Saxon

Bochum, Zeche, 02.10.2005

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 02.10.2005

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland

Jörg Litges (* 1965, ✝ 2015)


Bochum, Zeche, 02.10.2005

Was hatte ich mich auf diese Tour im März gefreut... und dann war sie aufgrund des Brandes im "Hause Biff" verständlicherweise verschoben worden. Am Sonntag, 2. Oktober also sollte endlich die lang erwartete Tour unter dem Motto "THE NEW WAVE OF BRITISH HEAVY METAL TOUR 2005" in der Bochumer Zeche Station machen.
Die Location in Grönemeyers Heimatstadt hat aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zu Wohngebieten schon länger mit den Vorstellungen der Anwohner in puncto ("ruhestörender") Lärm zu kämpfen. Glücklicherweise scheint die Halle wohl über dicke Mauern zu verfügen, Konzerte beginnen allerdings pünktlichst und sind meist auch dementsprechend früh beendet.

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Kurz nach 19.00 Uhr trudelten wir (meine Frau Bea hatte sich von meinen Berichten über SAXON-Gigs zur Teilnahme überreden lassen) also vorsichtshalber (... nur nichts verpassen...) in der Halle ein. Die Bude war bereits seit Wochen ausverkauft und füllte sich nach unserer Ankunft auch recht schnell.
Das "Rock Hard" als Co-Präsentator der Tour schrieb von einem musikalischen Programm vor und nach der Show. Am Mischpult saß vorm Konzert wohl auch eine Redakteurin, [das war Jenny; Red.] aber sorry junge Frau, ich kann eigentlich noch ganz gut hören, und hören tat ich nicht viel. Wer sich auf eine anständige Packung IRON MAIDEN, TYGERS OF PAN TANG, DEF LEPPARD, natürlich auch SAXON, SAVAGE, RAVEN, GIRLSCHOOL usw. bei 'anständiger' Lautstärke ge-vor-freut hatte, wurde enttäuscht. Da lief zwar was (... ja nee, is klar...), nur dachte ich nicht an ein Hintergrundgesäusel wie bei 'real' in der Lebensmittelabteilung. Auf vielen der damaligen Alben stand nämlich "PLAY IT LOUD"!!
Wie man's richtig macht steht in der Story zur GLUECIFER-Show vom Vorjahr. Die Norweger hatten auch keine Vorband, aber vom Band (... ja nee, is auch klar. "Tu ma Kassette" is out...) dröhnten Suzi Quatro und DR. FEELGOOD in einem Maße, dass die Meute vor der Bühne bereits vorab mächtig Spaß inne Backen hatte.

Kollege Jörg konnte ich nicht ausfindig machen, also verzogen wir uns an die linke Seite mit dem Rücken zur Wand. Das hat schon den nicht unerheblichen Vorteil, dass einem keiner ins Kreuz springen kann. [Angsthase! Red. Abt.Gefahrenprävention]
Ist mir vor zwanzig Jahren ausgerechnet bei SAXON passiert. Nicht das ich jetzt immer an der Wand rumhänge, aber Frau Ruland misst gerade mal mit Ach und Krach einen Meter und achtundsechzig dazugehörige Zentimeter. Da sieht man von inner Mitte außer Köppen, Haaren und herumfuchtelnden Händen eh nicht viel. Und bei GLUECIFER hatte sich dieser Standort zudem in jeder Hinsicht als gut erwiesen.

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SAXON fingen pünktlich mit Motorcycle Man an und die Halle übte sich sofort im kollektiven Kopfstand, sprich prächtige Stimmung machte sich breit, ganz wie in 'the old days'. Da die Band ohnehin nur 'von früher' spielen wollte (die Alben bis einschl. "The Power And The Glory"), konnte man sich selig an die glorreichen Tage in den frühen Achtzigern erinnern. Nur, da war der Sound erheblich besser. Paul Quinns Gitarre war stellenweise kaum zu hören, der Bass wummerte nur und die Drums klangen nicht gerade wie im Sound eingebettet sondern eher wie daneben spielend. Lag's am Standort? Oder bildete ich mir das nur ein? Bea hörte ähnliches, also haben das zumindest zwei Anwesende so empfunden.

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Sänger Biff Byford (mit langen grauen Haaren), Paul Quinn (mit Brille), sein Gitarren-Pendant Doug Scarrat (ohne Brille...), der wild umherbangende Tieftöner Nibbs Carter und Drum-Heimkehrer Nigel Glockler schienen viel Spaß an der Freud zu haben. Biff kommunizierte ausgiebig mit dem Auditorium und verteilte reichlich Komplimente an das Zechen-Publikum. Bei Frozen Rainbow vom Debut-Album griff der Frontmann auch mal zur Akustischen, ansonsten spielte er den Anführer der Nord-Engländer. Dass sie jetzt wieder eine 'english' Band sind, musste er nicht unbedingt loswerden, Fritz Randow wurde an diesem Abend zumindest nicht übertroffen.

