Brian Setzer

Rockabilly Riot Vol. 1

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.09.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Brian Setzer
Rockabilly Riot Vol. 1, Surfdog Records, 2005
Brian Setzer Guitar and Vocals
Bernie Dresel Drums and Background Vocals
Mark Winchester Slap Bass and Background Vocals
Kevin McKendree Piano
Produziert von: Brian Setzer und Dave Darling Länge: 59 Min 55 Sek Medium: CD
1. Red Hot13. Tennessee Zip
2. Slow Down14. Mona Lisa
3. Real Wild Child15. Peroxide Blonde In A Hopped Up Model Ford
4. Rockhouse16. Get Rhythm
5. Put Your Cat Clothes On17. Stairway To Nowhere
6. Lonely Weekends18. Boppin' The Blues
7. Get It Off Your Mind19. Rakin' And Scrapin'
8. Just Because20. Sweet Woman
9. Glad All Over21. Flyin' Saucer Rock And Roll
10. Flatfoot Sam22. Lonely Wolf
11. Rock 'N Roll Ruby23. Red Cadillac And A Black Moustache
12. Blue Suede Shoes

Und weil die Katze das mausen nicht lässt, lässt auch ein Brian Setzer nicht vom Rockabilly. Da kann er swingen und orchestern wie er will, am Schluss muss er sich doch in sein Schicksal ergeben.
Das hat er auf seinem letzten Album "Nitro Burnin' Funny Daddy" und ebenso bei der Wiederaktivierung der STRAY CATS gezeigt und auf diesem Album hier geht's nicht viel anders zu. Nur etwas traditioneller.
Schließlich will Brian mit "Rockabilly Riot" an das berühmte 'Sun Records' Label erinnern, das so viele der großen Rock'n'Roll und Rockabilly Acts heraus brachte.
Dazu hat sich Brain Setzer eingehend mit der Materie befasst und von Mikros über Studio und Effekte (eine alte Wasserzisterne aus dem 19. Jahrhundert als Echo-Raum!) benutzt und herangeschafft was nötig war. Außerdem fiel ihm auf, dass in den frühen Rockabilly Songs sehr häufig akustische Gitarren und Piano verwendet wurden, also wurde auch das eingearbeitet.
Dass er das mit den Akustikgitarren erst jetzt merkt verwundert mich allerdings, denn u.a. bei Elvis' - und bei Johnny Cash sowieso - frühen Sun-Aufnahmen sind fast immer Akustische mit dabei.
Natürlich steht bei Brian Setzer die E-Gitarre im Vordergrund und das auch deutlicher als es bei Original-Aufnahmen meistens der Fall war und das ist auch gut so. Dazu kommt sein inzwischen rauerer, aber immer noch sehr guter, aggressiver Gesang und schon kommt - frei nach Erwin Pelzig: Frohsinn auf.

Are you ready, cats? Red Hot wurde zwar von Billy Lee Riley erstmals aufgenommen, klingt aber mit seinem rockenden Piano einem Jerry Lee Lewis nicht unähnlich. Slow Down ist dann schon bester Stray Cat - Stuff, wie man ihn auch von Elvis, in dessen Anfangstagen, öfter gehört hat. Da schein der 'Blue Moon' kräftig vom Nachthimmel auf die Hot Roder.
Richtiger 'Killer'-Drive entsteht natürlich bei dessen Real Wild Child und Kevin McKendree hämmert auch äußerst Lewis-like über die Tasten. Jeff Beck hat ja vor Jahren (1993) eine Tribute-Scheibe an Chris Gallup, den großartigen Leadgitarristen von Gene Vincent veröffentlicht, und das war ja auch nett und gut gemacht. Im Vergleich hierzu klingt sie allerdings doch recht brav.

