Black Widow

Sacrifice

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.01.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Thorsten Philipp


Sacrifice, CBS Records/Repertoire Records, 1970
Jim Gannon Lead Guitar, Vibes, Spanish Guitar
Zoot Taylor Organ, Piano
Kip Trevor Vocalist
Clive Jones Flute, Sax, Clarinet
Bob Bond Bass
Clive Box Drums & Percussion
Produziert von: Pat Meehan Länge: 47 Min 50 Sek Medium: CD
1. In Ancient Days6. Attack Of The Demon
2. Way To Power7. Sacrifice
3. Come To The SabbatBonus Track:
4. Conjuration8. Come To The Sabbat (Single Edit)
5. Seduction

Erinnert sich noch jemand an CRAZY WORLD OF ARTHUR BROWN, ATOMIC ROOSTER und Konsorten? Musiker, Bands, die sich zumindest textlich teilweise sehr zügellos dem Satanismus hingaben? Die Ende der 60er, Anfang der 70er einen schwarzen Rockboom heraufbeschwörten? Songs wie Devil´s Answer und Fire sind heute noch ein Begriff, aber der Spuk, im wahrsten Sinne des Wortes, war dann doch wieder recht schnell vorbei und die oben genannten Bands sind alle in der selbstverdienten Versenkung verschwunden bzw. zur Hölle gefahren. (harharharrr)
Eine dieser Bands, vielmehr deren Debut, soll heute mal das Thema sein:
BLACK WIDOW - "Sacrifice".

Zeit ihres durchaus kurzen Lebens, und vor allem später, wurde das Sextett als Abklatsch von BLACK SABBATH abgetan. Ein Vergleich, den ich persönlich gar nicht nachvollziehen kann. Außer dem "Black" im Bandnamen und dem banal satanischen Gehabe gibt es eigentlich keine Gemeinsamkeiten. Allein schon musikalisch. Wo die einen sich am düsteren Riff- und Blues-Rock bedienten, spielte die schwarzen Witwe im Grunde Jazz-Rock. Jedenfalls hatten sie mit Zoot Taylor einen Organisten und mit Clive Jones einen Saxophonisten/ Flötisten am Start. Und, man höre und staune, anfangs lief BLACK WIDOW ihren Konkurrenten aus Birmingham sogar den Rang ab. Zumindest was die Publicity betraf.
Aber genug des sowieso unnötigen Schwanzvergleiches.

Ruhig lässt sie sich an, die Scheibe. Eine Kirchenorgel intoniert eine nette Melodie, umspielt von harmonischen Akkorden. Doch dann schraubt sich die Sache in die Höhe, eine verzerrte Hammond zerstört jäh das schöne Klangbild und wir finden uns in einem akustisch, orgiastischen Hippie-Traum wieder. Nur nicht ganz so friedlich. In Ancient Days heißt der Song. Textlich möchte ich nicht näher darauf eingehen, nämlich siehe oben, aber musikalisch groovt das Ding unglaublich, über 7 Minuten lang. Hier mal ein Einwurf einer Flöte, da mal wieder die Orgel und die Akustik-Gitarre fängt die ganze Sache alsbald wieder auf. Bis der Song in einem finalen dissonanten Akkord endet. Herrlich! Oder besser gesagt, teuflisch?
Es folgt Way Of The Power (welche Power wohl?) und die Hit-Single Come To The Sabbat. Betörende Trommel zu Beginn. Dann ein Refrain, der absolute beschwörend daherkommt, (textlicher Inhalt siehe wiederum oben). Muss man gehört haben.
Conjuration, Seduction und (wer hätte es gedacht) Attack Of The Demon vervollständigen die Platte.

Schlussendlich folgt der Titelsong: Sacrifice! Ganze 11:11 Minuten lang! Ewig lang! Nicht enden wollend. Aber extrem kurzweilig. Auch hier wieder, es groovt wie die Sau. Keyboard, Flöte, Gitarre, ein treibender Bass und ein rastloser Sänger. Ekstase pur.
Repertoire Records hat zusätzlich noch die Single-Version von Come To The Sabbat drauf gepackt. Eigentlich nicht nötig. Wer die Platte hören will, hört sie sowieso im Ganzen. Aber gut, nimmt man mit.
Noch vor ihrem Debut waren BLACK WIDOW allein schon wegen ihrer aberwitzigen Bühnenshow in der Presse. Klar aber, dass sich das, wie schon bei ARTHUR BROWN ziemlich schnell auslutschen würde. Höher, abstruser, weiter. Irgendwann war Schluss.
Und auch die Band hatte keine Lust mehr, nur daran gemessen zu werden. Sie wollten als Musiker den nötigen Respekt. So folgten noch zwei weitere Alben, "Black Widow" (1971) und "III" (1972), wo man dieses satanische Image hinter sich ließ. Aber der Niedergang war vorprogrammiert.
Doch dazu vielleicht ein anderes Mal.

PS: In Italien stehen die Jungs heute noch hoch im Kurs. Es soll sogar eine "BLACK WIDOW-Tribut-Band" existieren.

Thorsten Philipp, 06.01.2008

 

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