Blindside Blues Band

Smokehouse Sessions

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.05.2009
Jahr: 2009
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Blindside Blues Band
Smokehouse Sessions, Grooveyard Records, 2009
Mike OneskoGuitar & Vocals
Bill GressockGuitar & Keyboards
Kier StaehiliBass
Emery CeoDrums
John LeanordRhythm Guitar on "Dirty Double Dealer"
Produziert von: Mike Onesko Länge: 65 Min 00 Sek Medium: CD
01. Little Red Rooster (Willie Dixon)06. Hoochie Coochie Man (Willie Dixon)
02. Rock Me Baby (King/Josea)07. Same Old Situation (Onesko)
03. Dirty Double Dealer (Onesko)08. Who Knows Jam (Jimi Hendrix)
04. Sweet Little Angel (Onesko)09. Crossroads 69 (Robert Johnson)
05. Ramblin' On My Mind (Robert Johnson)10. Albatross (Peter Green)

Es gibt solche und solche Cover Alben. Dem einen fällt nix mehr ein und der andere macht etwas daraus. Zu letzterer Spezies zählt die BLINDSIDE BLUES BAND um ihren Mastermind Mike Onesko. Genau genommen ist "Smokehouse Sessions" auch gar keine CD voller neu interpretierter Klassiker, denn der Chef hat drei eigene Kompositionen beigesteuert, welche sich nahtlos ins Gesamtkonzept einfügen.

Welch ein Album! Da wird nicht einfach irgendwas nachgedudelt, vielmehr wird so manchem Track ein neues Leben eingehaucht. Oder eingehämmert. Das hängt ganz vom Standpunkt ab. An Robert Johnsons Crossroads hat sich schon so manch einer versucht, doch ich behaupte jetzt schlichtweg, nie zuvor mit so viel Erfolg wie die Band mit den drei Bs. Mit einer entspannenden akustischen Jam startend, mündet der Track Minuten später in einen brettharten Rocker.
Die "Smokehouse Sessions" bekommt man livehaftig ins heimische Wohnzimmer transportiert. Da ist nichts von der sterilen Atmosphäre eines Studios zu spüren, vielmehr gelingt es der Gruppe, den Songs eine Lebendigkeit zu verleihen, wie ich sie auf in etwa vergleichbaren Werken bis dato selten festgestellt habe.

Los geht die Party mit einer ultra-heavy Ausgabe von Little Red Rooster. Ein regelrechter Ten-Ton-Hammer, geprägt durch eine schwere, sägende Slidegitarre. Onekos raue Vocals, eine Mischung aus Phil McCormack (MOLLY HATCHET), Nicky Moore (SAMSON) und Glenn Hughes (u.a. DEEP PURPLE), geben dem Track eine zusätzliche Würze und lassen das Groove-Monster zu einem echten Killer werden.
Zehn Tracks in fünfundsechzig Minuten, das bedeutet ausgedehnte, aber niemals langatmige Songs. Nach weit über sieben Minuten denn mündet Little... in das nachfolgende Rock Me Baby. Ein treibender Riff Rocker, welcher aufgrund seiner Lebhaftigkeit niemanden still im Sessel sitzen lassen dürfte. Der wohlwollend bemerkte Southern Touch verleiht Rock... seine besondere Note.

Dirty Double Dealer, auf dem eigenen Mist gewachsen, fällt keinen Deut schlechter als die Fremdkompositionen aus. Oneskos Gesang fügt dem Rocker eine angenehme Prise Funk hinzu. Auffallend auch die Drums, welche so klingen, wie sie eben zu klingen haben. Die Snare kracht, die Becken scheppern, da wird straight forward gehämmert.
Bei Sweet Little Angel glaubt man, auf eine vergessene Perle aus dem Hause SAMSON zu stoßen. Die gefühlvolle, bluesige Nummer mit feinen Leads schraubt zwar das Tempo der CD herunter, in puncto Niveau legt man hier vielleicht sogar noch eine Schippe drauf.
Die Jungs bleiben beim gemächlicheren Tempo. Ramblin' On My Mind, ein schwerer, langsam kriechender Blues'n'Boogie, mag in seiner Darbietung nicht unbedingt originell erscheinen. Auch hier schafft es Mike Onesko mittels seiner tollen Gesangsleistung, den Track aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit herauszuhalten. Letztlich ist Ramblin'... ein weiteres feines Teil geworden, dessen Leadgitarre etwas an Billy Gibbons erinnert. Nur das der mit seiner Combo so etwas eben schon länger nicht mehr veröffentlicht hat.

Dunkle, kalte Nacht in einer kargen Felsenlandschaft. Die Wölfe heulen, der Mond ist nur selten zu erblicken. So klingt ein Hoochie Coochie Man in der Version der BLINDSIDE BLUES BAND. Um Lichtjahre entfernt von Bekanntem. Ein ausgedehntes Solo und der sporadisch eingesetzte Gesang erzeugen eine bedrohliche Stimmung, die regelrecht aus den Lautsprechern in die Poren eindringt. Feeling pur!
Same Old Situation bewegt sich ebenfalls im gemächlicheren Temporegionen, allerdings mit gesteigerter Härte. Ganz nett ausgefallen, ohne jedoch ganz die Klasse des restlichen Materials erreichen zu können.
Who Knows Jam heißt nicht nur so, hier wird tatsächlich gejammt. Und das in einer Form, das man im Glauben schwelgt, vor der Bühne eines kleinen, verschwitzten Clubs zu stehen. Im Gegensatz zum Gewichse auf dem Griffbrett, zu welchem einige zuletzt hochgelobte Bluesgitarreros neigen, orientiert man sich im Hause BLINDSIDE BLUES BAND an der Lebensweisheit, das ein weniger oftmals doch ein mehr ist.

Zuletzt fliegt der Albatross. Vergleichsweise eng am Original (FLEETWOOD MAC) orientiert, zeigt man mittels dieser gelungenen Version noch einmal überdeutlich auf, wie hoch der Hammer bei den Sessions hing. Pflichtkauf!!!!

Jürgen Ruland, 19.05.09

 

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