CC Coletti

Woodstock Lane

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.04.2009
Jahr: 2008
Stil: Retro, Blues Rock

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CC Coletti Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


CC Coletti
Woodstock Lane, Eigenproduktion, 2008
CC ColettiVocals, Backing Vocals
Anthony KrizanGuitars, Backing Vocals
TJ JablonskiBass
Arne WendtKeyboards
John HummelDrums
Produziert von: Anthony Krizan Länge: 52 Min 57 Sek Medium: CD
01. Fast Lane Addiction07. Little Piece Of You
02. Trouble With Me08. Color Of You
03. Woodstock Lane09. Heaven Is In Your Mind
04. Quit You10. Peace In My Soul
05. Mercedes Benz11. Seven Deadly Sins
06. If The Sun Don't Shine12. You Were My Angel

Dem in Sachen Ehe gescheiterten, dafür mit der alleinigen Aufzucht der daraus resultierenden Ableger beschlagenen Rezensenten, der neben ein paar mehrdimensionalen Southern-, Roots- und Blues Rock Scheiben nicht viel zu lachen hat, überkommen, just in der Zeit in der der Frühling naht und der Winter weicht, oftmals beklemmende Träume. Und so hat die geschundene Kreatur Anfangs auch nicht viel darauf gegeben, als sich eines Nachts ein schönes, großes Vollweib mit blondem Haupt- und sonst gar keinem Haar auf der sonst leeren Seite seines Bettes räkelte. Ein Vollweib mit richtigen Kurven und so'nem winzigkleinen, sexy Bäuchlein. Ein Weib, das, neben zwei, drei Flower-Power-Kettchen, lediglich in einen Hauch an Stoff gewandet war, unter dem sich jeder Knubbel auf's deutlichste abzeichnete und das mit glänzenden Lippen und Augen ein begehrliches "Aaaargh..." ausstieß.
Der Rezensent, schon lange nicht mehr mit einer solchen Situation konfrontiert, stammelte auf Grund der glänzenden Augen erstmal nur:
"Du h-h-hast doch nich' gekifft, o-o-oder...?!"
Die schöne Blonde schüttelte nur lasziv den Kopf und schob eins der langen Beine unter des Rezensenten Decke.
"O-o-oh, du hast ja kalte Füße...", stellte der Träumende völlig verdattert fest.
"Scheiß auf meine Füß!" gluckste das, herrlich nach Vanille und Zimt duftende Vollweib und schob ihren geschmeidigen Körper näher heran. Die Kettchen klimperten dabei wie tibetanische Gebetsmühlen; nur leiser...!
"K-k-kann ich dir irgendwas a-a-anbieten? V-v-vielleicht was zu essen...?" fragte der Rezensent nun gänzlich verblödet, "...i-i-ich hab' Risotto gekocht..."
Die Schöne sagte nichts, aber ihre aufregenden Finger zogen sachte Zickzacklinien auf des Schreibers dicken Bauch.
"...o-o-oder vielleicht hast du Durst...?!"
Die glänzenden Lippen kamen näher; Honig troff von der darüber leckenden Zungenspitze.
"Ein bisschen..." hauchte das Vollweib in des Rezensenten geschundene Ohren und träufelte dabei etwas Honig auf dessen linke Wange.
"I-i-ich hab' aber nur Bier! O-o-oder Saft..." stammelte der Träumer, "...A-a-apfelsaft und A-a-ananas...!"
Das Weib schob sich nun vollends unter des Rezensenten Decke. Ihr halbdurchsichtiges Nichts rutschte dabei weit nach oben und ihre Finger und Beine waren auf einmal überall! Langsam knabberte sie sich an des Träumenden linker Halsseite entlang und flüsterte mit kehliger Stimme:
"Ana is schon nas...!"

Der in seiner Schulzeit über zwei Jahre am Deutsch-Leistungskurs teilnehmende Rezensent schoß auf Grund der phonetisch nicht korrekten Aussprache wie vom Wadenkrampf gebissen in die Höhe.
"Plopp!" machte es. -Und die Schöne war verschwunden.
-Scheiße!

