Brian Setzer

Nitro Burnin' Funny Daddy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.01.2004
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Brian Setzer
Nitro Burnin' Funny Daddy, Surfdog Records, 2003
Brian Setzer Vocals, Guitars
Johnny Hatton Bass
Bernie Dresel Drums
Produziert von: Dave Darling Länge: 44 Min 41 Sek Medium: CD
1. Sixty Years7. Drink Whiskey & Shut Up
2. Don't Trust A Woman (In A Black Cadillac)8. Smokin' 'N Burnin'
3. When The Bells Don't Chime9. Wild Wind
4. That Someone Just Ain't You10. St. Jude
5. Rat Pack Boogie11. To Be Loved
6. Ring, Ring, Ring12. When The Bells Don't Chime (Banjo Mix)

So 'ne Katze hat halt vorne weg mal neun Leben und einer Stray Cat wie Brian Setzer geht's da nicht anders. Jedes mal wenn man denkt: Von dem wird man nicht mehr viel hören, fährt er die Pranke mal kurz aus und zieht einem mal kurz 'ne Six-String-Narbe über das Gesicht...

Da raucht's überwiegend gewaltig auf seiner neuen Scheibe, die nicht selten an seine frühere "Haus- und Hofband" erinnert.

Sixty Years ist da schon das erste Beispiel. Noch nicht im Hochgeschwindigkeitstempo, aber die Finger laufen schon gut in diesem ZZ TOP-Boogie. Auffällig sind auf diesem Album die z.T. etwas "nachdenklicheren" Texte. So wurde der erste Song vom Tode Joey Ramone's inspiriert und Brian hat sich so seine Gedanken gemacht, das wir oft nicht viel mehr als "sixty years on the planet" haben.
Das Riff zu Don't Trust A Woman hab ich möglicherweise bei den frühen FLEETWOOD MAC schon mal gehört? Na, egal, es kommt gut, man spürt: Ein Trio ist doch die beste Umgebung für Herrn Setzer.
Angeblich hat er ja für dieses Album seine Fender Bassman-Amps eingemottet und auf "kleinere" Verstärker gesetzt um in geringerer Lautstärke aufzunehmen...
Also ich glaub nicht, dass es im Studio leise gewesen sein kann, so wie die Gitarren bei diesem Song lärmen!

Dann klingt's aber doch plötzlich anders... Kleines Banjo-Vorgeplänkel... und, ja hallo... da wird doch plötzlich ein Country-Bluegrass-Stomper im besten Jason Ringenberg-Stil runter gezupft - selbst der Gesang klingt nach Herrn Ringenberg. Die Gitarre ist natürlich wieder erste Sahne, ob Country oder Rock - Brian hat's drauf.
So eine Herz-Schmerz-Ballade wie That Someone Just Ain't You kommt mit einer etwas kratzigeren Stimme, wie sie Brian noch mehr hat, gleich noch besser und nimmt vieles von dem vorhandenen Schmalz weg.

Mit dem Rat Pack Boogie findet sich hier ein Instrumental, welches durchaus der Soundtrack für eine nächtliche Fahrt der Herren Sinatra, Martin, etc. durch Las Vegas sein könnte. Ohne Atempause treibt der Song, Echo-verziert, unruhig, mit verschiedensten Sounds das Rat Pack umher.
Mit Ring, Ring, Ring sind wir wieder in bestem Eddie Cochran-Style Fahrwasser. Das sind eigentlich einfach strukturierte Songs, aber Brian Setzer spielt so viel Licks und Läufe und Sounds, dass eine Chance auf Eintönigkeit nicht aufkommt. Auch seine beiden Mitstreiter tragen zum hohen musikalischen Level durchaus bei. Sollte jemand daran Zweifel haben, dem sei empfohlen Drink Whiskey & Shut Up! Ein weiteres Fest für alle Rock'n'Roll- und Rockabilly-Gitarristen - immer schüttelt Brian noch einen neuen Lick aus dem Ärmel.

Auch bei Smokin' 'N Burnin' bewegt sich die Band wieder im besten 50's-Style Rock der eben durch die STRAY CATS ein so tolles Revival erlebte.
Ein Abstecher in den Westen, mit großen Surf-Anleihen, wird bei Wild Wind gemacht, das auch als Western-Soundtrack gut zu gebrauchen wäre. Leider werden ja kaum noch welche gedreht...
Eine Ballade wie St. Jude hätte man wohl eher von Paul McCartney erwartet, aber hier offenbart Brian eine völlig unbekannte Seite von sich. Im Endeffekt inspiriert durch jenen 11.9. und die Flut von Ratschlägen die danach erteilt wurden: "we should beat people up, we shouldn't beat people up, we should do this, that, and the other thing... how about prayer? I believe in prayer" sagt Brian und so steht dieser Song plötzlich in einem ganz anderen Licht.

Noch was ungewohntes: To Be Loved ist ein purer "Street Corner Doo-Wop", nur mit Gitarre und Gesang kommen Erinnerungen an die großen Vocal-Gruppen der 60er wie die PLATTERS oder die FOUR TOPS auf. Oh yes, I'm the great pretender...
Song Nummer 12 ist dann der "Banjo-Mix" von When The Bells Don't Chime, wobei ich sagen muss, sooo viel anders klingt das dann auch nicht. Gut, das Banjo ist schon lauter, aber der Song klingt eigentlich genauso - will sagen: Absolut klasse!

Eine feines Album des immer noch streunenden Katers Brian Setzer. Allerdings werden wir zunächst wohl nicht viel live zu hören bekommen, denn, man höre und staune: Die STRAY CATS haben sich in Originalbesetzung wieder zusammen gefunden und für den Sommer 2004 sind einige Festivals und Konzerte geplant.
Hoffentlich ist auch Zeit für einen "Rumble in Germany"!

Epi Schmidt, 17.01.2004

 

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