Dawes

We're All Gonna Die

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.09.2016
Jahr: 2016
Stil: Americana

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Dawes
We're All Gonna Die, HUB Records, 2016
Taylor GoldsmithVocals, Guitars
Griffin GoldsmithDrums, Vocals
Lee PardiniKeyboards, Vocals
Wylie GelberBass
Produziert von: Blake Mills Länge: 46 Min 21 Sek Medium: CD
01. One Of Us06. Roll Tide
02. We're All Gonna Die07. When The Tequila Runs Out
03. Roll With The Punches08. For No Good Reason
04. Picture Of A Man09. Quitter
05. Less Than Five Miles Away10. As If By Design

Oh Schreck, da werden sich aber einige der altgedienten DAWES-Fans mächtig die Ohren waschen müssen. "We're All Gonna Die", das neueste Opus der Südkalifornier klingt, gelinde gesagt, etwas ungewöhnlich. Ja, tatsächlich gewöhnungsbedürftig, insofern als sich die ansonsten im süffig-wohlklingenden Americana-Umfeld tummelnden DAWES ihres stets mitschwingenden Jackson Browne Einflusses entledigen und deutlich weniger traditionell klingen.

Natürlich geht Taylor Goldsmiths lyrisches Feingefühl für akribisch genaue Bestandsaufnahmen nicht verloren. Sein cleverer Sinn für berührend in Worte gefasste Alltagsszenen steht nach wie vor im Vordergrund. Da hört man auch beim fünften Album noch gerne und interessiert zu. Für jahrelang gewohnte DAWES-Verhältnisse wird das musikalische Bild jedoch ganz offensiv von gewagterer Rhythmik und dem Einsatz diverser Synthies und Effekte geprägt. Insbesondere Bass und Schlagzeug spielen eine andere Rolle als bislang. Mit einem stakkatohaften Zappelsong wie One Of Us ruft Goldsmith mit verzerrter Stimme seine Anhänger tatsächlich auf die Tanzfläche. Das hat fast schon etwas von den späten KINGS OF LEON. Hymnisch und verdammt stürmisch. Und bleibt am Ende doch ganz unverschämt im Kopf hängen.

We're All Gonna Die, die eindringliche Lebensbejahungsgeschichte mit lakonischem Unterton überzeugt als geschickte Inszenierung aus Peter Gabriel meets TEN CC meets RADIOHEAD Bruchstücken, dominant surrenden Streicherkaskaden und extrageilen Backing-Vocals. Spätestens beim dritten Hören entwickelt sich ein gefährliches Suchtpotenzial.

Das in einem sexy Midtempo-Groove schlendernde Roll With The Punches überzeugt mit einem herrlichen Refrain und vielen kleinen Arrangementfinessen nebst verzerrten Keyboards und süßen kleinen Gitarrentupfern. Große Show.

So ziehen sich die Überraschungsmomente quer durch das Album, bis dann plötzlich mit For No Good Reason so etwas wie altes DAWES Feeling aufblüht und Goldsmiths philosophischer Diskurs von Tom Petty, besser gesagt Mike Campbell Slidegitarren gesäumt wird.

Ja, es stimmt wirklich, "We're All Gonna Die" klingt anders als sonst und zeigt eine deutliche Entwicklung zum musikalischen Abenteuer. Das mag irritieren, spricht aber für die Band. An ein so düsteres Arrangement wie beispielsweise auf Quitter hätten sich die Jungs vor vier, fünf Jahren wohl noch nicht herangetraut. Ähnlich wie die längst etablierten WILCO zelebrieren DAWES auf ihrem Neuling die musikalische Freiheit, präsentieren sich querköpfig, erfüllen nicht unbedingt die allgemeine Erwartungshaltung, illustrieren ihren künstlerischen Reifeprozess allerdings mit unwiderstehlichen Charme und bieten dem Musikfreund ein wahrhaftiges Album mit Langzeitwirkung an. Und hat Muttern nicht schon immer gesagt: "Ohren waschen nicht vergessen".

Frank Ipach, 19.09.2016

 

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