"WIE BLÖD MUSS MAN EIGENTLICH SEIN...", kreischte der innere Luzifer, "...UM SO EIN WEIB ZU FRAGEN OB SIE ANANAS-SAFT MAG!!! BIST DU JETZT VOLLKOMMEN VERBLÖDET?!"

"War ja doch nur 'n Traum...", krächzte der Aufgewachte leise vor sich hin und schlurfte etwas benommen in Richtung Badezimmer.
Was für ein Weib...", ging es ihm durch den Kopf und er nahm sich nach dem Pinkeln vor, sofort weiter zu träumen. Aber der geschmeidige Körper, dass süße Bäuchlein, die glänzenden Augen und kreisenden Finger blieben fern...

ca. 10 Tage später an einem Samstagmorgen...
Einer Straßenbahnglocke gleich schrillte die Türklingel. Völlig schlaftrunken kroch der Rezensent mit ca. 1,3 Restpromille und nur in Boxershorts und T-Shirt bekleidet an die Türe. Das freundliche Gesicht des vietnamesischen Briefträgers grinste ihm vergnügt entgegen:
"...'abe dlei dicke Bliefe! Passen nix inne Bliefkasten...!"
Der Schreiber konnte sich ein langes Gähnen nicht verkneifen und kratzte sich an der Backside. Grußlos schloß er die Haustüre, warf die dicken Kuverts, eins vom australischen Lieblings-DVD-Versender, eins von Frankie und eins vom Gaswerk auf den Küchentisch und eierte mit geschlossenen Augen wieder zurück ins Bett; nicht zuletzt um der noch unter Hochdruck arbeitenden Leber etwas Regenerationszeit zu verschaffen.

Stunden später, nach der, geschätzt, dritten Keilerei seiner beiden Bengels rappelte sich der geprüfte Rezensent auf und verbat sich erstmal mit erhobener, noch leicht belegter Stimme (und mit Hinweis auf den Teppichklopfer) jegliche Rangeleien und lautstarke Auseinandersetzungen.
An Schlaf war zwar ohnehin nicht mehr zu denken, aber eine konsequente Erziehung erleichtert den Heranwachsenden die Orientierung und fördert nicht zuletzt Disziplin und Selbsterkenntnis.
Nachdem ein Kännchen Mokka gebrüht und die beim Zähneputzen übersehenen Beläge hinfort gespült waren, besann sich der Schreiber auf die "dlei dicken Bliefe"...
Alldieweil das vom Gaswerk ungeöffnet in die Tonne flog und die DVD wegen der noch trüben Augen beiseite gelegt war, nestelte der Rezensent das Päckchen von Frankie auf. Irgendwelcher Roots- und Jam Rock-Kram, zerknitterte Waschzettel, 'n Klebezettelchen mit besten Grüßen und...
...schlagartig fiel jegliche Müdig- und Mattigkeit ab!
DA WAR SIE WIEDER!
Erschrocken fuhr der Schreiber auf, ungläubig rieb er sich Mund und Augen, setzte die Brille erst auf, dann wieder ab, lief von der Küche in den Flur, vom Flur in die gute Stub', von der guten Stub' zurück in die Küche. Erneut ein Blick auf das CD-Cover.
Das Bildchen ist nur klein, aber keine Frage: SIE ist es...!
Mit nervösen Fingern wurde die Folie von der CD genestelt.
"Was für ein Weib..."
Wie sie da am Vorgarten steht, groß, mit offenem Haar und dominanten Blick; mit Fransenlederweste und bestickter Jeans...
...und tatsächlich Flower-Power-Holzperlenkettchen um Hals und Handgelenke...
Gerade so, als wäre sie auf dem Weg zum Summer of Love...
Wie von alleine klappte sich das Foldout-Cover auf.
"Jesus, wie sie da liegt... so wie Nächte zuvor auf der freien Bettseite..."
Unanständige Gedanken schwirrten wie Kriebelmücken durch den Kopf des Rezensenten und auf eine körperliche Region begrenzt konnte einsetzende Leichenstarre diagnostiziert werden. Neugierig wurde das Begleitheftchen aufgeschlagen. Und sieh' da, der anfangs noch dominante Blick der Schönen wurde weicher und weicher. Bis sie zuletzt, in ein fließendes Gewand gehüllt, die Gitarre in irgendwelchen dämlichen Osterglocken drapiert, den Blick wie Aphrodite gen Himmel gerichtet, den Testosteron-Haushalt des Rezensenten zum kollabieren brachte...

