Chris Whitley

Soft Dangerous Shores

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.08.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Chris Whitley
Soft Dangerous Shores, Cooking Vinyl, 2005
Chris Whitley Vocals & Guitar
Heiko Schramm Bass
Matthias Macht Drums
Produziert von: Malcolm Burns Länge: 41 Min 07 Sek Medium: CD
1. Fireroads7. Her Furious Angels
2. Soft Dangerous Shores8. Last Million Miles
3. As Day Is Long9. Medicine Wheel
4. Valley Of Innocents10. Endgame Holiday
5. City Of Women11. Breath Of Shadows
6. Times Square Machine

Ostdeutsche Musiker scheinen auf, na ja, nicht mehr ganz junge amerikanische Bluesmusiker eine gewisse Faszination auszuüben. War dies schon bei Mitch Ryder so, der mit ENGERLING kooperiert, gilt dies auch für Chris Whitley.
Bereits sein Album von 2002, "Hotel Vast Horizon", hatte er mit den Ex-SANDOW-Mitgliedern Heiko Schramm und Matthias Macht eingespielt und auch auf dem neuesten Werk "Soft Dangerous Shores" sind die beiden wieder mit von der Partie. Auch thematisch taucht mitunter der ostdeutsche Alltag auf (Whitley lebte eine Weile in Dresden), so z.B. in dem etwas kuriosen Valley Of Innocents (die Dresdner wurden zu DDR-Zeiten als im "Tal der Ahnungslosen" befindlich bezeichnet, da sie kein Westfernsehen empfangen konnten), oder in Fireroads, das sich mit den tiefen Wunden beschäftigt, die der 2. Weltkrieg (gerade in Dresden) gerissen hat, das mit seiner atmosphärischen Dichte beeindruckt, dessen plötzlicher, reichlich unmotivierter Fade out den Hörer aber einigermaßen fassungslos zurücklässt.

Im übrigen dominiert Whitleys ureigener, etwas eigenbrödlerischer, knarziger Stil, hier mit surrealistischen Space- und Ambientsounds versetzt (Last Million Miles), gelegentlich auch mit einem Schuss Soul versehen (Her Furious Angels).
Das ist alles sehr kontemplativ, zurückgenommen und in sich gekehrt, trotzdem nicht leidenschaftslos und durchaus charmant kratzbürstig. Seine Inspiration bezieht Whitley dabei nicht aus dem musikalischen Werk irgendeines Saitenkünstlers, sondern beruft sich auf den Schriftsteller Andre Breton. Somit keine unbedingt leichte Kost, eher eine Scheibe für die blaue Stunde, einen doppelten Bourbon und eine Schachtel Gitanes inbegriffen.

Dieser Mann geht seinen Weg und lässt sich nicht verbiegen - schon das nötigt Respekt ab, auch wenn das Ergebnis auf die Dauer ein wenig gleichförmig oder gar ermüdend wirkt.

Ralf Stierlen, 17.08.2005

 

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