Bowes & Morley

Moving Swiftly Along

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.07.2002
Jahr: 2002

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Bowes & Morley Homepage



Redakteur(e):

Joachim Domrath


Bowes & Morley
Moving Swiftly Along, Eagle Records, 2002
Danny Bowes Lead & Background Vocals
Luke Morley Guitars, Keyboards, Backing Vocals
Dave (Muncher) Moore Keyboards
Chris Childs Bass
John Tonks Drums
Marlin Robertson Saxes
Ian Moffat Trombone
Ben Gant Trumpet
Linda & Dee Lewis, Ana & Tara McDonald Backing Vocals
Garfield Anthony Myers Sitar (Something About My Baby)
Peter Shoulder Solo-Guitar (Powertripping)
Produziert von: Luke Morley Länge: 55 Min 08 Sek Medium: CD
1. Freakshow8. Hesitate
2. Hypnotized9. Change
3. Something About My Baby10. The River Of Life
4. Powertripping11. Better Times
5. Don't Take Your Love Away12. Sick And Tired
6. Dancing The Night Away13. I'd Take The Stars Out Of The Sky
7. You're Drifting Away

Welcher Rockfan kennt sie nicht, die legendäre britische Heavy Rock Kapelle THUNDER, die uns in den letzten 14 Jahren einige sehr starke Alben beschert hat.
Nun, das Donnergrollen ist für's Erste beendet.

Shouter Danny Bowes und Gitarrist Luke Morley haben sich aber nicht lange auf ihren Lorbeeren ausgeruht und mit "Moving Swiftly Along" ein Gemeinschaftsprojekt veröffentlicht. Sie nennen sich jetzt schlicht und einfach BOWES & MORLEY.
Doch so unspektakulär der Bandname auch klingt, umso spektakulärer kann sich das Ergebnis hören lassen. Nun gut, die Stimme Bowes weckt so gleich Erinnerungen an THUNDER. Das aber nur manchmal.

Das Album startet absolut furios mit der Soulrock-Nummer Freakshow. Danny Bowes Stimme klingt gut wie noch nie. Luke Morley's Gitarrenphrasen sind vom Feinsten. Dazu gesellen sich rattenscharfe female backing vocals. Die beiden legen die Meßlatte gleich zu Beginn sehr hoch an.

Hypnotized startet mit Luke's akustischer Gitarre wie ein brasilianisches Traditional. Doch alsbald übernehmen knackige Bläsersätze und Danny Bowes das musikalische Kommando. Ein weiteres Rockjuwel mit kräftiger Soulnote.
Doch die beiden sollen sich noch steigern.
Powertripping bietet eine dynamische Bläserarchitektur wie sie BLOOD SWEAT AND TEARS zu ihren besten Zeiten im Repertoire hatten. Das ganze wird durch Luke Morley's bärenstarke Heavy Gitarre zum Überkochen gebracht. Eine weitere Entdeckung ist Chris Childs an der Bass Gitarre. Der Junge hat es echt in den Fingerspitzen.

Zum Verschnaufen bieten die beiden einige herrliche Midtempo-Balladen wie Don't Take Your Love Away, Something About My Baby und das überragend melodische You're Drifting Away.
Dancing The Night Away, ein weiteres Rock-Schmankerl, erinnert noch am ehesten an die alten THUNDER Zeiten. Starke Breaks und Gitarren satt sorgen für ungetrübten Rock-Hörgenuss.

Hesitate beginnt einschläfernd, entwickelt sich aber nach einer Minute zu einer Soulrock-Orgie der Güteklasse A. Was für Bläser und da ist er wieder, der tolle Damen Chor in den Backvocals. Meine Güte, der Song reißt mich förmlich vom Sofa.
Sick And Tired rockt kurz vor Schluß erneut auf der Überholspur. Neben dem schon erwähnten Dancing The Night Away, der einzige Song in bewährter THUNDER Machart. Saustarke Melodien und ein bombastischer Rhythmus-Teppich lassen die Verstärker-Endstufen heißlaufen.