Nun, seitdem sind wiederum 14 Tage vergangen. Aber das Feuer lodert immer noch!
Auch und vor allem wegen des überraschend frischen Retro Sounds für den CC COLETTI und ihre Band, namentlich Anthony Krizan - für viele Kompositionen verantwortlich, zeichnen.
Das reicht vom krachenden Opener Fast Lane Addiction über ein subtil an den Nerven bohrendes (geile Hammond) Trouble With Me bis hin zur anrührenden Acoustic-Ballade Woodstock Lane. Gerade die beiden letzteren Nummern erinnern mich so ein klein wenig an die frühen LITTLE FEAT, als deren Musik eher noch rau denn ausgefeilt war. Es weht also nicht nur so ein Hauch von Summer of Love, sondern ein wirklich feines Retro Rock Lüftchen durch die Boxen.
Dazu trägt sicherlich auch die "Hardcore-Version" von JANIS JOPLINs Mercedes Benz bei. (Wobei, so ganz nebenbei bemerkt, liebe CC, der Rezensent einen solchen wie im Booklet, nur fahrfähig, vor der Tür stehen hat. Passt vom Alter zwar nicht mehr ganz in die Woodstock Lane, aber die Dieselwolke beim Anlassen hat so etwas heimeliges wie den Störfall eines US-Kernkraftwerk an sich; und dass ganzjährig die Winterreifen aufgezogen sind, ist für euch Amis sicher auch nichts Neues...:-))
Äh, wo war'n wir gleich...?!
Ach ja, apropo JANIS JOPLIN: CC COLETTIs Stimme hat zwar ein wunderbares Timbre, reicht aber nicht ganz an das der kleinen Saufnase heran. (Vermutlich weil CC vermutlich lieber Tee als Southern Comfort pichelt). Nichtsdestotrotz versprüht Mercedes Benz eine Menge Energie und macht, auch außerhalb Janis' A Capella Nummer, mächtig Laune. Der HD-TV hätte zwar den Farbfernseher nicht zwingend ersetzen müssen, aber, nun ja, ein jeder wie er will...
Schwer Funk-lastig wird es mit dem messerscharfen If The Sun Don't Shine, dass sich mit seinen rasanten Bläsersätzen geradezu durch die Ohren schneidet.
Einen regelrechten Ohrwurm haben CC und Krizan mit dem bluesigen Little Piece Of You geschaffen. Die Nummer zündet wie einstmals die Apollo Raketen; keine Frage, ein erstklassiges Take!
Ganz ohne CCs Beteiligung entstand das Songwriting zu Color Of You. Anthony Krizan und Jay Jannuzzi haben sich bei dieser Ballade zwar mächtig ins Zeug gelegt, doch gerade der Refrain und das Backgroundsinging erinnern ein wenig an PINK FLOYDs "Dark Side...". Das ist aber kein wirkliches Manko, weil der Song die Gedanken weit in die 1970er schweifen lässt!
Sehr retro-lastig geht es mit Heaven Is In Your Mind weiter. Eine sparsam gesetzte Slide lässt den Track nicht halb so altbacken wirken, wie er nach den ersten Akkorden scheint und eine leise vor sich hin röhrende B3 tut ihr Übriges. Also auch hier: Daumen oben!
Ein krachender Rocker wird dem Hörer mit dem eingängigen Peace In My Soul um die Ohren gepfeffert. Früher wäre das ganz sicher eine Single-Auskopplung geworden. Heute ist es eine überaus gute, kräftig nach vorne bollernde Mid-Tempo Nummer die mächtig Laune macht!

