Dream Theater

Pain Of Salvation

Böblingen, Sporthalle, 08.02.2002

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 08.02.2002

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Dream Theater Homepage



Redakteur(e):

Martin Schneider


Böblingen, Sporthalle, 08.02.2002Bildergalerie

Setlist (Dream Theater): The glass prison, 6 AM, Beyond this life, Hollow years, Take the time/Working man/By-Tor, Misunderstood, Lie, The killing hand, Lifting shadow of a dream, Through my words, Fatal tragedy, The great debate, Home, Scarred/2112 Grand finale, The spirit caries on, Pull me under

Support-Act bei DREAM THEATER, das kommt einem Ritterschlag in Progressive Rock-Kreisen gleich, nicht zuletzt weil das letzte Wort bei der Bandauswahl Mike Portnoy persönlich hat.
Dieses Mal fiel die Wahl auf die Schweden PAIN OF SALVATION, die sich damit in die illustre Riege von Bands wie FATES WARNING, VANDEN PLAS oder SPOCK'S BEARD einreihten.

PAIN OF SALVATION machten ihre Sache gut. Sechs Songs präsentierte der Fünfer und setzte dabei verständlicherweise vor allem auf Material des Ende Januar erschienen neuen Albums "Remedy lane".
Die wenigsten Besucher, mich eingeschlossen, dürften mit diesen Titeln bereits vertraut gewesen sein. Erschwerend kam hinzu, dass PAIN OF SALVATION mit ihrem Sound, der an eine Mischung aus harten, alten MARILLION und dem Headliner des Abends erinnerte, nicht gerade leicht verdauliche Kost kredenzten.
Immerhin waren mit Used und Dedication auch zwei Stücke von "The perfect element" im Set.
Stark war die Schlussnummer Inside, bei der Daniel Gildenlöw sich ausschließlich auf den Gesang konzentrierte und die Gitarrenparts komplett Johan Hallgren überließ. Dies kam der Bühnenpräsentation merklich zugute und vielleicht sollten die Schweden zukünftig mit einem Gastgitarristen auf Tour gehen, damit Daniel sich noch mehr als Frontman einbringen kann.

PAIN OF SALVATION dürften einige Leute im Publikum dazu animiert haben, sich in den nächsten Tagen "Remedy lane" zuzulegen. Diese Band sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.

DREAM THEATER eröffneten die Show erwartungsgemäß mit The glass prison vom aktuellen Werk "Six degrees of inner turbulance". Dieser Song wirkt wie eine aufgeblähte Version des sich anschließenden Songs 6 A.M.. Die Band ging also gleich mit zwei ihrer härtesten, wenngleich nicht unbedingt stärksten Nummern in die Vollen und sorgte damit im Publikum für die übliche Mischung aus totaler Begeisterung, Überraschung und Staunen.

Es ist einfach immer wieder faszinierend dieser Band zuzusehen und -zuhören. Gitarrist John Petzrucci schockierte das Publikum jedoch nicht nur mit seinen atemberaubenden Künsten an seinem Instrument, sondern auch mit einer neuen Kurzhaarfrisur, die ihn optisch geradezu dafür prädestiniert gemeinsam mit METALLICA Gebrauchtwagen zu verkaufen.
Absolut faszinierend, was Jordan Rudess seinem winzigen Keyboard an Sounds entlockt. Wenn man bedenkt, hinter welch gigantischen Türmen sich ein Rick Wakeman oder Jon Lord in den Siebzigern verbarrikadieren mussten, dann kann man in etwa erahnen wie viel Technik in diesem winzigen Teil stecken muss.
Bassist John Myung und Schlagzeuger Mike Portnoy sorgen mit einer fast schon unverschämten Lässigkeit für vertrackte Rhythmen, dass es manchmal fast schon zuviel des Guten wird. Um die im Publikum anwesenden Schlagzeuger noch zusätzlich zu demotivieren jongliert Mike nebenher immer wieder mit seinen Drumsticks...
Bei soviel geballter musikalischer Kompetenz wäre ein einfach nur guter Sänger das Grab für die Band. James LaBrie wird zwar sicher nicht mehr in Punkto Ausstrahlung und Bühnenperformance in die Reihen der ganz großen Rock'n'Roll-Entertainer vorstoßen, doch gesangtechnisch können ihm nur ganz wenige das Wasser reichen.

Im Gegensatz zu früheren Tourneen klangen die New Yorker dieses Mal dezent schlichter, 'RUSHiger', bringt es wohl am besten auf den Punkt, was auch daran liegen mag, dass Teile von Working man, By-Tor und 2112 im Set angespielt wurden.
Auf große Soloeskapaden außerhalb der einzelnen Songs wurde weitestgehend verzichtet, was durchaus Sinn machte. Ehrlich, die Fünf müssen niemandem mehr beweisen, was für großartige Musiker sie sind und außerdem sind die Songs an sich komplex und vertrackt genug, um sich in dieser Hinsicht ausgiebig genug austoben zu können.

Im Vorfeld der Tournee hatte die Band angekündigt, die Setlist jeden Abend zu variieren, um den Fans die traditionell mehrere Konzerte besuchen, unterschiedliche Shows zu bieten und um den einen oder anderen seltener gespielten Titel unterbringen zu können.
Die Besucher in Böblingen erwischten es dabei besonders gut, denn die Setlist enthielt an diesem Abend mit Lifting shadows of a dream und Beyond this life zwei Stücke, die meines Wissens auf dieser Tour in Europa zum ersten Mal gespielt wurden.
Ansonsten haben DREAM THEATER natürlich das angenehme Problem, aus einem mittlerweile gigantischen Fundus hochklassiger Stücke auswählen zu können.
Nach der stilistischen Rückbesinnung von "Six degrees of inner turbulance" zur "Awake"-Phase, war es wenig überraschend, dass neben den bereits erwähnten Titeln, mit Lie und Scarred, zwei weitere Songs des Albums zum Einsatz kamen, das der Band vor acht Jahren zum großen Durchbruch verhalf. Erfreulicherweise fand mit The killing hand auch ein Song vom Debut "When dream and day unite" Berücksichtigung, wenngleich A fortune in lies sicherlich die bessere Wahl gewesen wäre.
Der Klassiker "Images and words" war immerhin noch mit Take the time und, dem DREAM THEATER-Song schlechthin, Pull me under vertreten.

Das traumhaft schöne Hollow years markierte glücklicherweise den einzigen Abstecher in die "Falling into infinity"-Phase. Der Rest der zweieinhalbstündigen Spielzeit wurde mit den neuen Songs Misunderstood und dem von Samples durchsetzten The great debate, sowie mit Home, The spirit caries on und Strange deja vu vom letzten Studioalbum "Metropolis II - Scenes from a memory" bestritten.
Unter dem Strich also eine mehr als zufriedenstellende Angelegenheit.

DREAM THEATER erfüllten wieder einmal vollauf die hohen Erwartungen und wie immer verlässt man die Halle ziemlich sprachlos, denkt sich: 'Geil wars', und freut sich insgeheim schon auf die nächste Tournee der Progressiv-Götter.
Man sieht sich hoffentlich im Herbst.

Danke für Eure Unterstützung: Mirjam Aichele (Music Circus Concertbüro).

Martin Schneider, 10.02.2002

 

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