Bobby Rush

Folk Funk

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.09.2004
Jahr: 2004

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Bobby Rush Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Bobby Rush
Folk Funk, Ruf Records, 2004
Bobby Rush Vocals, Guitar, Harmonica, Bass (Ninety-Nine)
Alvin Youngblood Hart Guitar
Steve Johnson Bass
Charlie Jenkins Drums
Jesse Robinson Guitar (Ninety-Nine)
Produziert von: Bobby Rush & Greg Preston Länge: 49 Min 45 Sek Medium: CD
1. Feeling Good - Part One7. Everybody Wants To Know
2. Uncle Esau8. Voodoo Man
3. Ninety-Nine9. Get Back
4. Chicken Heads - Refried10. Saints Gotta Move
5. Ride In My Automobile11. Feeling Good - Part Two
6. River's Invitation

Liest man sich die Biografie auf seiner Website durch, scheint es auf der Bühne richtig gut ab zu gehen: Außer Musik werden auch Tänzerinnen geboten, wechselt Bobby Rush wohl öfter sein Outfit, schlüpft in verschiedene Rollen und spielt auch gern mal einen Sketch.
Treibt's ganz schön bunt, der Vogel.
Geschäftstüchtig ist er auch noch und so konnte er 2003 sein eigenes Record Label "Deep Rush Records" ins Leben rufen.
Für unseren Teil der Welt, erscheint seine neue Scheibe natürlich bei Ruf Records - dem deutschen Label für den Blues. Darum geht's nämlich und nicht um Folk oder Funk, auch wenn die über den Zaun schielen.

Ein schöner Boogie namens Feeling Good - Part One sorgt schon gleich dafür, dass man sich, ja, gut fühlt. Wenn jemand den Song Angry Cockroaches von TITO & TARANTULA kennt - so ähnlich ist hier der Rhythmus, nur nicht so wild und abgedreht, sondern straight und bluesig. Mit einem erfahrenen Crack wie Alvin Youngblood Hart an der 6-Gun ist so was auch kein Problem.
Uncle Esau sollte eigentlich eher "Onkel Bo" heißen, denn dieser Bo Diddley-Beat ist doch zu unverkennbar. Alvin streut ein paar feine Slide-Guitar Linien in den Rhythmus und Bobby einige Harp-Sprenkel, außerdem noch seinen coolen "Hooker"-Gesang.
Zufall oder nicht? Beim Harp-Intro zu Ninety-Nine muss ich an NINE BELOW ZERO denken. Ja, das hat auch was vom britischen R&B und geht munter los. In Ekstasen geraten die Musiker auf dieser Scheibe eigentlich kaum, aber abheben kann man mit ihnen schon.

Mit Chicken Head - Refried wird ein Hit Bobby's aus den frühen 70ern noch mal aufbereitet. Jetzt eine Mischung aus Blues, Funk, leichten Hip-Hop Anteilen und Rap - klingt furchtbar nicht? - kommt da tatsächlich eine richtig gute Mischung heraus, die cool groovt. Erinnert mich ein bisschen an die Crossover-Songs von John Lee Hooker zu "The Healer" Zeiten.
Ein Song wie Ride In My Automobile braucht einen Boogie als Grundlage, damit es auch richtig rollt und so oft man solche Songs schon gehört hat - solide gespielt wie hier machen sie doch immer wieder Laune. Tja, und ähnlich geht es einem mit diesem Buddy Holly/Bo Diddley-Beat, der River's Invitation transportiert. Wieder mit leichtem Funk-Anteil, Wah-Wah Fills (und leicht verzerrtem Sound) von Alvin Youngblood Hart und auch Bobby's Harp scheppert immer mal zwischen rein.
Mehr dem klassischen 12-Takter widmet man sich mit Everybody Wants To Know. Oberflächlich betrachtet klingt das wenig spektakulär, aber, so ist das halt im Blues: Da muss man schon etwas genauer hinhören um sich z.B. an den Phrasierungen der Mundharmonika erfreuen zu können. "If you don't live it, you don't have it", hat Big Bill Broonzy mal gesagt. Das stimmt vielleicht nicht 100%ig, aber ein Gespür für den Blues sollte man schon haben.
Dann fühlt man auch die dunkle-mystische Stimmung vom Voodoo Man, und sein schleppender Swamp-Groove zieht einen in seinen Bann.

Get Back hat nix mit den BEATLES zu tun, sondern ruft mir viel eher die STONES in Erinnerung. An Stop Breaking Down von deren "Exile"-Album denkt man unwillkürlich bei diesem Song. Die zusätzliche (gedoppelte) Stimme macht sich sehr gut und hebt diesen Titel hervor.
Saints Gotta Move ist der einzige Track der nicht aus Bobby's Feder stammt und, fast schon vermutet, sich aus When the saints go marching in und You gotta move zusammen setzt. Bobby mischt die beiden Songs zu einem swingenden Midtempo-Blues und verfugt das Ganze mit seinen Blues-Harp-Soli. Dürfte ein Renner bei seinen Live-Shows werden.
Munter beschwingt und in Fahrt gekommen, ist Feeling Good - Part Two der stimmige Abschluss des Albums. Ein Stones-Junkie wie ich hört da natürlich den Hip-Shake-Boogie durch, aber auch andere werden sich diesem hypnotischen Rhythmus kaum entziehen können.

Wie gesagt: Nicht überspektakulär - aber 1A gespielt und macht Laune!

Epi Schmidt, 16.09.2004

 

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