Mit dem akustischen Seven Deadly Sins wird wieder des Rezensenten Lüsternheit auf den Plan gerufen; wobei er bei den sieben Todsünden in erster Linie an Wollust und Völlerei denkt...!
In letzterer bin ich sogar ziemlich gut! -Und ich hätte auch kein Problem, jedwelches Huhn von der Bettkante aus in den Tod zu sterzen nur um Platz für dich zu machen:
Ja CC, mit dir würd' ich sie alle begehen. Eine Todsünde nach der anderen. Bis zur völligen Erschöpfung und ohne Rücksicht auf Leib und Leben...
Ob wir dann wirklich im langen Flur vor der "Heavens Door" pennen müssen, weil wir nicht rein gelassen werden, wird sich zeigen. Wenn du vor dem Herrn auch so ein Hemdchen an hast, wie letztens im Traum und dazu noch ein wenig den Po kreisen lässt, dann hat der sicher ein Einsehen.
-Ich komm' dann halt später nach...

Zurück zu "Woodstock Lane": Bleibt, als letztes der Longtrack You Were My Angel. Eine wunderbare, sentimentale Ballade, die herrlich ausschweifend instrumentalisiert ist und auch wirklich gut 'rüber kommt; letztlich aber irgendwie nicht so richtig in das Konzept von "Woodstock Lane" passen mag. Versteht mich bitte keiner falsch, die Nummer hat echtes Format, ich mag sie wirklich, aber irgendewie "fremdelt" sie gegenüber den anderen, eher in den "Summer Of Love" passenden, Nummern. CC Coletti, A. Krizan und J. Jannuzzi haben in You Were My Angel aber auch wirklich alles, was ihnen an Möglichkeiten zur Verfügung stand, inklusive Presbyterianer Chor, hinein gepackt. Letztendlich passt das Take, wie geschehen, also nur an den Schluß eines überaus ausgewogenen, wunderbaren Albums und setzt ihm dadurch ein Krönchen auf.

Epilog:
Mit "Woodstock Lane" haben CC COLETTI und Band ein herrliches Retro Rock Album geschaffen, das jedem, der die späten 1960er und früheren 70er in seinem musikalischen Repertoire führt, das Herz anrühren wird. Während CC über eine bezaubernde Stimme verfügt und durchaus poetische Texte zu schreiben vermag, setzt sie Anthony Krizan (auch mit CC zusammen) in kongeniale Kompositionen um. Neben den beiden Hauptprotagonisten sollen aber auch die anderen Musiker nicht unerwähnt bleiben: Sowohl TJ Jablonski am Bass, als auch John Hummel an den Drums sorgen für einen feinen, nicht nur zurückhaltenden Groove. Beide verstehen es auch ordentlich zu "pumpen". Auch über die Qualitäten der diversen Keyboarder an (zumeist) der Hammond braucht man keine Worte verlieren. Sie bringen sich mit genau der Dosis an B3 ein, die regelrecht süchtig macht!
Insgesamt also eine Band, und vor allem eine Chanteuse, die man, auch nach 35 Jahren gelebter Rockmusik, einfach nur ins Herz schließen kann.

Tja, dass war's dann soweit. Volle Empfehlung also!

Dass ich nochmal persönlich werde, geht eigentlich niemanden was an. Also: Zapp und wech mit euch!

CC, du Schöne, ich liiiebe dich! Es ist 'ne schlimme Sache, dass ich mich meist in Frauen verknalle, die entweder viel zu jung für mich sind oder, schlimmstenfalls, einen Bassisten an ihrer Seite haben. Aber man darf nichts unversucht lassen! Allerdings muss ich dich vorwarnen: So ein Leben mit drei Plagen an der Backe nicht wirklich leicht; weshalb es auch ziemlich schwer ist, nach was weiß ich wieviel Jahren an Abstinez, so ein Vollweib wie dich anzubaggern.
Mein lieber Olli, da kommt so'n alter Knochen schon ganz schön ins Schwitzen...
Lass es mich deshalb auf dem allerliebenswertesten Weg versuchen den ich kenne. Millionen von Mittsiebziger-Schulabgängern können sich nämlich unmöglich geirrt haben!

Liebe Carolyn, wenn du also mit mir gehen möchtest (denk an den Benz!), dann kreuze bitte an:

[ ] Ja!

[ ] Nein!

[ ] Vielleicht!

In wirklich glühender Verehrung, dein oller

Grisu

Christian "Grisu" Gerecht, 08.04.2009

 

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