Big Daddy Wilson

Deep In My Soul

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.04.2019
Jahr: 2019
Stil: Blues, Soul
Spiellänge: 44:32
Produzent: Jim Gaines

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Plattenfirma: Ruf Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Candye Kane

Blues Caravan

Titel
01. I Know
02. Ain‘t Got No Money
03. Mississippi Me
04. Tripping On You
05. I Got Plenty
06. Hold On To Our Love
 
07. Deep In My Soul
08. I‘m Walking
09. Crazy World
10. Redhead Stepchild
11. Voodoo
12. Couldn‘t Keep It To Myself
Musiker Instrument
Big Daddy Wilson Vocals
Laura Chavez Guitar
Dave Smith Bass
Steve Potts Drums
Will McFarlane Guitars, Backing Vocals
Mark Narmore Keyboards
Brad Guin Sax, Backing Vocals
Ken Waters Trumpet, Backing Vocals
Mitch Mann Backing Vocals
Rick Steff Organ
Trinecia Butler, Kimberlie Helton Backing Vocals

Als Big Daddy Wilson 2011 mit “Thumb A Ride“ sein Debüt bei Ruf Records gab, dachte ich mir  - gleichwohl es ein wunderbares Album ist - , das ist ein Spätwerk in dessen Schaffen, und er erhält bei der deutschen Plattenfirma nochmal ein Gnadenbrot von ein oder zwei Alben.

Weit gefehlt, denn mittlerweile schreiben wir das Jahr 2019 und Big Daddy ist aktiver denn je. Er war Bestandteil des BLUES CARAVAN 2017, hat im letzten Jahr, in Ruf‘s “Songs From The Road“-Reihe ein Live -Album (CD+DVD) veröffentlicht und legt mit “Deep In My Soul“ nun einen weiteren Einblick in seine Seele vor, die unmissverständlich im amerikanischen Süden beheimatet ist. Auch wenn Wilson schon lange in Europa lebt.

Aufgenommen wurde jedoch in Alabama, im legendären Muscle Shoals (verewigt im LYNYRD SKYNYRD-Song Sweet Home Alabama). Wahrscheinlich beeinflusst durch den 2017er BLUES CARAVAN ist die einstige Candye Kane-Partnerin Laura Chavez an der Gitarre dabei. Ein guter Griff.

Solche Leute braucht man, um gemächlich zu Tür herein schlendernde Songs, wie I Know trotzdem interessant zu gestalten. Und natürlich eine Stimme, wie die von Big Daddy Wilson. Der muss sich nicht großartig anstrengen, um mit seinem Gesang einen Raum zu füllen. Ein Übermaß an Blues und Soul wird von den treffsicheren Bläsern noch zusätzlich gewürzt und versetzt den Hörer sogleich in einen Zustand größten Wohlbefindens.

Nichtsdestotrotz kann Wilson auch etwas flotter. Wie in dem countryfizierten Blues Ain‘t Got No Money, der durch eine wundervolle Slide-Gitarre geerdet wird. Wo man andernorts beim nächsten Song die Gelegenheit für den Gang zur Bar oder Toilette nutzen würde, da bleibt man während der Piano-Ballade Mississippi Me bei Big Daddy nahezu gebannt stehen und lässt mitnehmen, in eine ganz andere Welt. Das sollte man ruhig lauter oder über Kopfhörer hören und sich einfach mal treiben lassen. Ich behaupte einfach mal, soviel Magie haben nicht viele Sänger in ihrer Stimme.

Wer‘s tanzbarer braucht, dem wird mit dem funkigen Tripping On You gedient. Die Ladies im Background locken mit ihrem gospelhaften Gesang zusätzlich Richtung Dancefloor. Cooler Groove.

Und für die Heimfahrt, oder den lockeren Tripp durchs Delta, schaukelt uns I Got Plenty munter dahin.

Wilson sagt selbst, dass er normalerweise eher auf Akustik-Sounds setzt, aber Stimmung, Atmosphäre, Musiker, verlangten einfach nach einer “elektrifizierten“ Scheibe. Wie im funky Titelsong. Auch der mit unglaublich gutem Groove, voller Spannung, unterschwelliger Orgelteppich, perfekt gesetzte Bläsereinwürfe und toller Blues-Gitarre von Chavez.

I‘m Walking hat nix mit dem Fats Domino-Song zu tun, sondern auch das ist eine weitere sachte brodelnde Blues‘n‘Soul-Nummer, die von Big Daddys Gesang geführt wird und auch hier überzeugt Chavez mit ihrem knappen aber genau gesetztem Gitarrenspiel. Crazy World (ja, was soll man sonst zu dieser Zeit sagen?) ist eine gefühlvolle Soul-Ballade – natürlich mit großem Blues-Anteil - , die eine tolle Stimmung verbreitet. Erneut sind Wilson und Chavez hier die herausragenden Protagonisten.

Bei Voodoo kann man sich schon vorstellen, dass das mit gehörig Swamp-Flair kommt, leicht funkig und mit viel Southern-Groove. Für die Verhältnisse von Big Daddy Wilson klingt es hier sogar recht düster und nahezu aggressiv.

Mit dem coolen Akustik-Blues Couldn‘t Keep It To Myself wird‘s am Ende nochmal recht beschaulich, wobei diese nicht einmal eine Minute dauernde Nummer zu den Highlights des Albums gehört. Leichter Gospel-Charakter, gezupfte Akustik-Gitarre, fertig ist der Sonnenstrahl, der uns das Album gleich noch einmal anhören lässt.

 

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