Blackmore's Night

The Village Lanterne


CD-Review

Reviewdatum: 16.03.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Blackmore's Night
The Village Lanterne, Steamhammer/SPV, 2006
Candice NightVocals, Pennywhistle, Shawms, Cornamuse, Rauchpfeife, Chanters
Ritchie BlackmoreGuitars, Tambourine, Hurdy Gurdy, Renaissence Drum
Lord Marnen of WolfhurstViolin
Sir Robert of NormandyBass
Mike SorrentinoDrums, Percussions
Pat Regan & Minstrel Hall ConsortKeyboards
Produziert von: Ritchie Blackmore Länge: 60 Min 52 Sek Medium: CD
1. 25 years8. Village dance
2. Village lanterne9. Mond Tanz/Child in time
3. I guess it doesn't matter10. Streets of London
4. The messenger11. Just call my name
5. World of stone12. Olde Mill Inn
6. Fairie queen13. Windmills
7. St. Teresa14. Street of dreams

BLACKMORE'S NIGHT polarisieren und auch an dem jüngsten Werk "The Village Lanterne" werden sich die Gemüter erhitzen. Prinzipiell ist dagegen auch nichts einzuwenden, denn so hält sich die Formation permanent im Gespräch.
König Richard und seine holde Fee Candice machen es ihren Kritikern aus verschiedenen Lagern aber auch all zu einfach und liefern ausreichend Munition für nicht endend wollenden Dauerbeschuss.

Die Rockfraktion nimmt es Ritchie Blackmore immer noch übel, dass er das Kapitel RAINBOW nach dem hervorragenden "Stranger In Us All" ohne Not beendete, sogar mehr noch als seine Abgänge bei DEEP PURPLE. Den ausschließlichen Anhängern seiner Rock-Phase wirft er den Fehdenhandschuh mit den Coverversionen von Child in time und Street of dreams vehement vor die Füße, hält ihnen den gestreckten Mittelfinger unter die Nase und scheint zu sagen: Für Euch ist es ein Sakrileg, für mich der Beweis, dass meine alten Songs auch im BLACKMORE'S NIGHT-Gewand funktionieren.

Zuflucht sucht und findet er bei den Freunden mittelalterlich-inspirierter Klänge, muss aber dort mit dem Stygma mangelnder Authenzität kämpfen. Dabei wird gerne übersehen, dass zwischen Mittelalter und Renaissence, die einen viel größeren Einfluss auf BLACKMORE'S NIGHT hat, ein paar Jährchen liegen.
BLACKMORE'S NIGHT gehen einfach ihren eigenen Weg und das mit einer bewundernswerten Konsequenz. Folk darf bei ihnen nicht fehlen, und so ist Ralph McTells Streets of London der fast schon logische Nachfolger für die auf "Ghost Of A Rose" erfolgten Verbeugung vor Joan Baez.
Ein beschwingter Schunkler wie Olde mill inn wäre die Eintrittskarte zu 'Im Krug zum grünen Kranze', gäbe es dieses Unterhaltungsformat noch, aber wir haben ja noch den Fernsehgarten, wo es BLACKMORE'S NIGHT sicher demnächst wieder zu bewundern gibt.

Die nicht gerade wenigen Anhänger von BLACKMORE'S NIGHT, zu denen ich mich auch zählen möchte, werden "The Village Lanterne" lieben, denn es ist eine in sich stimmige und durch und durch typische Veröffentlichung.
Da gehören die großen romantisch-emotionalen Momente von 25 years und Windmills genauso dazu, wie die überraschend rockig ausgerichteten St. Teresa oder Just call my name. Überhaupt entwickelt sich "The Village Lanterne" nach relativ verhaltenem Auftakt über die gesamte Laufzeit betrachtet zum wohl bislang rockigsten und gitarrenlastigsten BLACKMORE'S NIGHT-Output. Dieses Album kann ich Euch guten Gewissens empfehlen.

Martin Schneider, 16.03.2006

 

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