Ja, Roy Orbison hat nicht nur Schmusesongs a la 'Only The Lonely' auf dem Gewissen, sondern durchaus auch fetzige Rockabilly-Titel wie Rockhouse, die einen prima in Fahrt bringen.
An Schlagzeug und am Slap Bass sorgen Bernie Dresel und Mark Winchester für originalgetreuen Rhythmus und somit für reichlich Action. Nicht umsonst hat sich Mr. Setzer der beiden schon auf seinen letzten beiden Solo-Alben bedient.
Mit zu den Kings dieser Musik gehört Carl Perkins und so darf ein Titel von ihm, hier Put Your Cat Clothes On, nicht fehlen. Wieder ein feines Pianosolo von Kevin McKendree lässt die Stimmung weiter steigen. Der Mann ist im "Hooked On Music" natürlich kein unbekannter, sitzt er doch bei Delbert McClinton permanent auf dem Klavierhocker und von Jimmy Thackery über Tinsley Ellis bis Mary McBride fühlen sich etliche Künstler von seiner Tastenarbeit bestens begleitet.
Weil's so schön war, wird mit Glad All Over bald noch ein zweiter Perkins-Songs nachgeschoben und mit Blues Suede Shoes und Boppin' The Blues noch zwei weitere. Alle in dessen typischen Stil der Carl als einen der führenden Köpfe des Rockabilly ausweist.

Eine kleine Reise durch die damalige Zeit macht man mit dieser CD auch, da zu jedem Song der Originalinterpret genannt ist. Charlie Rich kennen wohl nicht mehr allzu viele, das hier Elvis Presley's alte Vocal-Group, die Jordanaires (wusste gar nicht dass es die noch gibt!) die Background-Vocals zu Charlie's Lonely Weekend beisteuern ist so erfreulich wie hervorragend gemacht.
Selbstverständlich ist auch der 'King' vertreten und zwar mit dem eher weniger bekannten Just Because. Den Scotty Moore Stil hat Brian längst verinnerlicht und wie gehabt steht die Gitarre weit vorne, sodass auch die Brian's eigene 'Zutaten' nicht ungehört verklingen.

Wenn man die Version der 'Blues Band' von Flatfoot Sam kennt, kann dagegen so leicht nichts anstinken und so kommt einem auch die hier etwas hüftlahm vor. Naja, wie gehabt klang es bei der Vorlage von Tommy Blake wohl ähnlich.
Rock 'N Roll Ruby wurde zwar von Warren Smith eingespielt, aber geschrieben hat es John R. Cash - besser als Johnny Cash bekannt - und klingen tut es wie bester Midtempo-Rockabilly.
Etwas aus dem Rahmen fällt Carl Mann's Mona Lisa, welches eher nach Riviera und südländischem Flair a la 'Buona sera, signorina' klingt. Bei der Gelegenheit: Die beste Version von 'Guten Abend, schöne Dame, guten Abend' stammt wohl von Herbert Knebel und seinem 'Affentheater' - geil gerockt und köstlich umgetextet!

Auch Johnny Cash hat bei Sun Records seine Karriere gestartet und sein Get Rhythm gehört damals wie hier zu den herausragenden Titel. Auch wenn andere Titel mehr rocken.
Zwar lässt Brian Setzer wo es geht seine eigenen Licks und Ideen einfließen, aber es wird auch deutlich, woher das alles hat und wie sehr die Stray Cats sich bei den Originalen bedient haben. Was bei den 'streunenden Katzen' dann als 'Sexy & 17' verkauft wurde, hieß früher Flying Saucer Rock And Roll. Viel Mühe das zu verschleiern gab man sich nicht.
Lonely Wolf hätte auch gut zu Johnny Cash gepasst, mit seinem rollenden Railroad-Rhythmus und starken Country-Einflüssen und bei dem Titel sowieso. Der passt aber auch irgendwie auf Brian Setzer, der dieser Musik verfallen ist und bei den Aufnahmen offenbar so viel Spaß hatte, dass er bereits ein Vol. 2 in Angriff nehmen will.

Ich hab mir unlängst eine CD mit alten 'Sun'-Aufnahmen von Jerry Lee Lewis gekauft und obwohl ich ein Killer-Fan bin, gefällt mir Brians Tribut weit besser so freue ich mich auf eine Fortsetzung dieser Geschichtsstunde. Bis dahin wird ordentlich gerockt, gehoppt und geboppt und....
Los, Boys: "Put your cat clothes ons!"

Epi Schmidt, 17.09.2005

 

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