Chris Thompson

Jukebox - The Ultimate Collection


CD-Review

Reviewdatum: 24.02.2015
Jahr: 2015
Stil: Rock, Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Chris Thompson
Jukebox - The Ultimate Collection, Esoteric Recordings, 2015
Chris ThompsonVocals, Guitar
div. Musiker
Produziert von: Chris Thompson Länge: 152 Min 49 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Dark Side10. One Man Mission
02. Love And Loneliness11. Martha's Madman
03. Father Of Day (live)12. Beat Of Love
04. Hot Summer Night13. You Angel You (live)
05. Million Dollar Wonder Hit14. A Shift In The Wind
06. Cold Wind Blowing Across My Heart15. Eddie Wants To Rock
07. Spirit In The Night (live)16. Dream Away Little Girl
08. Whole Lot To Give17. Don't Stop
09. For You18. The Fire
CD 2:
01. The Mighty Quinn (live)10. If You Remember Me
02. The Challenge11. Millie Christine
03. Runner (live)12. You're The Voice
04. Redemption Song13. Davy's On The Road Again (live)
05. Land Of The Long White Cloud14. Questions (live)
06. Blinded By The Light15. Zu Leben
07. Angel16. Thunderchild (acoustic version)
08. Heart Of The Fire17. What Would
09. Don't Kill It Carol (live)18. We Are The Strong

Zu Lebzeiten bereits die “Ultimative Collection“ auszurufen, spricht nicht unbedingt für viel Zuversicht in die Zukunft, aber wer hat das in diesen Zeiten schon? Chris Thompson, seines Zeichens einstiger – und womöglich wichtigster – Sänger in der MANFRED MANN’S EARTH BAND anscheinend nicht, aber seine Rente hat er mit diversen Mega-Mainstream-Hits sowieso längst sicher.
Man kann ihm auch zu Gute halten, dass er solche Hits wie You’re The Voice verfasst hat, das bekanntermaßen durch John Farnham populär wurde, verfasst hat. Aber, und da beißt die Maus keinen Faden ab, seine große Zeit und sein Bekanntheitsgrad ist auf ewig mit Manfred Mann verknüpft.

So strotzt natürlich auch diese Doppel-CD vor Songs, die in seinen EARTH BAND-Tagen entstanden sind und so wie er diese geprägt hat, ist es umgekehrt genauso. Da klingen Songs, wie Dark Side, vom Soloalbum ”Toys & Dishes, einfach auch irgendwie nach Manfred Mann. Wenn auch nicht in dessen stärkster Phase.
Dazu sei gleich erläutert, dass hier kein Song von der EARTH BAND gespielt ist, sondern auch die Manfred Mann-Nummern sind allesamt von Chris Thompson mit seiner eigenen Band eingespielte Versionen, oftmals aus einem “Radio Berlin 2011“ Live-Mitschnitt. So darf man auch bei Father Of Day, Father Of Night nicht den Fehler machen, sich an Mick Rogers gut 40 Jahre zuvor zu erinnern. Da fehlt’s – für meinen Geschmack – an der richtigen Inspiration und man versucht mit Wucht wettzumachen, was es einem an Einfühlungsvermögen fehlt.
Gut, natürlich sind die Jahre an Thompson und seiner Stimme auch nicht spurlos vorbei gezogen und da raspelt es schon deutlich mehr als zum Zeitpunkt der Originale. Ich meine, da weiß man schon, was gemeint ist, und Thompson und Band jammen in Songs wie Hot Summer Night recht gut, aber grenzwertig ist es oft genug.
Million Dollar Wonder Hit, daraus wurde natürlich nix und auch wenn man teils recht überzeugend einen auf QUEEN macht, plätschert es dann doch zu sehr. Netterweise hat Chris zu jedem Song im Booklet in paar erklärende Worte parat und so wird auch klar, dass Chris “no access to my original recording“ hat und deshalb auf Live-Aufnahmen zurückgreifen muss. Wie bei Spirits In The Night, welches er für die amerikanische Version von “The Roaring Silence“ damals eingesungen hat (wir kennen es natürlich mit Mick Rogers als Sänger). Naja, wenn man Bruce Springsteen im Ohr hat, tut man sich auch hiermit schwer…

Und ähnlich ergeht’s einem natürlich mit einem Großteil des hier angehäuften Materials. Sieht man davon ab und hört nicht so genau hin, hat man natürlich eine Masse an Mitschmetter-Hits, die einem über zwei Autostunden lang unterhalten und die Zeit vertreiben.
Bei den Manfred Mann-Songs, da bin ich zu fundamentalistisch, brauch ich aber das Original, während bei Chris’s eigenen Songs man schon mal locker mitrocken kann, wie in Eddie Wants To Rock und überraschend kommt auch FLEETWOOD MACs Don’t Stop gar nicht übel.. Solche Experimente wie Beat Of Love überspringt man aber besser.
Die Beteiligung von Harold Faltermayer hört man dann The Challenge deutlich an und aus dem Zeitkontext gerissen, ist auch The Voice keine einfache Kost. Nun ja, man muss halt in der entsprechenden Stimmung sein.
Letztendlich ist das eine durchaus unterhaltsame Doppelscheibe, allerdings wer MANFRED MANN’S EARTH BAND hard-liner ist, hält besser Abstand. Wir Chris Thompson- oder Pop-Durchschnitts-Fan ist, und die Aufnahmen nicht überwiegend schon besitzt, kann hier zuschlagen und wird sicher eine Menge Spaß haben. Da ist der Titel “Jukebox“ schon richtig gewählt.

Epi Schmidt, 22.02.2015

 

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