Stallions Of The Highway rockte wie Sau, Princess Of The Night rockte sagenhaft, Wheels Of Steel hat schon mal mehr gerockt, Rockin' Again und Rock The Nation blieben uns erspart, weil man sich auf die Frühwerke beschränkte (was nicht unerheblich zu meiner Vorfreude beigetragen hatte) und die Rockers im Publikum rockten ganz prächtig mit.
[Röcke hatten sie aber nicht an? Red. Abt. Hard Rock]
Klasse Präsentation der Band, klasse Publikum, (Kreis-)Klasse Sound
(Jörg sah bzw. hörte das ganz anders!?!?!). [Allerdings!]
Oder war da noch was anderes?

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Jau, exakt das war es wohl. Hey, wo war denn Dallas 1 PM? Einer der Klassiker der NWOBHM überhaupt, und nix is? Wo das sonst fast immer gespielt wird? Und eben gerade auf dieser Tour nicht? Das geht nicht, das ist Denkmalsschändung. Mindestens. Da konnte mich auch Heavy Metal Thunder nicht trösten, und To Hell And Back Again, Suzie Hold On oder 747 (Strangers In The Night) vermochten den Ausfall dieses Über-Songs ebenfalls nicht zu kompensieren. Power And The Glory, Redline (kam live eher langweilig, hättet lieber Warrior reinkloppen sollen, boys...), das live immer gern genommene The Eagle Has Landed, meinetwegen auch Crusader (muß anscheinend sein...), aber kein Dallas 1 PM? This sucks!!

Mir hat's die Laune verhagelt, Bea konnte meine Trauer nur bedingt teilen (naja, hat halt früher eher GENESIS gehört) und jetzt bist Du dran. Also Jörg, sach wat dazu...

Jürgen Ruland, 10.10.2005

Also für GENESIS Fans war das nu wirklich nix.
Einige Anmerkungen konnte ich mir schon im obigen Text nicht verkneifen. Nachdem wir (Harry und ich) ca. 45 Min zu spät an der Zeche aufliefen, da Harry für diesen Gig extra aus Warschau eingeflogen ist und die Flugmühle Verspätung hatte, war meine Laune anfänglich auf dem Tiefpunkt. Was hatte ich mich auf den Gig gefreut und dann so ne Panne. Ich also hintenrum durch die Kneipe von oben mit meinem Fotopass durch die Menge, die mich auch gnädigerweise durchließ, denn die Zeche war proppevoll.
Von der Treppe aus konnte ich einige Fotos schießen, vor dem Fotograben fand ich dann noch einen Platz, quasi in der ersten Reihe. Was mir sofort auffiel, war der gute Sound. Ob erste Reihe, oder oben am Mischpult. Einwandfrei und glasklar. Diesen Eindruck verifizierten auch Harry und einige andere Kollegen der Weltpresse, die ebenfalls anwesend waren. Eventuell mal die Stöpsel aus den Ohren nehmen, Herr Ruland.
Princess, Strangers, Band Played On absolut fantastisch, souverän von Herrn Byford und seinen Kameraden vorgetragen, der einmal mehr bewies, dass er der Metal-Frontman schlechthin ist. Ich fühlte mich wieder wie 1983, als ich die Band zum ersten Mal bei den "Monsters Of Rock" sah. Warum das verdammte Crusader immerzu gespielt werden muss? Ich weiß es nicht. Dallas 1PM auszulassen ist natürlich böse! Ich hatte es im ersten Part vermutet.

Lustig fand ich, dass Biff doch einige Probleme mit der erbärmlich engen Bühne hatte, und oft über die Monitore stolperte. Die zu kleine Bühne sprach er ja auch an: "I have big feet! And you know what people with big feet have also?" Nee, nicht was Ihr wieder denkt... "Big Socks" natürlich!

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Doug und Nibbs waren, wie immer, vom Stageacting her die Eyecatcher. Nigel Glockler wirkte autark, gab ein wenig altes SAXON Feeling zurück, so sehr ich Jörg Michael ja schätze, aber er hat doch viele der alten SAXON-Nummern nicht so abwechslungsreich intoniert.

Tja, und dann war's kurz vor Zehn auch schon vorbei. Die Stunde, die ich mitbekommen habe, war einfach nur geil, und eventuell wage ich mich am 7.12 noch mal nach Düsseldorf, und dann bin ich pünktlich, damit ich auch den Anfang mitbekomme!

Jörg Litges, 10.10.2005

 

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