Brunhilde

Choir Boy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.07.2020
Jahr: 2020
Stil: Punk, Metal
Spiellänge: 14:28
Produzent: Charlie Bauerfeind

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Plattenfirma: SAOL


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Blind Guardian

Helloween

Titel
01. Choir Boy
02. When You Were Born (I Was Already Dead)
 
03. It's All Lies
04. Golddigger (New Version)
Musiker Instrument
Carolin Loy All Vocals
Kurt Bauereiss All Guitars
Oli Holzwarth Bass Guitar
Bastian Emig Drums

Kann man sich einen blöderen Namen ausdenken, als BRUNHILDE? Ja, kann man. Zum Beispiel..., äh,... ähm..., naja, jedenfalls, die sich unter diesem Bandnamen versammelnden drei Herren plus Dame (nein, nicht Brunhild) kommen mehr oder weniger aus dem mittelfränkischen Fürth, was bekanntlich in Bayern liegt, wo man der Monarchie ja immer noch sehr zugetan ist (weit lieber als Kanzlerkandidat, wäre Söder gern König von Bayern!) und Brunhilde war bekanntlich die Gattin von König Gunther aus der Nibelungensage. Viel hatte der nicht drauf, aber Brunhilde war da schon ein anderes Kaliber und hat ja auch nicht unwesentlich zum Tode Siegfrieds beigetragen.

So weit zur Geschichte und vielleicht haben die Mittelfranken ja auch gar nix mit Nibelungen und Monarchen am Hut. Ein Kaliber sind sie dennoch und um sie im Zaum zu halten, braucht man schon einen Produzenten vom Schlage eines  Charlie Bauerfeind. Der ist uns von BLIND GUARDIAN ebenso vertraut, wie von HELLOWEEN, womit schon klar ist, in welche Richtung das hier geht.

Ja, es sind harte Zeiten und das verlangt nach harter Musik. Und die lieferen BRUNHILDE mit dieser 4-Track CD, die ihr Debüt darstellt. Natürlich sind die Vier keine Chorknaben (auch keine -mädchen) und das machen sie im Text zum Titelsong ebenso deutlich, wie mit den um einen Ganzton tiefer gestimmten Äxten, die richtig Arschtreten! Hintenraus dehnt sich#s etwas, aber davor geht’s richtig geil ab. Sängerin Carolin Loy rappt sich mit einer rotzfrechen Attitüde durch die Lyrics und bringt die nötige Aggressivität für diese von Punk und Metal inspirierte Nummer mit. Prädestiniert für gehörige Halsmuskelschmerzen am Folgetag.

When You Were Born (I Was Already Dead) lockt im Intro auf einen balladesken Pfad, aber das ändert sich ganz schnell und man schaltet per Kickdown vier Gänge hoch und punkrockt das Teil in den High-Energy-Bereich. Macht richtig Spaß!

Braucht's dann doch ein Verschnaufferle? Mit der bittersüßen Piano-Ballade (nur gegen Schluss gesellen sich paar Streicher dazu) It's All Lies beweist Carolin Loy, dass sie sie auch in ruhigerem Fahrwasser überzeugen kann. Melancholiker und Nick Cave-Fans dürften hier wegschmelzen.

Auf dem für Frühjahr 2021 angekündigten Longplayer wird Golddigger nicht zu finden sein, also lohnt sich die Vorab-EP auch deswegen und auch deswegen. Der Song knüppelt wieder sehr heavy und steigt gar auf's tiefe “C“ runter. Schlägt einem also direkt in die Magengrube, was einem die nötige Spreizschritthaltung vereinfacht. Irgendwie muss ich da sogar entfernt an IRON MAIDEN denken.

Wenn die Band diese Form auf ihrem Debütalbum bestätigen kann – woran ich wenig Zweifel hege – und auch live überzeugen kann, ist ein Aufstieg in die 1. Liga für BRUNHILDE deutlich wahrscheinlicher, als der vom Greuther Fürth. Bis dahin hab ich mich auch an den Namen gewöhnt.

 

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