Charly Sahona

Naked Thoughts From A Silent Chaos


CD-Review

Reviewdatum: 07.02.2010
Jahr: 2010
Stil: Progressive Rock

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Charly Sahona Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Charly Sahona
Naked Thoughts From A Silent Chaos, Lion Music, 2010
Charly SahonaGesang, Gitarre & Keyboards
Thomas James-PotrelBass
Diego RapacchiettiSchlagzeug
Produziert von: Charly Sahona Länge: 39 Min 06 Sek Medium: CD
01. Relieved05. River Of Lies
02. Raise The Shadow06. Living In A Dream Is Not Right
03. Away From Our Sins07. It Will Fly Away
04. Forgotten Past08. All That Can't Be Said

Charly Sahona ist Gitarrist und Keyboarder der französischen Prog-Metal-Band VENTURIA und veröffentlicht nun sein erstes Solo-Album. Wer nun denkt: „na super, braucht der noch mehr Platz um seine Soli auszubreiten?“ liegt in diesem Fall vollkommen falsch. Denn das Werk mit dem poetischen Titel “Naked Thoughts From A Silent Chaos“ besticht vor allem durch seine wunderbar ausgearbeiteten Songs. Ok, UND durch die Soli.

Aber es ist schon überraschend, wie zurückhaltend Sahona dabei vorgeht. Die Instrumental-Passagen sind hier eher die Ausnahme, denn die Lieder an sich stehen ganz klar im Vordergrund. Und auch die musikalischen Vorbilder dürften dabei überraschen, denn die Musik klingt wie eine Mischung aus MUSE und FILTER. Das sind sicherlich nicht unbedingt die Vorbilder, die man sich bei einem Prog-Musiker und noch viel weniger bei einem Gitarristen vorstellt.

Dabei ist es fast schon genial, wie Sahona hier das Beste beider Bands vermischt. Er nimmt die Härte von FILTER und kombiniert sie mit der Eingängigkeit und Hymnenhaftigkeit von MUSE. Dabei kommen dann Stücke heraus wie Raise The Shadows, Away From Our Sins oder auch Living In A Dream Is Not Right um nur einige zu nennen.

Überraschend ist zudem der starke Gesang von Sahona, denn bei VENTURIA singt er ja nicht selber. Umso erstaunlicher ist es nun festzustellen, dass der Mann eine wirklich gute Gesangsstimme hat und mit viel Ausdruck und Gefühl seine Stücke vorträgt.

Der untypischste Song auf diesem Album ist dabei fast noch der Opener, der schon eher die Prog-Metal-Affinität von Sahona aufzeigt. Relieved ist dabei trotz aller Komplexität dennoch kompakt und eingängig. Aber auch das sehr harte Forgotten Past zeigt mit seinem Piano-Solo die Vorliebe Sahonas für Ungewöhnliches.

Natürlich beweist Sahona auch immer wieder zu was er an der Gitarre fähig ist und das ist so einiges. Dabei wirken die Soli aber nie aufgesetzt und übertrieben ausgereizt. Hier werden keine endlos langen Solo-Passagen ausgewalzt, sondern lediglich die Songs weiter verziert. So, wie es ein gutes Solo tun sollte. Die einzige Ausnahme bildet dabei das abschließende Solo bei All That Can’t Be Said. Hier wird einfach mal richtig Gas gegeben, aber auch das macht wahnsinnig viel Spaß.

Mit den “Naked Thoughts From A Silent Chaos“ legt Charly Sahona ein bärenstarkes Solo-Debüt vor, dem hoffentlich noch weitere folgen werden. Für musikalisch offene Ohren bietet Sahona hier eine ganze Menge spannende Unterhaltung, die zu keiner Sekunde langweilig oder aber zu anstrengend wird. So was nennt man wohl rundum gelungen. Merci beaucoup, Monsieur Sahona.

Marc Langels, 07.02.2010

 

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