Rage

Communic
Tyr
Scar Of The Sun

Bochum, Zeche, 29.03.2012

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 14.04.2012
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Maurice Schreiber


Rage, Týr, Communic, Scar Of The Sun,
Bochum, Zeche, 29.03.2012

Unter dem Namen „METAL FIRESTORM TOUR 2012“ sind heute mal wieder die sympathischen Metal-Urgesteine von RAGE in der Bochumer Zeche unterwegs. Erneut gilt es zu beweisen, daß sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören: Das nunmehr 21. Album „21“ ist jüngst erschienen und hat in der Presse erneut hervorragende Kritiken bekommen. Zudem ist es für RAGE hier ja quasi ein Heimspiel, so daß einem gelungenen Metal-Abend nichts im Wege stehen dürfte. Begleitet wird die Band um Bandgründer, Sänger und Bassist Peavy Wagner, Über-Gitarrist Victor Smolski und Drummer André Hilgers dabei gleich von 3 Vorbands: TÝR, COMMUNIC und SCAR OF THE SUN. Wie immer in der Zeche geht es dann pünktlich los und der Startschuss für die erste Band fällt!

SCAR OF THE SUN kommen aus Griechenland und servieren uns eine doch recht eigenwillige Mischung aus Prog-Metal mit Gothic-Einflüssen, die vom Wechsel zwischen cleanem und Growl-Gesang lebt. Die Jungs machen ihr Ding dabei sehr gut und wirken absolut authentisch. Die junge Truppe hat zudem ihr ambitioniertes Werk „A Series Of Unfortunate Concurrencies“ im Gepäck, das sie uns heute präsentiert. Weltbewegend ist die Musik zwar nicht, sie wird aber vom Publikum sehr wohlwollend aufgenommen und mit entsprechendem Applaus gewürdigt. Nur das Outfit des Sängers mit Flanell-Hemd passt nicht so ganz...

Als nächstes sind COMMUNIC aus Norwegen an der Reihe. Kennern gepflegten Prog-Metals ist das Trio natürlich schon längst bekannt, hat es doch in den vergangenen Jahren fast durch die Bank weg überaus ausgezeichnete Alben auf den Markt gebracht und so gut wie immer die Pole-Position in den einschlägigen Metal-Magazinen ergattern können. Und auch live machen sie ihrem Ruf heute alle Ehre. Hier stimmt einfach alles: Starke und packende Songs voller Emotion und Tiefgang, heftige Riffs und eine bärenstarke Rhythmus-Sektion. Kein langweiliges Gefrickel, sondern ein klasse Set voller überragender Songs. Teilweise geht es auch in Thrash-Gefilde und die drei super Musiker können wirklich auf ganzer Linie überzeugen. Die jetzt schon beste Vorband des Abends!

Dieses Niveau können die Pagan-Metaller von TÝR dann nicht mehr ganz halten. Die Band aus den Färöer Inseln kann seit 2002 nun auch schon auf eine Diskografie von 6 Alben zurückblicken und bietet eine Ladung typischen Viking- und Pagan-Metals mit entsprechendem Äusseren. „The Lay Of Thrym“ ist dabei ihr letztes Werk, das heute vor allem live präsentiert wird. Alles schön und gut, aber zum einen passt die Band nicht so gut zu RAGE, zum anderen wird die Darbietung doch recht schnell etwas langatmig und langweilig. Nun gut, dies liegt vielleicht aber auch schlicht daran, daß ich kein grosser Fan dieses Subgenres bin, denn viele Zuschauer und Anhänger sind dann doch recht begeistert und klatschen ordentlich mit. Wie dem auch sei, die folgende Pause wird dann für eine kurze Abkühlung in Form eines Kaltgetränks genutzt, bevor endlich die heissersehnten RAGE die Bühne stürmen!

Und auf RAGE ist wirklich immer Verlass! Irgendwie gehört diese sympathische Truppe einfach zum Grund-Repertoire der Ruhrpott-Metalszene. Diesen Status hat sich die Band im Laufe der Jahre mit zahlreichen „Ups And Downs“ und Line-Up-Wechseln hart erkämpfen müssen, doch die Hingabe zur Musik und die konsequente Weiterentwicklung vom Speed- und Power-Metal-Act mit Ausflügen in den orchestralen Bereich bis hin zum härteren Prog-Metal hat RAGE dann doch Recht gegeben. Zudem zeichnet sich die Band durch ihre hohe Fanorientierung aus und sie ist trotz der hervorragenden musikalischen Fähigkeiten der Musiker immer bodenständig geblieben und hat sich niemals Starallüren angeeignet. Und so geht es auch an diesem Abend in der Bochumer Zeche nach einem kurzen Intro los und RAGE liefern ein klasse Set ab! Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf den Songs jüngeren Datums, vor allem des aktuellen starken Albums „21“, das hier livehaftig abgefeiert wird. Das geht auch völlig in Ordnung, da die alten Songs immer wieder bei Special Shows von RAGE, wie zuletzt auch an einem Silvesterabend in der Zeche, verstärkt zum Zuge kommen. Dennoch finden auch heute Alltime-Klassiker wie Refuge, Soundchaser oder Don't Fear The Winter zumindest angespielt natürlich den Weg in die Setlist. Die Spielfreude ist groß wie eh und je, Peavy ist supersympathisch wie immer und interagiert auch permanent mit dem Publikum und über die fantastische Gitarrenarbeit von Victor kann man immer wieder nur staunen. Zudem sorgt das punktgenaue Drumming von André Hilgers hinter seinem gigantischen Drumkit für den entsprechenden Antrieb. RAGE sind so einfach ein nahezu perfekt eingespieltes Team und man merkt ihnen richtig an, daß sie selbst Spaß an der Sache haben und mit dem Herzen bei der Sache sind. So gerät die Vorstellung zu einem absolut fantastischen, ja wirklich überragenden Gig und die zahlreichen Fans fressen ihnen aus der Hand!

RAGE haben die Zeche so richtig gerockt, der Sound war auch super und die hier in vor einigen Jahren aufgenommene Anniversary-DVD landet in den nächsten Tagen bestimmt desöfteren wieder in meinem DVD-Player. Der Merchandisestand wird demnach auch gut besucht und einige T-Shirts und CDs wechseln den Besitzer. Wir freuen uns schon jetzt auf eine weitere Show von RAGE hoffentlich bald mal wieder hier in der Zeche!

Maurice Schreiber, 29.03.2012

 

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