Circus Maximus

The 1st Chapter


CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Circus Maximus
The 1st Chapter, Frontiers Records, 2005
Michael Eriksen Vocals & Guitar
Mats Haugen Guitar
Glen Mollen Bass
Espen Storo Keyboards
Truls Haugen Drums
Produziert von: Circus Maximus Länge: 70 Min 37 Sek Medium: CD
1. Sin6. Why Am I Here
2. Alive7. The Prophecy
3. Glory Of The Empire8. The 1st Chapter
4. Biosfear9. Haunted Dreams
5. Silence From Angels Above

Wie kommen fünf Norweger dazu, sich einen lateinischen Namen wie CIRCUS MAXIMUS zuzulegen? Fragt mich etwas leichteres, aber irgendwie klingt der Name gewichtig, bombastisch und zeugt von einer gewiss ambitionierten, ernsthaften Einstellung zum eigenen musikalischen Schaffen.
Und das passt, haben sich die Jungs um Michael Eriksen mit ihrem Debüt doch nichts anderes vorgenommen, als in die Fußstapfen von Bands wie SYMPHONY X, QUEENSRYCHE, DREAM THEATER oder AYREON zu treten. Auch wenn diese Fußstapfen gelegentlich etwas groß erscheinen - die vorgenannten Progmetal Legenden haben ja auch nicht ausschließlich Meisterwerke abgeliefert, und für ein Erstlingswerk ist dies hier allemal von erstaunlicher Professionalität und beachtlichem handwerklichen Können gekennzeichnet.

Es gibt natürlich alles, was das Herz des metallischen Proggies begehrt: Hellstrahlende, klassische Melodien, pumpende Bollerbässe, stählerne Frickelsoli, mächtige Keyboardwände (manchmal vielleicht etwas zu viel de Guten) und natürlich jede Menge rhythmischer Kabinettstückchen. Natürlich in erster Linie zu bestaunen in den beiden Longsongs, dem zehnminütigen Glory Of The Empire, dem vielleicht besten Stück des Albums, das auch einige Retro-Prog-Sequenzen enthält und dem Titeltrack, dem über neunzehnminütigen The 1st Chapter, das mir persönlich aber mitunter etwas zu dick aufträgt und haarscharf am goldglänzenden Edelkitsch vorbeischrammt.
Dazu ein vergleichsweise straight rockender Opener mit Sin, mit tüchtig tiefergelegten Gitarren, ein Schmurgelinstrumental mit Biosfear und natürlich die obligatorische Ballade mit Silence From The Angels Above.
Bei der ziemlich speedigen Nummer Why Am I Here zeigt sich, dass Goldkehlchen Michael Eriksen nicht unbedingt der geborene Rockshouter ist, aber im Großen und Ganzen ist das Meckern auf hohem Niveau.

Die teilweise aus der Death-Metal-Szene stammenden Norweger haben jedenfalls ein sehr respektables Werk hingelegt, dem nur klitzekleine Nuancen zum ganz großen Wurf fehlen. Vielleicht ein etwas düsterer Anstrich oder manchmal noch etwas mehr Mut zu angerauteren, nicht ganz so stromlinienförmigen Tönen. Aber da höre ich die Proggemeinde schon wieder aufjaulen.
In jedem Falle sind CIRCUS MAXIMUS ganz bestimmt kein Grund, die Löwen los zu lassen. Vielmehr zeigt der Daumen hier eindeutig nach oben.

Ralf Stierlen, 02.09.2005

 

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