"Moving Swiftly Along" ist vom Anfang bis zum Ende ein überragendes Rockalbum mit der richtigen Prise Soul. Selten habe ich in der letzten Zeit etwas abwechslungsreicheres gehört. Danny Bowes sang nie besser. Luke Morley's Gitarrenkünste sind excellent. Dazu gibt es reichlich starke Bläser und geniale Backvocals-Arrangements zu hören.
BOWES & MORLEY's neue CD ist für mich einer der absoluten Höhepunkte der diesjährigen Musiksaison. Freunde erstklassiger und vor allem ideenreicher Rockmusik kommen an diesem Album nicht vorbei.
Klang und Produktion sind sehr gut.

Joachim Domrath, 01.07.2002

Endlich ist es soweit: Die erste CD der beiden Ex-THUNDER Köpfe Bowes und Morley ist fertig! Dazu, ganz kurz, muss ich gestehen, für mich gehört(e) THUNDER zu einer der besten britischen Rock/Hardrock Kapellen der 90er Jahre und Sänger Danny Bowes zusammen mit Gitarrist Luke Morley waren ein Duo wie seinerzeit Paul Rodgers und Mick Ralphs (BAD COMPANY).
Bowes ist ja schon öfter mit Paul Rodgers verglichen worden und das nicht zu unrecht! Luke Morley kreierte einige der tollsten Riffs im Rockbusiness (remember Dirty Love, oder She's So Fine), nicht kompliziert, aber "straight between the eyes"!
Für "Neueinsteiger" sind die Doppel-CD "Thunder Live", sowie das gleichnamige VHS-Video empfehlenswert.

Wie auch immer, die Band hat sich schließlich doch aufgelöst und nach diversen Soloprojekten haben sich Bowes und Morley Ende letzten Jahres wieder zusammengeschlossen und die Erwartungen, der nach wie vor aktiven, THUNDER-Fangemeinde waren entsprechend euphorisch. Am Bass, übrigens, Ex-THUNDER Chris Childs.

Aber zu dieser CD: Die fängt, etwas überraschend, mit einem Piano-Intro an, aber Danny Bowes prägnante Stimme ist doch gleich da und bringt auch etwas Schwung in die Geschichte. Die Bridge trägt die schon bekannten THUNDER-Züge. Freakshow ist eigentlich ein guter Einstieg, lediglich Morley's gewohnte Power-Riffs fehlen etwas und der Song könnte insgesamt mehr Druck vertragen.

Also zum nächsten Song, Hypnotized: Was ist jetzt los? POWER OF TOWER, oder was??
Bläsergetriebener Funk kommt mir entgegen. Auch wenn die Gitarre gut zu hören ist, so doch nur als Funky-Rhythm-Instrument. Immerhin, im Fade-Out(!), noch ein Gitarrensolo.
Wegen mir hätt's den Song nicht gebraucht.

Langsam wird's gespenstisch. Auch Something About My Baby ist kein Rocker, sondern 'ne Ballade. Eine Sitar-Gitarre spielt die Melodie und alles kommt etwas lahm daher. Immerhin kann man sich, hier und da, an Bowes' Stimme etwas erfreuen. Hingegen die, überflüssigen, süßlichen, Background-Sängerinnen hätte man sich sparen können.
Tja, bei Powertripping wird auch wieder "gefunkt". Hatte eigentlich gehofft, dass der Titel hält was er verspricht. Ist in etwa so wie die Version von Play That Funky Music auf THUNDER's letzter Studio-CD. Im Original ist der Song von POWER STATION, der zeitweiligen Gruppe um Robert Palmer und Andy Taylor. Naja, Danny und Luke hatten schon mal ein besseres Händchen für Coverversionen (siehe Gimme Some Lovin' auf dem famosen THUNDER-Debut "Backstreet Symphony").

