus wie tausend andere auch. Viel schlimmer ist die Tatsache, dass bis auf ein oder zwei Tracks partout nichts hängen bleiben will.
My Last Words, Your Time Has Come oder The Faith weisen alle ein paar interessante Passagen auf, doch darum handelt es sich hierbei nicht gleich um starke Songs. Ein fette Produktion (Jim Morris in den legendären Morrisound Studios in Tampa, Florida) allein vermag das allenfalls durchschnittliche Songwriting nicht mehr zu kaschieren.
For die-hard Fans only.

Jürgen Ruland, 25.05.2006

 

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