David Gogo

Acoustic


CD-Review

Reviewdatum: 02.09.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Acoustic, Cordova Bay Records, 2007
David Gogo Vocals, Guitars, Harmonica
Produziert von: David Gogo Länge: 39 Min 11 Sek Medium: CD
1. It's Killing Me6. She's Breakin' Through
2. Dust My Broom7. All I Can Do
3. Intertidal Zone8. (Ya Got Me) Walkin' Tall
4. Years Since Yesterday9. Once It's Gone
5. As The Crow Flies10. That's How Strong My Love Is

David wer? Der Name David Gogo dürfte auf dem alten Kontinent vermutlich nur einer überschaubaren Anzahl von Insidern bekannt sein. Zumindest in seiner Heimat Kanada laufen die Dinge vermutlich anders, denn dort wurde der Singer/Songwriter/Gitarrist u.a. bereits für den 'Juno', der bedeutenden kanadischen Auszeichnung für musikalische Glanztaten, nominiert. Über das Label Cordova Records hat Gogo bis jetzt sechs Alben veröffentlicht. Sein neues, siebtes Album "Acoustic" ist Teil der Label-Reihe "Official Bootleg Series - Volume 2".

Im Fall von "Acoustic" handelt es sich keineswegs um ein typisches Unplugged-Album, auf welchem bereits bekanntes Material erneut verwurstet wird. Vielmehr hat der Mann in seinem kleinen Heimstudio daheim in Namaimo (Bundesstaat British Columbia) zwischen zwei Tourneen eine Scheibe mit zehn neuen Tracks eingespielt. Die Songs sind durchweg im Blues, Roots-Rock und Folk verwurzelt.
"Acoustic" soll den Hörern einen intimen, persönlichen Einblick in das Schaffen Gogos bieten und die 'akustische' Seite des Kanadiers hervorheben. Allerdings bleibt es nicht ausschließlich dabei, denn bei zwei Tracks stöpselt er seine 1915 Gibson Akustik doch in einen Verstärker ein. "Acoustic" umspannt stilistisch die Bandbreite des Songmaterials seiner Karriere. So spielte er Years Since Yesterday bereits in seinen Anfangszeiten als Neunzehnjähriger. Den Tony Joe White-Song As The Crow Flies hörte Gogo erstmals auf einer Platte von Rory Gallagher. Wie er dazu erzählte, ist es für Nordamerikaner seit den Zeiten der BEATLES und ROLLING STONES zuweilen recht komisch, amerikanische Musik durch europäische Musiker kennen zu lernen.

Der Großteil des Songmaterials entstand im trauten Heim von Mr. Gogo. Für All I Can Do begab er sich allerdings aus den kanadischen Wäldern in die Country-Hochburg nach Nashville (Tennessee, USA). In Zusammenarbeit mit dem Songwriter Gary Nicholson entstand eines der Album-Highlights. Nicholson, der in der Vergangenheit u.a. Tracks für die DIXIE CHICKS, Bonnie Raitt und Willie Nelson geschrieben und bereits mit mehreren Awards ausgezeichnet wurde, wusste Gogo zu begeistern und läßt auf weitere Zusammenarbeiten hoffen.
Der Anstoß zu "Acoustic" kam nicht nur von Davids erstem Akustik-Album "Bare Bones", vielmehr entstand die Idee dazu nach einigen Unplugged- Gigs im Jahre 2005, welche Gogo gemeinsam mit den Szenegrößen Colin James und Colin Linden absolvierte. David empfand nicht nur die begeisterten Reaktionen der Konzertbesucher als interessant und inspirierend, gleichzeitig sah er dieses als Herausforderung zu weiteren akustischen Aufnahmen an.

"Acoustic" überzeugt als gelungenes Album voller purer, reiner Songs. Gogo beweist einen beeindruckenden Sinn für Hooklines, eingängige Melodien und gelungene Arrangements. Ein Song wie She's Breaking Through mag zwar Country & Western-Klischees enthalten, doch die beispielsweise hier eingesetzte Fiddle erzeugt eine fesselnde Atmosphäre und kleistert den Song nicht mit Ahornsirup-ähnlichen Sounds zu. Textlich beinhaltet die David Gogo-Komposition She's Breaking Through eine wahre Begebenheit aus seiner Familen-Chronik. Sein Ur-Großvater starb bei einem Minenunglück im Jahre 1915 ganz in der Nähe seines heutigen Wohnorts. Die häufig eingesetzte Harmonika, wie u.a. in Once It's Gone, erweist sich als ebenso unverzichtbarer Bestandteil des vorliegenden Songmaterials wie die unersetzliche, geschickt eingesetzte sechssaitige akustische Gitarre.
That's How Strong My Love Is mag vom Titel her kitschig herüberkommen, doch die verhallende, elektrisch verstärkte Gitarre und die Akzente setzende Harmonika verleihen dem bluesigen Track das gewisse Etwas.
Der Opener Killing Me zeigt bereits die auf "Acoustic" eingeschlagene Richtung an. Mit spartanischer Instrumentierung und eingängigen, aber niemals platten Melodien, die wie hier phasenweise relativ rockig klingen, weiß David Gogo knappe vierzig Minuten ausgezeichnet zu unterhalten. Seine eigenen Kompositionen stehen den Covern im Grunde in nichts nach, doch wenn er den rockigen Rhythm & Blues wie in Robert Johnsons Dust My Broom leben läßt, erreicht das vorliegende Album seine Höhepunkte. Years Since Yesterday weiß als ein weiteres Beispiel für treibende Rhythmen zu überzeugen.
"Acoustic" macht Spaß und gehört zu dieser Jahreszeit in jeden Player, der sich in der Nähe eines brennenden Lagerfeuers befindet.

Jürgen Ruland, 02.09.2007

 

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