Black Sabbath

Vol4 [Super Deluxe Box Set]

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.01.2021
Jahr: 2021
Stil: Heavy Metal
Spiellänge: 190:24
Produzent: Black Sabbath & Patrick Meehan

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Plattenfirma: BMG

Promotion: Netinfect


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Steven Wilson

Porcupine Tree

Blackfield

Titel
Disc 01: Original Album (2021 – Remaster)
01. Wheels Of Confuson/The Straightener
02. Tomorrow‘s Dream
03. Changes
04. FX
05. Supernaut
06. Snowblind
07. Cornucopia
08. Laguna Sunrise
09. St. Vitus Dance
10. Under The Sun/Every Day Comes And Goes
Disc 02: Outtakes – New Mixes
01. Wheels Of Confusion/The Straightener
02. Changes
03. Supernaut
04. Snowblind
05. Laguna Sunrise
06. Under The Sun (Instrumental)
Disc 03: Alternative Takes, False Starts & Studio Dialogue
01. Wheels Of Confusion (False Start With Studio Dialogue)
02. Wheels Of Confusion (Alternative Take 1)
03. Wheels Of Confusion (Alternative Take 2)
 
04. Wheels Of Confusion (Alternative Take 3)
05. Wheels Of Confusion (Alternative Take 4)
06. The Straightener (Outtake)
07. Supernaut (Outtake)
08. Supernaut (Alternative Takes With False Starts)
09. Snowblind (Alternative Take 1 – Incomplete)
10. Under The Sun (False Start With Studio Dialogue)
11. Under The Sun (Alternative Take With Guide Vocal)
Disc 04: Live In The UK 1973
01. Tomorrow‘s Dream
02. Sweet Leaf
03. War Pigs
04. Snowblind
05. Killing Yourself To Live
06. Cornucopia
07. Wicked World (includes Guitar Solo/Orchid/Into The Void/Sometimes I‘m Happy)
08. Supernaut/Drum Solo
09. Wicked World (Reprise)
10. Embryo
11. Children Of The Grave
12. Paranoid
Musiker Instrument
Ozzy Osbourne Gesang
Tony Iommi Gitarre, Piano & Mellotron
Geezer Butler Bass & Mellotron
Bill Ward Schlagzeug & Percussion
Gastmusiker
Rick Wakeman Keyboards

In der Diskographie von BLACK SABBATH gibt es ja einige Scheiben, die man zurecht als wegweisend oder sogar bahnbrechend bezeichnen kann. Den meisten Musikfans würden da natürlich das Debüt-Album, “Paranoid“, “Master Of Reality“, “Sabbath Bloody Sabbath“ oder “Heaven And Hell“ einfallen. Aber auch “Vol.4“ war eine musikalische Zeitenwende und zwar nicht nur für die Band sondern gleich für das ganze Genre des Heavy Metal. Denn auf diesem Werk erfanden BLACK SABBATH nicht nur ihren Sound neu sondern direkt auch einen ganz neuen Sound, der zahllose Bands beeinflussen sollte sondern auch den klanglichen Grundstein für ein ganz neues Genre legen sollte. Denn in Songs wie etwa Tomorrow‘s Dream, Snowblind oder Cornucopia präsentieren uns BLACK SABBATH schon genau das, was viele Jahre später Bands wie MASTERS OF REALITY, KYUSS, FU MANCHU und weitere als Stoner oder Desert Rock populär machen würden.

Dabei stand das Album zunächst unter keinem besonders guten Stern. Nicht nur fürchtete Schlagzeuger Bill Ward aus der Band gefeuert zu werden, weil er Schwierigkeiten hatte, bei dem Song Cornucopia die entsprechenden Fills zu spielen. Zum anderen wurden die Aufnahmen von den stetig anwachsenden Drogen-Problemen der einzelnen Band-Mitglieder belastet, die soweit gingen, dass sich die Band Kokain und Heroin (dass sie nach eigener Aussage aber nur schnupften und nicht spritzten) in Lautsprecherboxen ins Studio schmuggeln ließ. Wie wenig ernst die Band die Situation nahm, das kann man in den Danksagungen der Scheibe erkennen, in denen auch der „great COKE-Cola Company of Los Angeles“ gedankt wurde.

