Cradle Of Filth

Darkly, Darkly, Venus Aversa

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.12.2010
Jahr: 2010
Stil: Black Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Cradle Of Filth
Darkly, Darkly, Venus Aversa, Peaceville Records, 2010
Dani FilthGesang
Paul AllenderGitarre
Dave PybusBass
James McIlroyGitarre
Martin Marthus ŠkaroupkaSchlagzeug
Ashley EllyllonKeyboards & Gesang
Produziert von: Scott Atkins, Doug Cook & Dani Filth Länge: 62 Min 35 Sek Medium: CD
01. The Cult Of Venus Aversa07. Lilith Immaculate
02. One Foul Step From The Abyss08. The Spawn Of Love And War
03. The Nun With The Astral Habit09. Harlot On A Pedestal
04. Retreat Of The Sacred Heart10. Forgive Me Father (I Have Sinned)
05. The Persecution Song11. Beyond Eleventh Hour
06. Deceiving Eyes

Die Briten CRADLE OF FILTH gehören sicherlich zu den einflussreichsten Bands im Bereich des Black Metal. Ihre bisherigen Veröffentlichungen (egal ob Album oder aber Video) haben immer für mächtig Aufsehen und vor allem auch für einige Kontroversen gesorgt. Dies wird sich mit dem aktuellen Album “Darkly, Darkly, Venus Aversa“ definitiv nicht ändern.

Auch auf ihrem neunten Streich zeigen sich Dani Filth und Co. von ihrer besonders düsteren Seite. Wie schon beim Vorgänger dreht sich das Album um eine einzige Person. War es bei “Godspeed On The Devil’s Thunder“ der französische Feldherr und Massenmörder Gilles de Rais, so ist dieses Mal die Hauptperson Lilith, eine laszive Dämonin. Und nach der jüdischen Mythologie war Lilith die erste Frau Adams. Danach verließ sie das Paradies freiwillig, weil sie sich Adam nicht unterwerfen und dienen wollte. Diesen Ausgangspunkt verknüpfen CRADLE OF FILTH mit der Bedeutung von Lilith in der griechischen Mythologie und ihrer sagenhaften Bedeutung für Nonnen und die Tempel-Ritter im Mittelalter. Abgerundet wird der lyrische Teil durch jede Menge sexuelle Anspielungen, okkulte Lehren, Grausamkeiten und Blutvergießen.

Man sollte aber im Falle CRADLE OF FILTH nicht den Fehler begehen, die Band als Ansammlung debiler Satanisten abzutun. Denn insbesondere Dani Filth weiß als Lyriker mehr als zu überzeugen. Seine Texte zeugen schon von einer besonderen Gabe, dunkle Themen auf anspruchsvolle Weise anzugehen und umzusetzen, ohne ständig hohle Phrasen zu dreschen. Auch der gerne verwandte Vorwurf des Satanismus zeigt sich bei näherer Betrachtung als haltlos. Vielmehr widmen sich CRADLE OF FILTH in ihren Texten okkulten Themen und Sagen oder Mythen. Zudem könnte man im Prinzip auch die „offiziell anerkannten“ Religionen in den Bereich des Okkulten und Mythischen verweisen.

Solche Geschichten verlangen natürlich auch nach einer entsprechenden musikalischen Umsetzung und gerade auf dieser Ebene haben sich CRADLE OF FILTH erneut enorm weiterentwickelt. Fast nichts erinnert mehr an die Anfangstage der Band. Der Sound ist heute wesentlich polierter, ohne dabei aber bei Härte und Boshaftigkeit irgendwelche Kompromisse einzugehen. Die Stücke auf “Darkly, Darkly, Venus Aversa“ haben sehr viel schlüssigere Strukturen als noch in den Anfangstagen und klingen zudem spannender aufgebaut als das früher der Fall war. Hinzu kommen spieltechnische Entwicklungen bei den beteiligten Musikern, die CRADLE OF FILTH neue Möglichkeiten eröffnen. So klingt die Musik manchmal fast ein wenig nach Power-Metal à la KAMELOT, hat aber eine noch düstere, fast körperlich bedrohlich wirkende Atmosphäre. Außerdem sind CRADLE OF FILTH eine Band, die immer genau das tut, was sie sich vorstellt und da kann dann ein ganzer Song schon einmal im Midtempo gehalten sein, ohne aber wie etwas anderes zu klingen als typisch CRADLE OF FILTH. Aber der Großteil der Songs auf “Darkly, Darkly, Venus Aversa“ ist selbst für die Band schon harter Stoff. Insbesondere die ersten Stücke kommen mit einer Härte daher, die man schon lange nicht mehr von Filth und Co. gehört hat.

Trotzdem wird sich an der Musik sicherlich auch wieder einige Aufregung entzünden, denn einigen Black Metal Fans werden CRADLE OF FILTH immer noch nicht hart genug oder böse genug oder „kalt“ genug sein. Und es stimmt, nicht das gesamte Album ist ein gigantischer Blast-Beat, sondern stattdessen gibt es auch Stücke, die im Midtempo gehalten sind. Auch die Gitarren-Arbeit ist nicht so „krank“ wie es bei vielen anderen Black Metal Bands der Fall ist. Auf der anderen Seite wird Dani Filths Art zu die texte vorzutragen (singen kann man das nur schwerlich nennen, obwohl manch ausgebildeter Sänger wohl seine Probleme hätte, diese Art der Darbietung einen ganzen Auftritt lang durchzuhalten) wieder etliche potenzielle Anhänger verschrecken beziehungsweise davon abhalten, sich mit der Band zu beschäftigen. Aber im Falle von CRADLE OF FILTH wird es so sein, dass sich die Band darum einen Dreck schert.

“Darkly, Darkly, Venus Aversa“ ist ein Album geworden, wie es sich CRADLE OF FILTH Fans nur erträumen konnten. Konsequent zieht die Band ihren Stil durch und geht dabei nicht unbedingt den Weg des geringsten Widerstands. Dieser hätte wohl eher darin bestanden, bei Roadrunner Records unter Vertrag zu bleiben und vielleicht den einen oder anderen Kompromiss mit dem Label einzugehen. Aber so funktionieren CRADLE OF FILTH eben nicht. Sie haben das Album gemacht, das sie machen wollten und das ist auch verdammt noch mal gut so. Denn angepasste Bands, die sich ihre Kunst (und nichts anderes ist Musik nun einmal) von Außen vorschreiben lassen, gibt es genug. Da sind diese Briten eine wohltuende Abwechslung. Und wer extremen Metal mit extremen Inhalten mag, der bekommt bei CRADLE OF FILTH immer noch die richtige Vollbedienung.

Marc Langels, 08.12.2010

 

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