Colvin & Earle

Colvin & Earle

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.06.2016
Jahr: 2012
Stil: Americana

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Colvin & Earle
Colvin & Earle, Concord Records, 2016
Produziert von: Buddy Miller Länge: 34 Min 21 Sek Medium: CD
01. Come What May06. Happy & Free
02. Tell Me Moses07. You Were On My Mind
03. Tobacco Road08. You're Right , I'm Wrong
04. Ruby Tuesday09. Raise The Dead
05. The Way That We Do10. You're Still Gone

Einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu wissen macht vieles leichter. Man inspiriert, stärkt und ergänzt sich. Im besten Falle repräsentiert man dann eben nicht nur die Summe seiner Einzelteile, sondern verknüpft sich zu einer intakten, untrennbaren, kompakten und beeindruckenden Einheit. Ein echtes Paar.

Shawn Colvin, längst anerkannte Folk-Pop Ikone, die schon mit ihrem grammy-prämierten 1989er Albumdebut "Steady On" ihre markante Qualität bewies und das ebenfalls vielfach ausgezeichnete Americana-Raubein Steve Earle bilden auf ihrem gemeinsamen Debutalbum so eine schlagkräftige und zielsichere Einheit.

Der verwöhnte Americana-Fan schnalzt ob dieser vielversprechenden Kollaboration schon mit der Zunge und sieht seine hochtrabenden Hoffnungen schließlich bestätigt. Wenn der Hörer bei 10 Songs keinen wirklichen Ausfall zu beklagen hat, darf man wohl von einem gelungenen Album sprechen. Die beiden fast gleichaltrigen Künstler, die sich bereits seit 1987 kennen, harmonieren ähnlich gut wie einst Buddy & Julie Miller, Rodney Crowell & Emmylou Harris oder Robert Plant & Alison Krauss.

Eingedenk der Tatsache, dass ein Roots-Music Altmeister wie Buddy Miller dieses Album produziert hat, kann man sich ungefähr vorstellen wie Shawn Colvin und Steve Earle klanglich in Szene gesetzt werden: relativ livehaftig, direkt und unprätentiös, ohne überflüssigen, studiotechnischen Firlefanz.

Shawn und Steve, zwei grundverschiedene Sängertypen, die in ihrer stimmfarblichen Gegensätzlichkeit kaum besser miteinander harmonieren könnten, überzeugen innerhalb des meistenteils akustischen Umfelds auf ganzer Linie. Akustikgitarren, gelegentliche Twang- und Baritongitarren Intermezzi, Mandoline, Bluesharp, Akkordeon, Cello, Upright Bass und ein einfallsreich gespieltes Schlagzeug sorgen für beste Unterhaltung in einem traditionell durchwirkten Rahmen.

Die geschmackvolle Songauswahl pendelt zwischen frisch komponierten Colvin & Earle Autorenschaften, sowie mit Bedacht ausgewählten Cover-Nummern. Ruby Tuesday, der 1966er Rolling Stones Evergreen verliert auch in dieser Version nichts von seiner melancholischen Anziehungskraft, der John D. Loudermilk Blues-Gassenhauer Tobacco Road pumpt sich recht muskulös auf und der fast in Vergessenheit geratene Sechziger Jahre Popsong You Were On My Mind lässt bunte Schmetterlinge gen Himmel flattern, während er den Wunsch hinterlässt, ein Lied solchen Kalibers müsste doch auch 2016 zu einem Hit werden können.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses freunschaftliche Projekt kein Einzelfall bleibt, denn mit Colvin & Earle treffen offenbar Geschwister im Geiste aufeinander, die sich in ihrer musikalischen Kompetenz ganz wundervoll ergänzen und jeden Americana-Fan mit ihrem stimmungsvollen Debutalbum entzücken dürften.

Frank Ipach, 10.06.2016

 

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