Candye Kane

Diva La Grande

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.09.2005
Jahr: 2005

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Candye Kane Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Candye Kane
Diva La Grande, Ruf Records, 2005 / Antone's Records, 1997
Candye Kane Vocals
Derek O'Brien Guitar
Sue "Beehive" Palmer Piano
B.E. "Frosty" Smith Drums
Steve Wilcox Guitar
Greg "Grizzly" Willis Bass
B.E. "Frosty" Smith Drums
Steve Geller Drums
Riley Osbourn Organ
Marc Kazanoff Saxophone
Erik Kokkanen Violin
Dave Alvin Guitar (The Lord Was A Woman)
Ted Roddy Harmonica (Gifted In The Ways Of Love)
Produziert von: Dave Alvin, Derek O'Brien und Candye Kane Länge: 53 Min 13 Sek Medium: CD
1. You Need A Great Big Woman 8. These Boots Are Made For Walkin'
2. Love 'Em & Forgive 'Em 9. Gifted In The Ways Of Love
3. Freak Lover 10. I'm In Love With A Girl
4. I Got A Feelin'11. Homewrecker
5. I Left My Heart In Texas 12. Beehive (Instrumental)
6. The Lord Was A Woman 13. All You Can Eat (And You Can Eat It All Night Long)
7. It Should Be Rainin'14. That Ain't It

Die Candye Kane hat nicht nur einen großen Körper, sie hat auch ein großes Herz und in diesem Herzen ist für vieles Platz. Sowohl für diverse Randgruppen der Gesellschaft - schließlich hat sie für ihre Musik-Karriere auch den Umweg über, für manche anrüchige, Beschäftigungen wie Striptease-Tänzerin und Porno-Darstellerin genommen - wie für gleichgeschlechtlich Liebende (wozu sie ja auch gehört) als auch für verschiedene musikalische Richtungen. Sofern sie denn einen Bezug zum Blues aufweisen können.
Ihre beachtlichen Entertainerfähigkeiten auf der Bühne, hat sie dieses Jahr erst wieder auf der 'Ruf Blues Caravan'-Tour bestätigt, die sie unnachahmlich dominierte.
Aber nicht nur im Konzert ist diese Frau eine wundervolle Diva, sondern auch auf ihren Alben und so ist es ein feiner Zug von Ruf Records, dass nach der im Frühjahr veröffentlichten neuen CD "White Trash Girl" nun eines ihrer früheren Alben neu rauskommt. "Diva La Grande" erschien im Original 1997 bei Antone's Records und gehört wohl mit zu Candye's besten Alben.

Nicht umsonst gehört das swingende You Need A Great Big Woman heute noch live zu ihren Trademarks und Show-Stoppern. Ihre Stimme hat nicht diese Rauheit, die man von ihren Live-Auftritten kennt, aber als Blues-Mama geht sie auch da schon durch.
Auch Love 'Em & Forgive 'Em gehört heute noch zu ihren beliebesten Songs und, abgesehen von den Jailhouse Rock-Breaks und dem unwiderstehlichen Rock'n'Swing Groove, liegt das auch an ihrer unschlagbaren Message: Liebe! Und wenn es dein Gegner ist.
Swing-Time mit Blues-Feeling und, durch Erik Hokkanen's Violine, mit dem gewissen 'Zigeuner-Flair' bei Freak Lover. Das ist die richtige Grundlage für Candyes Blues-Diva Gesang, der ganz schön an die Türe ihrer Vorbilder hämmert.
Zwischen Jump Blues und Bigband-Rumba groovt I Got A Feelin' - ein Tänzchen, die Dame?

Wie problemlos Mrs. Kane zwischen den Stilen pendelt ist eine wahre Freude. I Left My Heart In Texas ist ein weiteres Beispiel dafür. Wunderbarst gespielter Texas-Swing mit Jazz-Anleihen versetzt jeden Zuhörer in Schwingungen und gute Laune.
Schon zu diesem Zeitpunkt verwundert es nicht mehr, dass diese Scheibe der Durchbruch für diese Lady war. Die ist natürlich auch eine Feministin, wenn's sein muss, und so stellt sie als nächstes klar: The Lord Was A Woman - mit erneut kraftvoller Stimme und viel Überzeugungskraft.
Gefühle spielen immer eine große Rolle bei Candye, also braucht's auch eine gefühlvolle Blues-Ballade wie It Should Be Rainin' die nach 'Love In Vain' und Großstadt-Blues klingt und ein feines Saxophon-Solo enthält.
Puristische Anhänger von Nancy Sinatra's These Boots Are Made For Walkin' hören bei dieser Version vielleicht besser weg. Aufgeschlossenere werden eine diebische Freude empfinden wenn hier u.a. mit Waschbrett, Banjo und Akkordeon eine Blue-Grass Fassung entsteht. Are you ready? Start walkin'!

Gifted In The Ways Of Love beschreitet den Weg zurück zum Blues neben Candyes Gesang brilliert hier vor allem Ted Roddy an der Blues-Harp.
Und schon sind wir wieder im Big-Band-Swing, wenn Candye Kane - bekennende Bi-Sexuelle - erklärt: I'm In Love With A Girl.
Das tolle an dieser Frau ist, dass man permanent merkt mit welchem Spaß sie bei der Sache ist. Das drückt sich oft genug auch in ihren Texten aus, aber allein dieser Elan, das spürbare Augenzwinkern und Lächeln, wirken so ansteckend. man kann nicht anders als mitzumachen.
Wenn dann noch ein Piano-Rock'n'Roll daher fegt, ist eines klar: Hier ist 'A Whole Lotta Shakin' Goin' On' - auch wenn der Titel Homewrecker heißt.
Es sei auch mal kurz auf die durchwegs hervorragenden Musiker ihrer Band hingewiesen. Vor allem Steve Wilcox' Gitarrenspiel begeistert. Ob Country, Rock'n'Roll, Jazz-Linien, Swing und natürlich Blues - wirklich klasse!
So überlässt Mrs. Kane mit Beehive ihrer Band auch ein Instrumentalstück in dem sich alle mal auszeichnen dürfen.
Ein weiterer Kane-Klassiker ist der Up-Beat Swing All You Can Eat. So ein Körper will auch mit Nahrung versorgt werden und wie man das anstellt, wird hier verdeutlicht. Bei diesem Song muss man die Candye eigentlich auf der Bühne sehen. Das gerät dann regelmäßig zu einem wahren Happening, mit Mitsingpart, Geschichten und jeder Menge Gaudi.
Videos mit dieser Frau gibt es wohl schon, allerdings in einem anderen Genre. Somit wäre es langsam an der Zeit für die erste Musik-DVD von Candye Kane. Vielleicht von der Blues Caravan - Tour? Den Abschluss dieses Albums macht sehr stimmungsvoll der Barroom-Blues That Ain't It. Damit hatte sie schon richtig prognostiziert: "It's not over - it's just begun.". Und so wie es aussieht, wird's auch noch 'ne ganze Weile so weiter gehen. Ich freu mich drauf!

Epi Schmidt, 19.09.2005

 

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