Boss Kean's Ditch

A Mountain To Climb

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.12.2009
Jahr: 2009
Stil: Southern Rock

Links:

Boss Kean's Ditch Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


Boss Kean's Ditch
A Mountain To Climb, Eigenproduktion, 2009
Doug GibsonVocals, Electric & Acoustic Guitars
Ryan NuttleGuitar, Backing Vocals
Robbie "The Kid"Guitar, Backing Vox
Tom SchoppeBass, Backing Vocals
Shane KellisDrums
Guests:
Jimmy ColeGuitar
C.B. SmithGuitar
Produziert von: C.B. Smith & Terry Smith Länge: 40 Min 15 Sek Medium: CD
01. Diggin' The Ditch06. She's Like The Sun
02. Workin' Man's Pride07. Doin The Best I Can
03. Never See My Face Again08. Things I Can't Be
04. Home09. Is Your Heart Still Mine
05. A Mountain To Climb

Dass der Schreiber zu rostigen Gleisen, ächzenden Eisenrädern, öligen Radlagern, brummend voll beladenen Bulkhead Flats und Boxcars, sirrenden Telegraphenleitungen und am Zahn der Zeit nagenden Freight Yards eine besondere Beziehung pflegt ist ja nix Neues. Auch nicht, dass er dem Süden der USA mehr als nur ein Bisschen zugetan ist. In Symbiose mit einem heißen Sommertag, einem eiskalten Bier in Jimmy's Tavern, der einfachen Kneipe gleich neben dem Güterbahnhof, deren rumpelnder Jukebox und einer Lage Southern Rock kennt des Rezensenten rückwärts gewandte Glückseligkeit keine Grenzen mehr. Nur ein Innersleeve ist der Auslöser dieser Gedanken, aber die Leser, die sich mit diesen Zeilen angesprochen fühlen, können sich durchaus vorstellen, wie hoch das Herz hüpfen mag, wenn aus eben jener Jukebox hinter dem Freight Yard, eine Band aufspielte, die diesem ganzen Ambiente eine vierte Dimension einzuhauchen vermag. Musik, gemacht für rostige Gleise, volle Bulkheads, ölige Lager und schummrig-kleine Kneipen.
Dargeboten, als absolute Krönung, von einer bis dato völlig unbekannten Band aus Richmond/Virginia. Einer Stadt, die mehr als alle anderen die Geschichte Dixielands, nein, der gesamten USA, prägte. Einstmals die strahlend schöne Hauptstadt der CSA, geprägt von Vernichtung und Wiederaufbau, von Schwerindustrie und Tabakproduktion, dem unendlichen Fleiß ihrer Bewohner und zuletzt auch Stadt eines der größten Literaten aller Zeiten; des zu seiner Zeit so glücklosen Edgar Allan Poe.

Wie damals an jenem Gartenschuppen in Jacksonville's Westside...