Trotz dieser Umstände – und in Anbetracht dessen, dass die Band sich in einer Großstadt mit zahlreichen weiteren Ablenkungen aufhielt – verliefen die Aufnahmen erstaunlich problemlos. Dabei erfanden BLACK SABBATH – wie oben schon angedeutet – ein Stück weit neu. Denn im Gegensatz zu dem fast durchgängig doomigen Vorgänger “Master Of Illusion“ gingen Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward die Sache hier deutlich experimenteller an. Schon der Opener Wheels Of Confusion/The Straightener ist enorm abwechslungsreich gestaltet, bedient aber wie auch Supernaut noch den eher traditionellen Sound der Band. Die Doom-Freunde kommen hingegen beim abschließenden Under The Sun/Every Day Comes And Goes bedient. Die nächste faustdicke Überraschung nach dem staubtrockenen Tomorrow‘s Dream war dann damals wohl die Piano-Ballade Changes, in der das Ende von Bill Wards Ehe thematisiert wurde. Sanft gespielt und sehr gefühlsam von Ozzy Osbourne vorgetragen bekamen BLACK SABBATH bei den Aufnahmen die Unterstützung von YES-Keyboard-Legende Rick Wakeman. Unerwartet dürfte für viele Fans auch das zarte Gitarren-Stück Laguna Sunrise gewesen sein, das eben genau die titelgebende Atmosphäre widerspiegelt. Trotz dieser Bandbreite wirkt FX als einziges Stück irgendwie deplatziert und überflüssig (allerdings bietet das beiliegende Buch eine Erklärung, wie es zu diesem Klangexperiment kam). Denn ansonsten war “Vol. 4“ das vierte Erfolgs-Album der Band in Folge, mit dem sie ihren unaufhaltsamen Aufstieg zum Titel der wichtigsten Metal-Band fortsetzten. Das Album kommt zudem in einer wunderbar neu remasterten Version daher, was den Genuss noch einmal zusätzlich steigert.

Bild zur Verfügung gestellt von BMG

Die CDs Zwei und Drei dieser Viererpack-Deluxe Edition widmen sich den alternativen Takes. Dabei ist insbesondere die dritte Scheibe eher etwas für die Analysten unter den Fans, denn hier gibt es fünf Versionen von Wheels Of Confusion (wovon es alleine vier alternative Takes sind und einer mit einem „Fehlstart“ und einhergehendem Studio-Dialog). Das ist dann schon eher etwas für die wirklichen Nerds unter den Fans. Ähnlich wird mit dem Supernaut und Under The Sun verfahren die jedoch jeweils nur zwei Mal enthalten sind. Ein ganz anderes Erleben bietet hingegen eher die zweite CD, denn hier hat sich Sound-Guru Steven Wilson (unter anderem PORCUPINE TREE, BLACKFIELD) sechs der Stücke vorgenommen und sie von den originalen Analog-Bändern neu gemixt. Da lohnt sich das ganz genaue Hinhören auf jeden Fall, denn hier kann man vielleicht doch noch die eine oder andere Feinheit entdecken, die dem Hörer bislang vielleicht verborgen geblieben waren.

Aber für die meisten Fans wird es wohl die vierte CD sein, die von größtem Interesse ist. Darauf ist ein Auftritt von der Tour durch Großbritannien im März des Jahres 1973 enthalten. Die darauf enthaltenen zwölf Songs zeigen die nahezu komplette Bandbreite des bisherigen Schaffens des Quartetts aus Birmingham. Aber ausgerechnet das Debüt-Album wurde (zumindest mal bei dieser Show) komplett außen vor gelassen. Kein Black Sabbath, The Wizard, Behind The Wall Of Sleep oder N.I.B. wird hier gespielt – und das gerade mal zwei Jahre nach der Veröffentlichung des bahnbrechenden Albums. Dafür gibt es natürlich eine gleich vier Songs vom damals aktuellen Werk (Tomorrow‘s Dream, Snowblind, Cornucopia & Supernaut) sowie die Klassiker Sweet Leaf, War Pigs, Children Of The Grave und das abschließende Paranoid. Der Sound der Aufnahme ist – immer mit Blick auf das Alter – wirklich gut. Der Sound ist natürlich rau und sehr ungeschönt. Also genau so, wie man es als Fan hören will. Die Band hat hörbar ihren Spaß und man muss sich schon wundern, dass dieser Mitschnitt nicht bereits früher erschienen ist.

Das ganze Box-Set kommt wieder (wie bereits zuvor bei “Paranoid“) in einem stabilen Box Set daher. Die jeweiligen CDs sind nicht nur in den Pappschubern, sondern allesamt auch noch in kleinen Plastiktaschen, so dass sie auch bei wiederholtem Gebrauch nicht verkratzen. Daneben ist auch noch ein zuvor unveröffentlichtes Werbeposter für die Single Snowblind enthalten und erneut ein liebevoll gestaltetes 62-seitiges Büchlein, mit der Geschichte zum Album, die durch zahlreiche Zeitungs-Ausschnitte, Zitate und Bilder aus der damaligen Zeit reich illustriert wird. Für einen echten Fan ist das – neben dem Live-Album - der wahre Schatz in diesem wirklich erneut fantastischen Box-Set, das dem Album mehr als nur gerecht wird. Wir dürfen gespannt s ein, welche weiteren BLACK SABBATH-Alben mit einer solchen Deluxe Box geehrt werden. Verdient hätten es ja durchaus noch ein paar.

 

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