Danny And Dusty

Cast Iron Soul


CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Cast Iron Soul, Blue Rose Records, 2007
Dan Stuart Vocals, Guitars
Steve Wynn Vocals, Guitar, Harmonica, Wurlitzer
Johnny Hott Drums, Percussion, Vocals
Bob Rupe Bass, Guitar, Vocals
Stephen McCarthy Guitar, Pedal Steel, Banjo, Piano, Ukulele, Wurlitzer, Vocals
Chris Cacavas Piano, Organ, Wurlitzer, Guitar, Vocals
JD Foster Guitar, Bass,Piano, Percussion, Vocals
Produziert von: JD Foster Länge: 45 Min 09 Sek Medium: CD
1. The Good Old Days7. New York City Lullaby
2. Cast Iron Soul8. It's My Nature
3. Last Of The Only Ones9. Hold Your Mud
4. Warren Oates10. Let's Hide Away
5. Raise The Roof11. JD's Blues
6. Thanksgiving Day12. That's What Brought Me Here

Für Roots-Rock-Fans der ersten Stunde, also diejenigen die Anfang der Neunziger das Aufbegehren der No-Depression-Clique miterlebt haben, dürften die Namen Steve Wynn (ex DREAM SYNDICATE) und Dan Stuart (ex-GREEN ON RED) ein wissendes Lächeln hervorzaubern. Und die Formation Danny & Dusty, die nun 21 Jahre lang ihren Kultstatus pflegte, sollte erst recht ein Jauchzen der Glückseligkeit entfesseln.

Ich möchte mich nicht lange in geschichtsträchtigen Gefühlsduseleien verstricken ( wer an Einzelheiten interessiert ist, möge die Blue-Rose Site anklicken), denn Danny & Dusty haben sich für ihren kaum zu erwartenden Zweitling, nach dem '85er "Lost Weekend"-Album, abermals zusammengerauft und zum wiederholten Male eine erleseneTruppe alter Kumpels zusammengetrommelt, um einerseits wehmütig lächelnd, aber auch mit dem nötigen Ernst eines Mittvierzigers, auf die alten Zeiten zurückzublicken und andererseits mit all ihrer verbliebenden Agilität und Energie die Gegenwart zu feiern. Hey, und das nicht zu knapp.

"Cast Iron Soul" ist tatsächlich ein schönes und unterhaltsames Album geworden. Steve Wynn und Dan Stuart schrieben die Songs laut Presseverlautbarungen gemeinsam, wer allerdings welchen Anteil am Songwriting besitzt, ist schwerlich auszumachen. Wynn ist offenbar größtenteils für die deftigen, riffbetonten Rocknummern zuständig (nicht allzu weit von seinen MIRACLE 3 entfernt), Steves Handschrift scheint zumindest unverkennbar. Und Dan Stuart fühlt sich typischerweise für die leichtgängigen, Singalong-Titel mit leichtem Pop-Appeal zuständig, so dass letztendlich keine großen songschreiberischen Überraschungen erwartet werden dürfen. Aber, und das ist beruhigend, weil bei sogenannten Reunions nicht immer selbstverständlich, treffen wir auf absolut solides Handwerk, die eine oder andere feine Melodie, kernige Gitarrenriffs, den wie immer etwas gewöhnungsbedürftigen Gesang der beiden Protagonisten und auf das eine oder andere Aha-Erlebnis durch Verwendung einer Bläser-Section oder das bierselige Geschrammel im Country-Gewand. Letztendlich 12 Tracks, die ohne nennenswerte Ausfälle das stimmige, runde und sympathische Bild einer gereiften Band portraitieren, die vom Multiinstrumentalisten und Bandmitglied JD Foster trefflich in Szene gesetzt werden.
In gewisser Weise vermittelt "Cast Iron Soul" die Stimmung eines Klassentreffens, 21 Jahre nach dem High-School-Abschluss. Ausgelassene Stimmung, Gelächter, Gelaber, Sentimentalitäten, Wehmut, Unverständnis, Entfremdung, Durchhalteparolen, all der Kram, den der ältere Herr, der so langsam auf die Fünfzig zugeht, bei einem zünftigen Bier zu bequatschen hat. Insofern gelingt es den etwa gleichaltrigen Zuhörern leicht, sich mit Wynns und Stuarts Texten zu identifizieren. Man fühlt sich wohl, gut aufgehoben, möchte glatt mitfeiern oder mitdiskutieren.

Bleibt zu hoffen, dass Danny & Dusty ihre demnächst anstehenden 3 Tourtermine in Deutschland (19.4. Nürnberg - K 4; 20.4. Dortmund - FZW; 22.4. Hamburg - Knust) ebenso launig und inspiriert über die Bühne bringen, wie es ihr Album vorlebt.
Die der Limited-Edition-Ausgabe beiliegende DVD zeigt zumindest einen astreinen, wenn auch ton-und bildtechnisch minderwertigen, Danny & Dusty Gig aus dem Jahre 1986. Wenn es 2007 in ähnlicher Weise auf der Bühne zugeht, dürften die Zuschauer sicherlich auf ihre Kosten kommen. Die Veranstalter sollten aber vorsichtshalber ihre Biervorräte aufstocken. Wenn Dan Stuart immer noch so viel Bier säuft wie damals in L.A., könnte es durchaus knapp werden . . .

Frank Ipach, 13.04.2007

 

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