David Ramirez

My Love Is A Hurricane

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.07.2020
Jahr: 2020
Stil: Indie, Yacht-Rock
Spiellänge: 39:06
Produzent: Jason Burt

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Plattenfirma: Thirty Tigers

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller

Titel
01. Lover, Will You Lead Me?
02. Hell
03. I Wanna Live In Your Bedroom
04. My Love Is A Hurricane
05. Hallelujah, Love Is Real!
 
06. Heaven
07. Shine On Me
08. Easy Does It
09. Coast To Coast
10. Prevail!
Musiker Instrument
David Ramirez Vocals, Guitars, Synthesizer
Kelsey Wilson Harmony Vocals

Was macht ein schwer verliebter Songwriter, der gerade dabei ist, ein Album voller Liebeslieder aufzunehmen, wenn die Liebe dann doch nicht hält? Alle Songs wegschmeißen und ein Blues-Album aufnehmen, wäre eine Möglichkeit. David Ramirez entschied sich für den entgegengesetzten Weg. Jetzt mussten die emphatischen Liebeslieder eben ergänzt oder ersetzt werden durch traurige Liebeslieder. Songs wie I Wanna Live In Your Bedroom sind dann eben keine erwartungsvollen Balladen mehr, sondern sehnsuchtsvolle Seufzer. Denn sie ist ja weg, die Liebste…

Vor drei Jahren hatte der amerikanische Songwriter mit mexikanischen Wurzeln eine eindrucksvolle Abrechnung mit dem Amerika von Donald Trump aufgenommen. „We’re Not Going Anywhere“ war eine Kampfansage an die Zerstörer des amerikanischen Traums; eine Fahrt auf dem endlosen Highway, die lange nachhallte. „My Love Is A Hurricane“ verspricht eine ähnlich motivierte Songkollektion – nur leider hat sich Ramirez dieses Mal darauf versteift, seine Liebesanalysen mit möglichst vielen Sounds aus dem Computer zu untermalen.

Und so klingt das fünfte Album des Texaners über weite Strecken wie eine Billigproduktion. Was in erster Linie an den Drums liegt, denen man von Anfang bis Ende anhört, dass sie programmiert sind und so gut wie kein Leben versprühen. Dabei soll es doch um die große Liebe und ihre Aufarbeitung gehen. Und Ramirez, dessen hohe Stimme durchaus markant leiden kann, legt sich auch mächtig ins Gefühlszeug. Aber wie sollen echte Gefühle entstehen, wenn so empathische Songs wie Hallelujah, Love Is Real oder Prevail! mit Computer-Beats unterlegt werden, die selbst in den Achtzigern nur noch einen Gähnen entlockt hätten?

Zudem flirtet der Songwriter in manchen Songs einfach zu sehr mit den seichten Klängen des Yacht-Rock. Da blubbert der Synthesizer absolut kantenlos vor sich hin, während ein Bass gekünstelt seine Bahn zieht (Shine On Me). Das ist Cocktail statt Whisky, nur dass dieses Getränk so gar nicht zu der „last man drinking in the bar“-Szenerie passt, die Ramirez für das Cover gewählt hat. So entschlossen sich der Texaner dieses Mal für die Liebe als Sujet seines Albums entschieden hat, so unentschlossen ist er leider in der musikalischen Umsetzung. My Love Is A Hurricane? Wohl eher eine defekte Sprinkleranlage in einem Vergüngungspark…    

 

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