Broilers

Noir

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.02.2014
Jahr: 2014
Stil: Punk Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Broilers
Noir, People Like You Records, 2014
Sammy AmaraGesang & Gitarre
Ronald "Ron" HübnerGitarre
Ines MaybaumBass
Andreas "Andi" BrüggeSchlagzeug
Christian "Chris" KubczakKeyboards, Orgel & Piano
Produziert von: Vincent Sorg Länge: 52 Min 01 Sek Medium: CD
01. Ist Da Jemand?09. Nanana (Ich Krieg' Das Hin)
02. Zurück In Schwarz10. Ich Will Hier Nicht Sein
03. Wo Es Hingeht11. Die Letzten (An Der Bar)
04. Nur Nach Vorne12. Grau, Grau, Grau
05. Ich Hol' Dich Da Raus13. Der Rest Und Ich
06. Die Hoffnung Stirbt Nie14. Irgendwo Dazwischen
07. Wo Bist Du (Du Fehlst)?15. Das Da Oben (Nur In Dir)
08. Ich Brenn'16. Gutes Leben

Kaum eine andere deutsche Band dürfte in den letzten Jahren solch einen Karriere-Sprung hingelegt haben wie die BROILERS aus Düsseldorf. Grund dafür war das Album “Santa Muerte“ und insbesondere auch ein Song wie Harter Weg (Go!), der die Band einem breiteren Publikum bekannt machte. Gegründet vor mittlerweile 22 Jahren spielen die BROILERS immer noch eine Mischung aus Oi-Punk, Ska und leichten Rockabilly-Einflüssen. Das aktuelle Werk “Noir“ ist dabei das mittlerweile sechste Studio-Album der Gruppe. So weit die nüchternen Fakten.

Auf “Noir“ bleiben die BROILERS dem Erfolgs-Weg von “Santa Muerte“ treu. Das bedeutet weniger ursprüngliche Punk-Energie und mehr eingängige aber immer noch Gitarren-orientierte Rock-Musik. Das werden einige Anhänger der ersten Stunde sicherlich nicht goutieren. Aber der Band daraus einen moralischen Strick nach dem Motto „Verrat an den Idealen“ drehen zu wollen, ist aus meiner Sicht viel zu engstirnig. Es geht um Musik und Kreativität und nicht um Politik oder Menschenrechte. Und Künstler müssen das Recht darauf haben, sich weiterentwickeln zu dürfen und sich nicht dem Diktat der Fans unterwerfen zu müssen. Das würde sonst das Ende der Kreativität bedeuten.

Klangtechnisch werden sicherlich wieder Vergleiche zu den TOTEN HOSEN gezogen werden. Und diese sind definitiv nicht von der Hand zu weisen. Das liegt natürlich auch daran, dass das Album von Vincent Sorg produziert wurde, der auch schon jüngste HOSEN-Opus “Ballast Der Republik“ klangtechnisch bearbeitete. Die Grandseigneurs des deutschen Punk-Rock haben definitiv ihre Spuren hinterlassen und mancher Song könnte so auch von Campino & Co. stammen, so zum Beispiel Nur Nach Vorne Gehen. Ist das schlimm? Das muss jeder Hörer für sich entscheiden. Wer auch die HOSEN mag, der wird die Frage sicher verneinen. Außerdem gibt es auf “Noir“ trotzdem noch genügend eigenständige Lieder, die so nur von den BROILERS stammen können.

Auffällig ist aber die Tendenz zum Midtempo auf dieser Scheibe, die ab der Mitte etwa einsetzt. Eine wirklich klasse Abgeh-Nummer vermisst man hinten raus doch sehr. Die besten dieser Songs sind am Anfang platziert. Das macht sich nicht so sehr beim ersten Hören bemerkbar, sondern vielmehr wenn man die Scheibe einige Male durchlaufen lässt. Ein wenig mehr Abwechslungsreichtum wäre da sicherlich wünschenswert, alleine um die Dynamik der CD etwas aufzubrechen, die ansonsten doch etwas zu sehr in Monotonie abdriftet. So etwas wie Ist Da Jemand? oder Zurück In Schwarz.

“Noir“ ist ein gutes Werk geworden, aber es versprüht ein wenig das Gefühl eines „Nummer-Sicher“-Albums. Es ist alles da, was die Band schon auf “Santa Muerte“ richtig gemacht hatte. Wirkliche Überraschungen sucht man aber vergeblich. Das ist nicht unbedingt schlimm, schließlich machen es AC/DC und MOTÖRHEAD schon seit Jahrzehnten genauso. Aber in dieser Position sind die BROILERS noch nicht. Da darf man schon noch mal ein wenig experimentieren und auch mal anecken – auch bei den eigenen Fans.

Marc Langels, 07.02.2014

 

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