Chris Hillman & Herb Pedersen

Chris Hillman
Herb Pedersen

At Edward's Barn

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.04.2011
Jahr: 2011
Stil: Country, Bluegrass

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Chris Hillman & Herb Pedersen
At Edwards Barn, Rounder Records, 2011
Chris HillmanVocals, Mandolin
Herb PedersenVocals, Guitar, Banjo
Bill BrysonBass
Larry ParkGuitar
David MansfieldFiddle
Produziert von: Jeff Cowan Länge: 54 Min 46 Sek Medium: CD
01. Going Up Home09. Eight Miles High
02. Love Reunited10. Together Again
03. Turn, Turn, Turn (To Everything There Is A Season)11. Desert Rose
04. If I Could Only Win Your Love12. Sin City
05. Tu Cancion13. The Cowboy Way
06. Our Savior's House14. Wait A Minute
07. Wheels15. Heaven's Lullaby
08. Have You Seen Her Face

Edwards Barn, in Kalifornien, liegt so richtig schön ländlich. Sieht aus, wie aus einem Western, inkl. Windrad und Wasserturm. Die perfekte Kulisse, wenn man dem Landleben frönen will, inkl. Bluegrass und ursprünglicher Countrymusik. Also so weit als möglich ohne Verstärkung und natürlich nur mit akustischen Instrumenten. Und perfekt harmonierenden Stimmen.
So ungefähr dachte sich das wohl auch Chris Hillman. Der ehemalige BYRDS-Bassist hat sich zeitlebens dieser Musik verschrieben und mit Herb Pedersen verbindet ihn seit Jahrzehnten eine Partnerschaft, welche diese Musik aufs beste zelebriert. Dass Chris Hillman ein Mit-Wegbereiter des Country Rock war und nach den BYRDS noch bei den FLYING BURRITO BROTHERS gespielt hat, sowie mit der DESERT ROSE BAND, in den 1980er Jahren, für Furore sorgte soll hier nur nebenbei erwähnt werden. Bei jener DESERT ROSE BAND vereinten sich die Wege von Hillman und Pedersen denn auch. Und auf diesem Album kommen sie erneut zusammen um einen Karriere überspannenden Liederzyklus live zu präsentieren. Von jener DESERT ROSE BAND ist Bill Bryson am Standup-Bass mit dabei, dazu kommen Larry Park an der Lead Gitarre sowie David Mansfield an der Fiddle. Ohne Schlagzeug wird so ein sehr entspannter Set geboten.

Die tolle Atmosphäre wird sofort mit Going Up Home kreiert, welches einen unvermeidlich an die BYRDS erinnert. Etwas gealtert vielleicht, aber dieser hervorragende Harmoniegesang ist von allerfeinster Güte und fasziniert wie vor ... oh Mann ... das ist wirklich schon über 45 Jahre her! Naturgemäß klingen da Elemente des Irish Folk mit herein, ist aber beste Bluegrass Musik, geeignet zum Träumen und Mitschaukeln. Da sind einfach fünf absolute Profis am Werk. Von der DESERT ROSE BAND folgt das schwungvolle Love Reunited. Ja, auch ohne Drums kann man für ordentlichen Drive sorgen. Neben den tollen Stimmen, sorgen dafür auch die kurzen, aber effektiven, Soli.
Bereits als Drittes folgt der BYRDS-Evergreen Turn, Turn, Turn. Klar, das hat nicht ganz die Power des Originals, aber an den Stimmen liegt das nicht. Die klingen nahezu wie in 60's. Klasse gemacht und so richtig schön, um auf der Veranda den Tag ausklingen zu lassen.
Das trifft natürlich praktisch auf das gesamte Album zu. Besonders gefällt mir das folgende If I Could Only Win Your Love, welches wieder mit beeindruckendem Gesang glänzt und ein kleines Mandolinen-Solo von Hillman enthält.

Schön natürlich auch Tu Cancion, mit teilweise spanischem Gesang und entsprechendem Flair. Das melancholische Wheels stammt aus der gemeinsamen Zeit Chris Hillman mit Gram Parsons bei den FLYING BURRITO BROTHERS hat den unverkennbaren "Parsons-Touch".
Nochmal zurück zu deren Vorläufern mit einer tollen, natürlich akustischen, Aufbereitung von Eight Miles High. Da hätte zweifellos auch David Crosby seiner Freude daran gehabt.
Dem Vorbild und Aushängeschild des "Bakersfield-Sound" Buck Owens wird Tribut gezollt mit Together Again. Herrlich stimmungsvoll und verträumt. Wurde nicht umsonst auch von Dwight Yoakam auf dessen Owens-Tributalbum aufgenommen.
Zu besonderer Freude gereicht auch Sin City, der Klassiker, den Hillman mit Gram Parsons geschrieben hat. Auch hier weht natürlich der Geist von Parsons spürbar hindurch.
Lustig, wie Herb Pedersen eine lange, gefühlvolle Rede hält um den Song Wait A Minute einzuleiten und dann im Intro irgendwas umfällt oder kaputtgeht und alles in Gelächter ausbricht. Dem wundervollen Song tut es dennoch keinen Abbruch und er zählt zu den Schönsten auf dieser Aufnahme. Ein absoluter Anspieltipp.
Man muss in der richtigen Stimmung sein, um diesen Mitschnitt zu hören. Das funktioniert nicht nebenbei, unter Stress oder in aufgewühlter Atmosphäre. Aber wenn man die Zeit und Stimmung mitbringt, kann man sich hier wundervoll verzaubern lassen und sich weit weg wähnen. In Edward's Scheune.

Epi Schmidt, 01.04.2011

 

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