Buddy Whittington

Six String Svengali

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.12.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Buddy Whittington
Six String Svengali, Manhaton Records, 2011
Buddy WhittingtonGuitars, Vocals
Wayne SixBass
Mike GageDrums
Produziert von: Mike Gage Länge: 39 Min 20 Sek Medium: CD
01. Back When The Beano Was Boss07. Six String Romance
02. Deadwood And Wire08. Texas Trios
03. My World Revolves Around You09. The Put On Song
04. Ain't Got The Scratch10. For Crystal Beach
05. I had To Go See Alice11. While We're Here
06. Fender Champ

Na, das ist doch mal eine erfreuliche Blues-Rock Scheibe. Neulich schimpfte ich noch auf die stumpfe Zergelei des Kollegen Bryce Janey, da kommt der füllige Texaner Buddy Whittington, den die meisten noch aus seiner Zeit mit John Mayalls Bluesbreakers kennen, mit einem wunderbaren Album daher, das neben abwechslungsreichen Blues-Varianten, geschmackvollen Rhythmus- und Solo-Gitarren, seelenvollem Gesang auch noch gehaltvolle, teils nachdenkliche, teils amüsante, teils autobiografisch anmutende Texte vorhält, die ein näheres Hinhören quasi erzwingen.
Die historische Aufarbeitung der Britischen Blues-Invasion Mitte der Sechziger Jahre in Back when Beano was boss macht jedoch nicht nur wegen seines launigen Textes Spaß, sondern weil der komplette Track sich als groovendes, riffbetontes, ZZ Top orientiertes Blues-Rock Monument samt wechselseitiger Sologitarren-Duelle in die Herzen des Hörers schleicht (Overdubbing sei Dank). Für mich der Song des Monats.

Apropos Overdubs: Natürlich nutzt Whittington die moderne Studiovielfalt, um sich selbst noch die eine oder andere zusätzliche Gitarre und ein paar Backing Vocals zu spendieren. Doch im Grunde genommen steht "Six String Svengali" sehr pur und rein im Raum, verzichtet auf Protzertum und aufgesetzte Zurschaustellung, sondern vertraut auf den Song und die unterschiedlichen Facetten eines echten Blues-Fahrensmannes, der offenbar weiß, wie man eine Komposition mit dem nötigen Groove, Swing und Punch ausstattet. Whittington zählt inzwischen auch schon 56 Lenze, hat seine Reifeprüfung durch die fünfzehn JOHN MAYALL & THE BLUESBREAKERS Jahre locker bestanden und macht mit seinem zweiten Opus (nach seinem 2007er Debut-Album) klar, dass mit ihm auch im Zukunft zu rechnen sein wird. Eintagsfliegen hören sich anders an.

Die gebotene Vielfalt, sowohl textlich als auch musikalisch, steht für Whittingtons gehobenen Standard. Egal ob er nun stampfenden Blues-Rock à la ZZ Top (Ain't got the scratch), federnden SRV orienierten Texas-Blues mit 'funky attitude' (Deadwood and wire) oder eine Vince Gill/Albert Lee inspirierte Rockabilly meets Country Stampede vom Zaun reisst (I had to go see Alice) oder sich in Fender Champ sogar Anleihen bei Warren Haynes und Gov't Mule herausnimmt, Buddy Whittington tut alles mit der nötigen Reife und einem auf gut vierzig Jahre Erfahrung basierendem musikalischen Unterbau. Glücklicherweise führte ihn seine ältere Schwester als Jungspund schon in die Welt des Blues-Rock ein, damals als Peter Green und Eric Clapton noch Boss waren und besungene Texas Trios ihre Saat säten. Buddy Whittington hat seine Lektionen hörbar verinnerlicht.

Frank Ipach, 19.12.2011

 

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