Blackmore's Night

Past Times With Good Company


CD-Review

Reviewdatum: 17.02.2003
Jahr: 2002

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Blackmore's Night Homepage



Redakteur(e):

Martin Schneider


Blackmore's Night
Past Times With Good Company, Steamhammer/SPV, 2002
Candice NightVocals
Ritchie BlackmoreGuitars & more
Sisters of the Moon (Lady Madeline, Lady Nancy)Vocals
Squire Malcolm of LumleyPercussions
Sir Robert of NormandyBass
Lord Marnen of WolfhurstViolin
Produziert von: Ritchie Blackmore Länge: 94 Min 25 Sek Medium: Do-CD
1. Shadow of the moon9. Beyond the sunset
2. Play minstrel play10. Morning star
3. Minstrel hall11. Home again
4. Past time with good company12. Renaissance faire
5. Fires at midnight13. I still remember
6. Under a violet moon14. Durch den Wald zum Bach Haus
7. Soldier of fortune15. Writing on the wall
8. Sixteenth century greensleeves

Nach drei Studioalben beglücken uns BLACKMORE'S NIGHT nun mit dem Live-Doppelalbum "Past Times With Good Company".
Ach, und wieder einmal schlagen zwei Seelen in meiner Brust.
Natürlich ist es nicht schlecht was BLACKMORE'S NIGHT uns vorsetzen. Stücke wie der mystische Opener Shadow of the moon, das beschwingte Instrumental Durch den Wald zum Bach Haus (Beruhigend, dass das Deutsch der Blackmores keinen Deut besser ist als mein Dänisch), das emotional-dramatische Fires at midnight oder das überragende Past time with good company haben ihren Reiz und machen wirklich Spaß.

An der Songauswahl des Albums gibt es wenig zu meckern und wer schon an den Studiowerken von Meister Blackmore mit seiner Gattin Gefallen fand, der kommt auch hier wieder voll auf seine Kosten.
Die Mischung aus mittelalterlichen Elementen mit Folklore der unterschiedlichsten Kulturkreisen funktioniert durchaus und bereichert die Musikwelt um einen weiteren interessanten Farbtupfer.

Als nette Dreingabe versucht sich die Band noch recht ansprechend an dem DEEP PURPLE-Klassiker Soldier of fortune und eher verkrampft an RAINBOWs Sixteenth century greensleeves. Candice Night ist halt kein Ronnie James Dio, aber das hat sicher auch niemand ernsthaft erwartet.

Trotzdem beschleicht mich auch bei diesem Album, wie bei allen bisherigen BLACKMORE'S NIGHT-Veröffentlichungen, ein ungutes Gefühl. Ich nehme dem Herrn Blackmore seinen Mittelalter-Trip im Strauchdieb-Outfit einfach nicht ab. Da wirkt zu vieles für mich aufgesetzt, nicht authentisch, eher wie das Bemühen auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. Dazu kommt der eher unbeholfene Versuch die mystische Stimmung einer Loreena MacKennitt nachzuzeichnen und die REDNEX-Coverversion vom Debüt liegt mir immer noch verdammt schwer im Magen.
Wenn allerdings durch BLACKMORE'S NIGHT eine der 'echten' Szenebands wie ESTAMPIE oder ADARO nur einen Fan dazugewinnen, dann hat der 'Mann in Schwarz' seine Mission erfüllt.
Ich denke aber, viele würden es wie ich lieber sehen, wenn Candice Night unter ihrem eigenen Namen die Mittelalterszene bereichert und Ritchie Blackmore endlich die überfällige RAINBOW-Reunion mit Ronnie James Dio in Angriff nehmen würde.

Martin Schneider, 17.02.2003

 

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