Bochum, Zeche, 20.10.2003
Besetzung Subway To Sally
Eric Fish Gesang, Dudelsack, Schalmai, Oboe, Flöte
Frau Schmitt Geige, Gesang
Bodenski Gitarre, Gesang, Drehleier
Ingo Hampf Gitarre, Laute, Mandoline
Simon akustische Gitarre, Chorgesang
Sugar Ray Runge Bass
David Pätsch Schlagzeug

Dank VRR und seinen typischen Verspätungen, begrüßten mich die ersten "Raub und Mord..."-Gesänge schließlich an der Zeche Bochum 45 min später als geplant.
Endlich drin erwartete mich eine proppevolle Zeche, als die Vorgruppe SALTATIO MORTIS die Bühne schon um 19:50 Uhr betrat hatte ich es grade bis zum Bierstand geschafft. Danach ging erst mal nix mehr, denn die Jungs wurden abgefeiert wie Hölle.

Saltatio Mortis Persönlich kannte ich die Band um Alea den Bescheidenen (eine Mischung aus Mick Jagger und Conan dem Barbaren) und Falk Irmenfried von Hasenmümmelstein (dem Adeligen der Band... geiler Name übrigens...) bisher nicht. Umso überraschter war ich, dass die Jungs das machen was SUBWAY TO SALLY vor Jahren gestartet haben: Mittelalterrock vom Feinsten.
Ob Sackpfeife, Schalmai oder Ratsche, alles da! Und das Publikum verwandelte sich sofort in einen Hexenkessel. Ein letztes Bier und auf zum Fotograben. Da kam der Chronist auch mehr oder weniger heile nach 2 Liedern an... Wahnsinn... Zur Setlist kann ich leider nicht viel sagen da mir, wie gesagt, die Band bisher unbekannt war.

Saltatio Mortis Der letzte Song wurde mit "Gott hat uns viel gegeben...", "Die Weiber!!" (Zuruf von hinten), "Ja...", "Den Suff!!", "Ja, auch...", "Aber vor allen Dingen den Rock'n'Roll" eingeleitet... Und dann folgte God Gave Rock'n'Roll To You, genau! Ein KISS-Cover. Genial! Und wer KISS hört (und covert!) kann kein schlechter Mensch sein! Unser Oberkasper Fred meint zwar, der Song hatte eh schon immer was Mittelalterliches an sich, allerdings steht er auch auf 4/4 Takt!
Danach Abgang und die Jungs durften (sichtlich zufrieden) ihr Equipment selber abbauen!
(Über den Oberkasper werden wir noch sprechen! Davon abgesehen ist diese Nummer ein gradezu epochales Meisterwerk der späten Steinzeit. Gruß vom Suppenkasper)

Danach wurde auch klar, dass wir Fotografen nicht mehr aus dem Graben rauskamen. Alea verteilte die ersten Wasserflaschen an den tobenden Mob, und wir bekamen Hilfe in Form eines todesmutigen Zechen-Mitarbeiters, der uns Getränke in den Fotograben brachte!! Vielen Dank dafür!

Eric Fish Nach extrem kurzer Umbaupause ging's endlich los: die SUBWAYs enterten die Bühne.
Geist des Kriegers ging volles Brett los, und eins war sofort klar, STS so wie wir sie kannten gibt's in der Form nicht mehr. Brachial geht es volles Brett nach vorn! Es folgt Unsterblich und Knochenschiff, bevor Mephisto vom "Bannkreis" Album dem feiernden Mob präsentiert wird und somit der erste Nicht-"Engelskrieger" Song ist. Es wird klar, dass auch die alten STS Stücke 100% zum neuen Stil kompatibel sind.

Frau Schmitt Traum vom Tod II, 2000 Meilen, ein Knaller jagt den Nächsten und langsam wird es fürchterlich heiß... die Zeche ist ausverkauft, was passen rein? 1200 Leute? Vorbildlich werden von der Band permanent Wasserflaschen mit den Worten "Immer schön teilen..." ins Publikum geworfen.

"Heute gewinne ich die Schlacht" sagt Eric und das Publikum begrüßt es... Die Schlacht tönt aus den Amps, gefolgt vom Veitstanz. Keine Bange! Schalmei, Flöte, Sackpfeife, alles bleibt vorhanden und kommt ausgiebig während des gesamten Konzerts zum Einsatz. Alle Songs sind zwar in härterem Gewand arrangiert, lassen aber ihren alten Charme nicht vermissen.

Frau Schmitt Der nächste Song wird von Eric mit den Worten "Was Saltatio Mortis machen, können wir auch noch..." angekündigt und es folgt Minne vom Album "Hochzeit" (welches überraschend Neue Deutsche Härte-kompatibel ist...)

Vermissen darf man natürlich auch nicht den "Schrei", und der wird während des gesamten Konzerts wahrlich oft genug zelebriert. Weiter geht es mit Kruzifix, Kleine Schwester und Kleid aus Rosen bei dem das Publikum lauter singt als die Band! Eric, so habe ich den Eindruck, steht manchmal kurz vorm Herzkasper, so verausgabt sich der Gute...

Eric Fish Es folgt Das Opfer, bei dem sich Bodenski und Simon in den hinteren Bereich der Bühne bewegen, um ohne Instrumente, Statuen gleich, nur die Backgroundvocals zu geben.
Apropos Background: Sugar Ray am Bass - nur selten am Bühnenrand, aber unermüdlich mit wehendem Haar vor sich hin bangend - und David Pätsch am Schlagzeug legen, die ganze Show über, einen soliden Rhythmusteppich hin.

Bei Herrin des Feuers wabbern beleuchtete Tücher, wie Flammensäulen, hoch zur Decke. Brachial martialisch geht's ohne Pause weiter in den Sabbat, wobei Eric mit seiner neuen Sternenkanone übers Publikum schießt und Frau Schmitt singt! Nee... Feuerspucken war nicht... Schade... vermutlich lag es an der extremen Enge in der Zeche. Aber dafür lüftete Eric kurz sein Röckchen, und zumindest die Leute im Fotograben wissen nun was er drunterträgt (Nein, wird nicht verraten).

Um die ohnehin Wahnsinnsstimmung noch mehr anzutreiben, folgen Henkersbraut und Ohne Liebe und danach wird der offizielle Teil des Konzerts, quasi auf dem Höhepunkt der Emotionen, beendet.

Frau Schmitt Sofort starten die "Raub und Mord und Überfall sind gut" Chöre und die Band lässt sich natürlich nicht lange bitten und langt mit Falscher Heiland, Wenn Engel hassen und Narben noch mal tüchtig zu. Die Fans sind kaum zu halten. Erneuter Abgang, aber STS wären nicht STS wenn sie die Rufe der Fans nicht erwidern würden.

Grabrede folgt, bei der sich Eric ins Publikum fallen und auf Händen tragen lässt, von Simon lässig kommentiert mit "Bringt uns den wieder...".
Zum Abschluss des Abends darf dann die ganze Halle noch "Blut, Blut..." mit der Band zusammen singen, denn STS stimmen zum Schluß endlich Julia und Ihre Räuber an.

David Pätsch Alles in allem ein absolut gelungener Abend, STS sind live immer noch die Macht, die Fans waren begeistert, und der Schreiber hier auch!
Als die Rufe selbst nachdem der Abbau schon begonnen hatte nicht verstimmen, kommt Eric noch mal auf die Bühne und meint "...wir machen heute nur jetzt Schluss weil wir noch mal wiederkommen wollen..." Macht das! Bald!

Jörg Litges, 21.10.2003

 

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