Bonnie Raitt

Dig In Deep

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.03.2016
Jahr: 2016
Stil: Rhythm & Blues

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Bonnie Raitt
Dig In Deep, Redwing Records, 2016
Bonnie RaittVocals, Guitar, Slide Guitar, Piano
George MarinelliGuitars, Backing Vocals
James 'Hutch' HutchinsonBass
Ricky FataarDrums, Percussion
Jon ClearyKeyboards, Piano, Vocals
Mike FinniganHammond Organ, Clavinet
Arnold McCuller, Maia SharpBacking Vocals
Joe HenryAcoustic Guitar
Bill FrisellElectric Guitar
Greg LeiszAcoustic Guitar
Patrick WarrenKeyboards
David PiltchUpright Bass
Jay BelleroseDrums
Produziert von: Bonnie Raitt Länge: 52 Min 31 Sek Medium: CD
01. Unintended Consequence Of Love07. Undone
02. Need You Tonight08. If You Need Somebody
03. I Knew09. Gypsy In Me
04. All Alone With Something To Say10. The Comin' Round Is Going Through
05. What You're Doin' To Me11. You've Changed My Mind
06. Shakin' Shakin' Shakes12. The Ones We Couldn't Be

Die 66-jährige Kalifornierin Bonnie Raitt mag zwar biologisch betrachtet schon im Herbst ihres Lebens stehen, doch rein musikalisch erlebt sie derzeit offenbar ihren dritten Frühling. Schon ihr Grammy-prämiertes 2012er Album "Slipstream" hinterließ einen wundervollen, frischen und vitalen Eindruck. Nach einer schwierigen Phase, die mit Trauerarbeit über die Verluste ihrer Eltern und ihres Bruders einherging, fühlte sich die rothaarige Grande Dame dankenswerterweise wieder stark und inspiriert genug, die Straßen und Bühnen der Welt zu beackern.

"Slipstream" als erstes, wegweisendes Kapitel ihres hoffentlich weiterhin so lebhaften Alterswerks, illustrierte Raitts erfreuliche Rückkehr zu alter Stärke. Ihr neues, sage und schreibe 20. Album "Dig In Deep" zeigt, dass der Feuerkopf in Sachen Qualität und Niveau nicht locker lässt und weiterhin auf die beneidenswert versierte Kraft ihrer eingespielten Tour-Band vertraut.

Auf "Dig In Deep" schwingt sich Bonnie gemeinsam mit ihrer reifen Herren-Clique zu einer unschlagbaren Macht empor. Eine Kraft, die ihren tighten Groove, ihre unprätentiöse Musikalität wie selbstverständlich vor sich her trägt und den Hörer von Jon Clearys erstem Wurlitzer-Piano-Akkord an packt und fesselt. Die sensiblen instrumentalen Qualitäten solcher Cracks wie George Marinelli (Guitar), Ricky Fataar (Drums), Hutch Hutchinson (Bass) und Mike Finnigan (Hammond Organ) muss man hier nicht gesondert erwähnen, die sind dem Kenner hinreichend bekannt. Doch die Art und Weise wie diese ungemein homogene Band die neuen Songs, seien es nun Covernummern oder Selbstkomponiertes, umsetzt und interpretiert, verleitet zu ehrlichem Staunen.

Raitts laszive Neudeutung des Achtziger Jahre INXS Hits Need You Tonight würde dem verstorbenen Macho-Sänger Michael Hutchence sicher gut gefallen. Die kraftstrotzende Version des LOS LOBOS Krachers Shakin' Shakin' Shakes zündet und dampft an allen Ecken und Kanten. Bonnies wilde Slide-Guitar klingt als habe sie sie auf dem Rücken eines wilden Hengstes eingespielt. Gitarrenpartner Marinelli steht kaugummikauend daneben und haut Keith Richards Riffs aus dem Handgelenk. Kickin' ass.

Kalifornische Lässigkeiten wie das unverschämt groovende und gemeinsam mit George Marinelli verfasste If You Need Somebody beweisen erneut auch ihre gesangliche und kompositorische Kraft (man höre die pfiffige Bridge des Songs).
Das aus einer 2010 mit Joe Henry initiierten Session übrig gebliebene Juwel You've Changed My Mind rührt in seiner augenöffnenden Klarheit fast zu Tränen und Bonnies melancholische Abrechnung mit ihrem Lover (The Ones We Couldn't Be) zeigt eine reife Frau in emotionalem Ausnahmezustand. Bewegend.

Nach dem wirklich guten "Slipstream" legt Bonnie Raitt also mit dem aktuellen "Dig In Deep" erneut einen stilistisch runden, niveauvollen Kracher vor, der alles bietet was das traditionell pulsierende Rhythm & Blues Herz begehrt. Da werden Frühlingsgefühle wach.

Frank Ipach, 14.03.2016

 

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