Bruce Hornsby

Absolute Zero


CD-Review

Reviewdatum: 20.04.2019
Jahr: 2019
Stil: Singer-Songwriter, Jazz
Spiellänge: 40:22
Produzent: Bruce Hornsby, Justin Vernon, Brad Cook, Tony Berg

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Plattenfirma: Thirty Tigers

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Frank Ipach


s. weitere Künstler zum Review:

Peter Gabriel

Prince

Titel
01. Absolute Zero
02. Fractals
03. Cast-Off
04. Meds
05. Never In This House
 
06. Voyager One
07. Echolation
08. The Blinding Light Of Dreams
09. White Noise
10. Take You There (Misty)
Musiker Instrument
Bruce Hornsby Piano, Vocals
Blake Mills Guitar
Justin Vernon Guitar, Keyboards, Bass
yMusic Viola, Violin, Cello, Clarinet, Trumpet, Flute

Der heutige Bruce Hornsby hat mit dem einstigen Songkünstler aus den späten Achtziger Jahren nicht mehr allzu viel gemein. Natürlich erkennt man Hornsbys Stimme, sein flüssig perlendes Klavierspiel bleibt uns, wenn auch unter anderen Vorzeichen, weiterhin erhalten. Doch Hornsbys musikalische Ausrichtung und sein aus künstlerischer Sicht als wertvoll zu betrachtender Experimentierdrang sind von seinen damals so wohltuend erfrischenden Achtziger Jahre Erfolgsalben "The Way It Is" und "Scenes From The Southside" meilenweit entfernt. Fans aus alten Tagen dürften wohl die Stirn runzeln. Musikliebhaber, die Hornsbys Country, Jazz und Jam-Rock gepflasterten Weg über die Jahrzehnte verfolgt haben, werden sich allerdings nicht großartig wundern.

Auf seinem neuen Elaborat "Absolute Zero" - dem ersten Studioalbum seit zehn Jahren ("Levitate") - widmet sich der Grammy gekürte Mittsechziger einer nicht allzu leicht zugänglichen Mischung aus Jazz, Funk und Indie-Singer-Songwriter Einflüssen, die er, zugegebenermaßen, in Maßen quirlig und spannend in Szene setzt. Unterstützt wird der Pianist aus Virginia von Musikern wie Blake Mills, Jack DeJohnette, Sean Carey und dem abenteuerlustigen New Yorker Kammerensemble yMusic.

Dem musikalisch aufgeschlossenen Hörer mag die manchmal etwas krude Mixtur aus - O-Ton Hornsby: Steve Reich meets Prince - womöglich gefallen. Doch bis auf vier oder fünf Nummern, die tatsächlich Herz und Seele treffen, geraten viele seiner Songs arg kopflastig, sperrig und zu anstrengend.

Einem supergeilen funky Song wie Fractals steht beispielsweise ein widerborstiges und düsteres Lied wie The Blinding Light Of Dreams gegenüber. Die wunderschöne Ballade Cast-Off, die auch von Peter Gabriel stammen könnte, konkurriert mit dem merkwürdig kantigen von Streichern gekränzten White Noise. Wer etwas fürs Herz sucht, wird am ehesten noch bei dem zart orchestrierten Never In This House fündig.

Bruce Hornsbys "Absolute Zero" lässt sich in der Tat kaum klassifizieren, klingt so interessant wie eigenwillig. Das spricht letztendlich für Hornsbys musikalische Vision und unterstreicht seine künstlerischen Ambitionen und seinen Drang sich nicht mit Vergangenem aufzuhalten. "Absolute Zero" will intensiv gehört werden. Ein Album für den langen Atem.

 

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