Mmh, Don't Take Your Love Away geht schon wieder so balladenhaft an. Erinnert mich irgendwie an Peter Maffay. Das ist jetzt nicht unbedingt abwertend gemeint, aber der schafft's ja auch nie so'n Rock'n'Roller zu werden wie er immer tut. (Werte ihn ruhig ab den kleinen Sangeszwerg! Die Red.)
Danny, ich glaub' euch fehlt etwas DIRTY LOVE!

So, und jetzt: Ja, wer hätt's gedacht, eine funkige Gitarre leitet Dancing The Night Away (nicht Dance The Night Away, der ist von VAN HALEN!) ein. Da haut zwar schon mal eine "Rock-Axt" dazwischen, aber so recht will der "Funk-Ast" nicht brechen. Im Zwischenspiel wird's gar mal jazzig. Irgendwie singt Danny auch mit angezogener Handbremse und die Drums klingen auch nix.
Ja, hab' ich's nicht schon mal erwähnt? Man produziert seine Scheiben nicht selbst!! Das kann nicht optimal werden. Das spart vielleicht Geld, aber das können nur die wenigsten und die "großen Rockklassiker" wurden auch von "großen Produzenten" mitgetragen, somit mitbestimmt.

Wären die Vorgaben besser, könnte ich mich mit Sicherheit an der Akustik-Mitsing-Ballade You're Drifting Away auch mehr erfreuen. Die ist nämlich gar nicht schlecht.
Jetzt sind wir schon in der zweiten Halbzeit und die spielen immer noch mehr zur Seite als nach vorne... DOCH DA, mitten in Hesitate kommt doch mal die Steilvorlage in den Strafraum, und wenn die Bläser-Verteidigung nicht gewesen wäre, hätt's vielleicht sogar zum Torerfolg gereicht (ich glaub' ich hab WM-Entzug...).

Oh, no! Bitte kein Dreadlock Holiday! Ah, Entwarnung, nur der Anfang klingt kurz danach. Change ist zwar wieder 'ne Ballade, jedoch, trotz der Streicher, durchaus ansprechend.
Jetzt "funkt's" mir aber bald! Schon wieder so 'ne bläserschwangere Hip-Funk-Chose. Das Gitarrensolo (viel zu kurz) in River Of Life lässt zwar aufmerken, aber ansonsten... Ich hatte da irgendwie, in seliger Erinnerung an River Of Pain, eine andere Erwartung dran geknüpft.
Better Times ist, zur Abwechslung eine..., na? Ballade, richtig! Leider zu Tralala-mäßig. Auch wenn da schöne Gitarren drin sind, tut sich doch ansonsten nicht viel.

Jetzt war ich eigentlich schon sick and tired, da weckt mich Sick And Tired doch nochmal auf!
Eine fetzige Akustische und eine crunchy E-Gitarre bringen nochmal Schwung in die Bude. Auch das Piano macht einen guten Job dabei. Plötzlich klappt's - Schlussoffensive. So macht man das! Ohne all den Background-Sängerinnen-, Streicher-, Bläser- und sonstigen Ballast. Warum nicht eher?

Bei I'd Take The Stars Out Of The Sky hätte wohl kaum einer was anderes als 'ne Ballade erwartet. Klingt so nach 70er Jahre Midtempo-Soul. Luke Morley streut zwar nochmal einige geschmackvolle Solos, aber dann klingt's langsam aus.
Unerwartet kommt Sekunden nach dem Schluss nochmal eine, leicht schräge, Frauenstimme und singt, in Zirkusmanier: "On with the show!". Dafür ist es jetzt natürlich zu spät. Die hätte früher losgehen müssen.

Ohne die "Eigentore" wär's ja vielleicht noch ein Unentschieden geworden, aber so ging das Spiel halt doch knapp verloren aus. Lediglich die Leistungen von früher könnten noch eine Verlängerung erzwingen.
Also, Danny und Luke, haltet euch an den CD-Titel und bewegt euch flott weiter, oder besser: zurück zu euren (Rock- und Blues-) Wurzeln.

Epi Schmidt, 09.07.2002

 

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