Chris Cornell

Euphoria Mourning

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.08.2015
Jahr: 2015
Stil: Alternative Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Chris Cornell
Euphoria Mourning, Universal Music, 2015
Chris CornellGesang, Gitarre, Mundharmonika
Alain JohannesGitarre, Bass, Mandoline, Theremin, Klarinette, Tabla & Gesang
Natasha SchneiderKeyboards, Piano, Orgel, Bass, Percussion & Gesang
Ric MarkmannBass
Josh FreeseSchlagzeug
Jason FalknerBass
Greg UpchurchSchlagzeug
Victor IndrizzoSchlagzeug
Matt CameronSchlagzeug
Produziert von: Chris Cornell, Natasha Schneider & Alain Johannes Länge: 46 Min 20 Sek Medium: CD
01. Can't Change Me07. Wave Goodbye
02. Flutter Girl08. Moonchild
03. Preaching The End Of The World09. Sweet Euphoria
04. Follow My Way10. Disappearing One
05. When I'm Down11. Pillow Of Your Bones
06. Mission12. Steel Rain

Als im Jahr 1997 mit SOUNDGARDEN eine der Ikonen der Grunge-Bewegung ihre – wie wir mittlerweile wissen vorläufige – Trennung bekannt gaben, da war irgendwie klar, dass Frontmann, Sänger und Gitarrist Chris Cornell in irgendeiner Form weiterhin Musik machen würde. Mit seinem Vokal-Umfang und seinem sehr einschmeichelnden Timbre war er wohl der beste Sänger unter den Vertretern des Grunge. Aber auf das, was da unter dem Titel “Euphoria Morning“ zwei Jahre nach dem Split folgen sollte, waren wohl nur die wenigsten Fans vorbereitet.

Denn auf diesem Werk, das nun in digital überarbeiteter Form wieder aufgelegt wird, wandte sich Cornell von dem vertrauten Ton seiner Ex-Band komplett ab und erforschte andere musikalische Bereiche der alternativen Rock-Musik. Dabei merkt man zwar der einen oder anderen der insgesamt zwölf Kompositionen an, dass sie in der Phase der letzten SOUNDGARDEN-Scheibe vor der Auflösung, “Down On The Upside“, entstanden. Und anders instrumentiert hätten sie wohl auch auf eine weitere Veröffentlichung der Band gepasst. Aber Cornells Interesse bestand ganz offensichtlich – und vollkommen verständlicherweise – nicht darin, einfach so weiter zu machen.

Statt Gitarren, die wie Bulldozer dröhnten, kamen nun verstärkt akustische Instrumente zum Einsatz, die Cornells nach wie vor einmalige Stimme in ein gänzlich anderes musikalisches Licht rückten. Und dabei machte Cornell von seiner neu gewonnenen Freiheit weidlich gebraucht. Da kamen auf einmal Einflüsse wie Tom Waits mit Nachdruck ans Licht, wie etwa in dem Song Mission (die Nummer wurde später noch einmal überarbeitet und war mit dem Zusatz “2000“ Teil des “Mission: Impossible II“-Soundtrack). Flutter Girl hingegen erinnert nicht nur vom Titel her an die STONE TEMPLE PILOTS-Hit-Single Sour Girl, sondern auch was die Stimmung und den Sound des Songs anbelangt. Ein besonders stimmungsvoller Song auf diesem Album ist zudem Wave Goodbye, den Cornell für seinen verstorbenen Freund Jeff Buckley komponiert hatte.

Vielen Fans wird die musikalische Ausrichtung trotz zahlreicher Klasse-Songs damals ein zu krasser Bruch mit der eigenen Vergangenheit gewesen sein und so wurde “Euphoria Morning“ nicht der erhoffte Erfolg – trotz einer Grammy-Nominierung (Best Male Rock Vocal Performance) für die erste Single des Albums, Can’t Change Me. Der stellte sich für Cornell dann wieder ein, als er mit den Musikern von RAGE AGAINST THE MACHINE im Jahr 2000 die Band AUDIOSLAVE aus der Taufe hob, mit denen er drei Alben veröffentlichte. Später gab es dann mit dem im Vergleich zu “Euphoria Morning“ deutlich rockigeren “Carry On“ und dem deutlich zu poppigen “Scream“ noch weitere Solo-Werke. Darüber hinaus erscheint Mitte September der nächste Output, namens “Higher Truth“.

In wieweit diese Wiederveröffentlichung von “Euphoria Morning“ nötig war, bleibt mal dahin gestellt. Denn außer der leichten Anpassung des Titels zu “Euphoria Mourning“ (das „u“ hatte man ihm damals ausgeredet) und einem noch einmal überarbeiteten Sound – wobei das wohl nur den wahrlich audiophilen unter den Hörern überhaupt auffallen wird – hat das Album keine weiteren Anreize zu bieten. Auch der als Japan Bonus Track verkaufte Song Steel Rain befindet sich auch schon auf meinem Original, das zudem mit einer französischen Version von Can’t Change Me aufwarten kann. Von daher kann man dieses wirklich gute Album nur denjenigen empfehlen, die es eben noch nicht besitzen – eine wirkliche Aufwertung hat es hier nicht gegeben.

Marc Langels, 26.08.2015

 

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