Cain

Cain


CD-Review

Reviewdatum: 09.09.2019
Jahr: 2019
Stil: Doom
Spiellänge: 73:56
Produzent: Cain

Links:

Plattenfirma: Rise Above Records

Promotion: Gordeon Music


Redakteur(e):

Marc Langels

Titel
01. Oberon/Desolate One
02. Screams Of The Reaper
03. Crucify
04. Into This Skull
 
05. Masters Of Death
06. Bleeding
07. Ultimate Elevation
08. Lone Wolf
Musiker Instrument
John Doom Gesang, Gitarre, Keyboards & Effekte
S. O'Connor Gitarre & Effekte
P. J. Nash Bass & Effekte
C. Meldrum Schlagzeug, Percussion & Effekte

Der Anfang der 1990er Jahre war keine besonders gute Zeit für junge Metal-Bands, wenn es darum ging große Popularität oder aber einen dicken Plattenvertrag zu ergattern, mit dem man dann hätte eine Karriere aufbauen können. Aber zu dieser Zeit betraten vier junge Musiker aus Birmingham unter dem Namen CAIN die Szene und statt des Crust, den sie in leicht veränderter Besetzung unter dem Namen DOOM gespielt hatten, spielten sie nun Doom Metal, der sich an legendären Bands wie CANDLEMASS, PENTAGRAM, ST. VITUS oder TROUBLE orientierte. Nun legt das Label Rise Above Records das einzige Album aus dem Jahr 1992 vor.

(Foto: zur Verfügung gestellt von Rise Above Records)

Darauf bietet das Quartett einen zumeist sehr langsam gespielten Doom Metal, den sie mit Elementen aus dem Bereich Hörspiel oder Psychedelic anreichert und damit einen (zumindest mal damals) sehr eigenen Sound erzeugte. Inzwischen gibt es ja (gerade aus Italien) ein paar mehr bands, die gerne Versatzstücke aus Horror-Filmen in ihren Sound mischen. Aber damals waren Songs wie Masters Of Death das abschließende Lone Wolf noch eine echte Rarität.

Aber der entscheidende Faktor sind ja die Songs, von denen CAIN hier sieben richtig langen Riemen am Start hatten. Dabei fällt auf, dass die neue Plattenfirma zum Glück nicht nur das Cover sondern auch die Tracklist gegenüber dem Original verändert hat (aber so wie sie jetzt vorliegt war sie offenbar auch damals schon gewollt). Und der Einstieg mit dem längsten Song, Oberon/Desolate On, ist ziemlich gelungen. Die Nummer saugt den Hörer – wie weiland Black Sabbath auf dem Debüt-Album “Black Sabbath“ von BLACK SABBATH  - förmlich in die Scheibe hinein und hat so viele Wendungen zu bieten. Dieses Niveau erreichen CAIN auf den übrigen langen Songs wie Bleeding nicht mehr, können aber bei den etwas kürzeren Nummern wie Screams Of The Reaper, Crucify, Into This Skull oder Ultimate Elevation können überzeugen.

Nur ein Jahr nachdem das Album erschien, waren CAIN 1993 auch schon wieder Geschichte. Aber die Scheibe blieb für Freunde des ursprünglichen Doom ein Geheimtipp, der entsprechend rar war und damit auch wertvoll wurde. Nun liegt “Cain“ also wieder vor und das zum offenbar ersten Mal auch auf Vinyl. Damit wird der gute Ruf, den die Band auch nach fast 30 Jahren in der Szene immer noch genießt, auch für heutige Generationen von Fans erfahrbar und nachvollziehbar. CAIN haben in ihrer Band-Geschichte zwar nur ein gemeinsames Album geschaffen, aber das hat es in sich und fasziniert heute noch genau so wie damals.

 

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