BOSS KEAN'S DITCH nennt sich der Fünfer aus Richmond und er legt, direkt hinter dem Freight Yard und mit der gehaltvollen Unterstützung dreier Axe Men, in Diggin' The Ditch gleich mal einen fantastischen Opener vor. Beschwingt Country-like, aber auch richtig schwer rockend. Hut ab Leute, dass is' schon mal eine prächtige Nummer! Und als hätten sie's gehört, bollern und grooven die Jungens übergangslos so ein ewig gestriges, umso herrlicheres Workin' Man's Pride hinterher. Ein Einstand nach Maß, denn das ist Southern Rock par Exellance und nur deshalb zu toppen, weil die Band diesen prächtigen Song am Ende regelrecht abwürgt! Kerle, Kerle, so was dürft ihr nich' machen, dass verhagelt die ganze Stimmung die der Song aufbaut; und die ist ja nun wirklich mehr als gut...!
Doch sogleich ist die Vergebung der Sünden angesagt, denn Never See My Face Again kracht und rumpelt gleich nochmal eine Spur besser durch die Boxen. Ein Song, wie gemacht für harte Männer mit schmutzigen Gesichtern und schwieligen Händen. Doch sind die Typen noch so hart und unbeugsam: Unter jeder rauen Schale gibt es einen weichen Kern.
Auch bei BOSS KEAN'S DITCH!
Diesen verortet man zunächst ein klein bisschen im Titeltrack A Mountain To Climb; noch mehr aber im sehr sentimental scheinenden She's Like The Sun. Beide Takes starten als kleine, kuschelige Wellness-Perlen, die den Ohren eine sich sanft wiegende Frühlingswiese vorgaukeln. Haben sich die Lauscher dann auf ruhige, gepflegte Mucke eingestellt, fackeln die Jungens um Doug Gibson einen zerebralen Flächenbrand ab; hauen geile Twinläufe oder vernichtende Riffs aus den Handgelenken, dass sich der Hörer erstmal schütteln muss, um sich dessen gewahr zu werden. Nochmal? Ja latürnich!
Ein weiterer, zunächst getragen-akustischer Track schmeichelt sich mit Doin The Best I Can in die Ohren. Nicht lange, denn auch hier fackeln BOSS KEAN'S DITCH ein wahres Feuerwerk ab. Die Nummer kommt daher wie ein 50 kg schwerer Sack an echtem Virginia-Kraftfutter; ist wirklich genial und einmal mehr wert den Süden, die Rebel Flag, Richmond und dessen gehaltvolle Tabakwaren, vor allem aber auch die dröhnenden Iron-Works und Rolling Mills hoch leben zu lassen. Gegensätzlicher wie hier kann Dixie gar nicht mehr sein und ich freu' mich jetzt schon auf die fuchtelnden Zeigefinger der deutschen "Bürgerrechtsbewegung", die ja so gerne Salz in die Wunden Dixielands streut und in jedem Redneck und Walzwerkarbeiter einen potentiellen Sklaventreiber erkennt, den es, treu-deutsch und mit dem alten Testament in der Hand, zu bekehren gilt!

Jessas, ich trau' mich ja kaum noch die neue SWAMPDAWAMP Scheibe zu besprechen. Die Swamper wühlen ja noch viel tiefer in diesen Rot-weiß-blauen-weiß-besternten-Andreaskreuz-Sümpfen... obgleich das andererseits wieder einmal all die Möchtegern-Ströbeles, die Roth'sche Heulsusen-Vereinigung und den bekannten Fingerwedler-Verein der Konkurrenz auf die Palme bringen wird! Nein Ralf, ich habe nicht "Jehova" gesagt... nur gedacht! ;-)

Kommen wir nochmal kurz zu "A Mountain To Climb" zurück, die herrlich rau, aber auch hoch melodiös und fantastisch arrangiert, mit den riffigen Takes Things I Can't Be und Is Your Heart Still Mine endet. Letzteres erinnert in der Tat so ein klein bisschen an frühe BAD COMPANY Zeiten und lässt, einmal mehr, die glorreichen 1970er Jahre hoch leben. Insgesamt erstaunlich, und auch hier wieder der Fall, wie viele deutschstämmige Musiker sich in den Reihen vieler Southern Bands finden. Ein Grund mehr sich aus unserer Sicht darüber zu freuen und besser als wieder einmal mit dem Stolz und Patriotismus des Südens ins Gericht zu gehen.

BOSS KEAN'S DITCH haben mit "A Mountain To Climb" eine wirklich astreine, rund weg zu empfehlende Southern Rock Scheibe hingelegt. Eine der Couleur, die aus dem urtümlichen, manchmal vielleicht ein bisschen festgefahrenen Hardrock des Bibelgürtels heraus sticht. Die mit vielen originellen Roots Rock und Country Anleihen punktet und somit durchaus auch Yankees und deutschen Bürgerrechtlern Spaß machen könnte.
Wer aber jede Nacht, wenn auch nur in Gedanken, unter Dixies stolzem Stainless Banner ruht, für den sind BOSS KEAN'S DITCH ein absolutes Pflichtprogramm! Könnt ihr blind kaufen, Folks!

So, die musste noch sein! Viel Spaß beim Hören... auch der CD! ;-)

Christian "Grisu" Gerecht, 26.12.2009

 

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