Cruachan

The Middle Kingdom


CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2000

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Redakteur(e):

Martin Schneider


The Middle Kingdom, Hammerheart Records, 2000
Karen Gilligan Vocals, Percussion
Keith Fay Vocals, Guitars, Keyboards, Mandolin, Bouzouki, Boudhran, Spoons
John O'Fathaigh Irish Flutes, Tin Whistle, Uillean Pipes, Low Whistle
John Clohessy Bass
Joseph Farrell Drums, Percussion
Produziert von: Dennis Buckley Länge: 48 Min 53 Sek Medium: CD
1. A celtic mourning7. Celtica (Voice of the Morrigan)
2. The fianna8. A druids passing
3. Is fuair an chroi9. Cattle raid of cooley (táin bó cuailgne)
4. The middle kingdom10. Óró sé do Bheatha Abhaile
5. Unstabled (steeds of macha)11. The Butterfly
6. To hell or to connaught  

Die Kategorisierung Folkrock wird zuweilen doch sehr zweifelhaft verwendet. Mitunter genügt schon eine sporadisch eingesetzte elektrische Gitarre um in diesen 'erlauchten' Zirkel aufgenommen zu werden.
Bei CRUACHAN besteht die Gefahr, dass die Rockelemente zu kurz kommen sicherlich nicht.
Die Ursprünge der Band um Keith Fay liegen im Pagan-Black-Metal und das 1995 erschienene Debut "Tuatha na gael", das seine Hauptinspiration aus keltischer Mythologie, Ideologie und Geschichte bezog, erzielte in entschprechenden Fankreisen zumindest einen Achtungserfolg.

Fünf Jahre später nun der zweite Streich der Iren. Fünf Jahre, die an der Band und ihrer Musik nicht spurlos vorbei gegangen sind.
Von allzu brachialen Klängen hat sich die Band fast vollständig verabschiedet. Heute trifft eine klassische Rockinstrumentierung auf majästetische Folkelemente, die zuweilen an 'Riverdance / Lord of the dance' erinnern und obendrein gelingt es eine düster-romantische Mittelalteratmosphäre heraufzubeschwören.
CRUACHAN erschaffen sich damit einen eigenständigen, abwechslungsreichen Klangkosmos, in einer Nische zwischen SKYCLAD, THEATRE OF TRAGEDY, MERLONS, GARY MOORE (zu "Wild frontier"- und "After the war"-Zeiten), und Mystikern wie CLANNAD oder LOREENA McKENNITT.

Leider lässt die Produktion des Albums an einigen wenigen Stellen etwas zu wünschen übrig, besonders wenn Karen Gilligans Engelsstimme, die phasenweise an die göttliche Liv Christine erinnert, zu einem dünnen Stimmchen verkommt, oder aber die Ausgewogenheit zwischen Gesang und Instrumentierung ins Wanken gerät.

Dennoch möchte ich euch diese schön aufgemachte Digipack-CD mit ausführlichem Booklet, inclusive Linernotes und Texten zu allen Stücken, wärmstens empfehlen. Nach einigen Durchläufen, die man diesem nicht sofort zugänglichen Album unbedingt gewähren sollte, entfaltet "The middle kingdom" eine ganz besondere Magie und Stücke wie Cattle raid of cooley, The butterfly, der Titelsong oder das überragende Óró sé do Bheatha Abhaile gehören zweifelsohne zum Besten was man momentan in der Schnittmenge von (hartem) Rock und Celtic Folk finden kann.

Martin Schneider, 2000

 

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