Blues Caravan

Blues Caravan 2022

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 24.10.2022
Jahr: 2022
Stil: Blues, Rock, Soul
Spiellänge: 134:00 (DVD)
Produzent: Thomas Ruf

Links:

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Plattenfirma: Ruf Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Ghalia Volt

Katie Henry

Titel
CD:
01. Hop On A Ride
02. I Play The Blues For You
03. Have You Ever Loved A Woman
04. Funky Woman
05. Nothing To Lose
06. Empty Cup
07. Carry You
08. Bury You
09. Reap What You Sow
10. Release Me
11. Hoodoo Evil Man
12. Squeeze
13. Whole Lotta Shaking Going On
14. Roll And Tumble Blues
15. Voodoo Woman
16. Fortunate Son
DVD:
01. Hop On A Ride
02. One Day At A Time
03. I Play The Blues For You
04. Have You Ever Loved A Woman
 
05. Funky Woman
06. Got My Mojo Working
07. Someday
08. Nothing To Lose
09. Empty Cup
10. On My Way
11. Carry You
12. Bury You
13. Takes A Lot
14. Bad Apple
15. Reap What You Sow
16. Release Me
17. Addiction
18. Hoodoo Evil Man
19. Squeeze
20. Whole Lotta Shaking Going On
21. Roll And Tumble Blues
22. Voodoo Woman
23. Fortunate Son
24. You Got To Move
25. Keep A Knockin'
Musiker Instrument
Katie Henry Vocals, Keys, Guitar
Will Jacobs Vocals, Guitar
Ghalia Volt Vocals, Guitar
Tomek Germann Bass
Denis Palatin Drums

Die Konzertbranche wurde durch die Pandemie gehörig durcheinander gewirbelt, sodass uns im Jahr 2021 gar kein BLUES CARAVAN und 2022 dieser in mehreren Etappen stattfinden konnte. Doch wie gehabt und dankenswerter Weise liefert Ruf Records den Nachschlag zur Tour wieder in Form einer CD/DVD, die einem dann nahebringt, was man verpasst hat. Oder erlebt. Wenn man zum Beispiel am 9. März dieses Jahres im Cafe Hahn in Koblenz dabei war, als Katie Henry, Will Jacobs und Ghalia Volt den BLUES CARAVAN 2022 ins Rollen brachten.

 

Aufmerksamen, dem Blues zugeneigten Musikfreunden, werden die Namen Ghalia Volt und Katie Henry bereits ein Begriff sein, Will Jacobs ist dagegen der Neuling im Arsenal der Plattenfirma. Von dem werden wir aber auch bald noch mehr hören. Das Konzert beginnt das Trio, wie gehabt, gemeinsam und wird durch den altgedienten Denis Palatin am Schlagzeug und Tomek Germann offensichtlich bestens unterstützt. Die Chemie stimmt jedenfalls, was man den freudigen Gesichtern ansehen und dem harmonischen Sound anhören kann. Neben dem Gesang fällt mir vor allem Ghalias tolles Slide-Spiel auf ihrer Cigar Box Guitar auf.

 

Dann ist zunächst Will Jacobs mit seinem Set dran. Zu seinem souligen Gesang passt sein Wah-Wah-geprägtes Gitarrenspiel und seine funkigen Songs. Besonders bei I Play The Blues For You fliegen da auch ganz schön die Funken. Im Billy Myles/Freddie King Klassiker Have You Ever Loved A Woman überzeugt er mit seinem gefühlvollen Gesang ebenso, wie mit seinem dynamischen Gitarrenspiel. Freunde ausgiebiger Soli kommen hier auf ihre Kosten. Nach dem Funky Woman (der Name ist Programm) beschließt ein sehr munter galoppierendes Got My Mojo Working seinen Solospot der nahtlos in Katie Henrys Part übergeht, bei dem Will als Gitarrist auf der Bühne bleibt.

 

Katies Platz ist am Keyboard und von da aus startet sie gleich mit zwei Songs von ihrem Debütalbum “Nowhere Fast“. Von dem sehr bluesige-stampfenden Someday geht’s da direkt in die leicht jazzige Ballade Nothing To Lose. Die volle, leiht raue Stimme würde man der sehr jugendlich wirkenden Musikerin auf den ersten Blick gar nicht zutrauen. Das folgende Empty Cup war schon auf ihrem aktuellen Album ein absoluter Ohrwurm für mich und auch die Live-Fassung verfehlt ihre Wirkung nicht. Für den Titelsong dieses Albums, On My Way, wechselt sie an die E-Gitarre und mit mehr Bewegungsfreiheit steigert sie sich stimmlich noch einmal und weckt in mir Erinnerungen an die großartigen Dana Fuchs und Samantha Fish.

 

Ohne ihre Gitarre abzunehmen wechselt Katie mitten in Takes A Lot für das Solo ans Keyboard und dann wieder zurück zur Gitarre. Der funky Blues-Song erhält denn auch den verdienten Applaus. Dann ist Zeit für Ghalia Volt, die allein optisch, mit ihrem 50's Rockabilly-Style schon was hermacht. Hier gibt’s natürlich Slide auf der Cigar Box Guitar satt, wobei mich ihr Slide-Spiel ziemlich an Luther Allison erinnert. Vor allem beim Boogie Reap What You Sow. Auch in ihrem Set kommt zwischenzeitlich Will Jacobs, beim atmosphärischen Swamp-Blues Addiction, hinzu und bleibt auch für die folgende, munteren Rockabilly-Stücke Hoodoo Evil Man und Squeeze. Und wo die Stimmung gerade so hochkocht, haut man noch Jerry Lee Lewis' Whole Lotta Shaking Going On hinterher und gerade, als ich mir denke, hier bräuchte man jetzt ein Piano, betritt Katie Henry wieder die Bühne. Ein Piano-Solo kommt trotzdem hier nicht.

 

Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch, den Denis Palatin treibt seine Vorderleute flott in den Roll And Tumble Blues, der den meisten eher als Rollin' And Tumblin bekannt sein dürfte. Erneut wird deutlich, dass hier – jeder auf seine Weise – ganz hervorragende Vocalisten auf der Bühne stehen. Die zum Ende hin natürlich noch weitere Coversongs einstreuen. Wie das auf einer Party so ist. Fortunate Son hat nicht John Fogertys Power, aber wenn's in den Solo-Jam-Teil übergeht, macht auch das ordentlich Laune. Für die Zugabe wird das Tempo für eine laszive (vor allem im Falle von Ghalia Volt) Fassung von You Got To Move erst runter gefahren, bevor man mit Little Richards' Evergreen You Keep A Knockin' das furiose Finale angeht. Nachdem sicherlich jeder Anwesende von einem lohnenswerten Besuch dieses Konzertes gesprochen hat. Zumindest ansatzweise kann man das hier nochmal am heimischen Bildschirm nachempfinden.

 

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