Deadline Friday

Days Gone

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.04.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Days Gone, Eigenvertrieb, 2007
Jim Diez Vocals, Drums
Mike Spurgat Vocals, Guitar, Dobro, Lap Steel
Earl Schreyer Bass, Chapman Stick
Bill Coomes Vocals, Acoustic Guitar
Gäste:
Jeff Berkley Percussion, Guitar
Ben Moore Hammond B-3, Vibes
John McBride Pedal Steel
Cathreen Beeks Background Vocals
Produziert von: Jeff Berkley & Deadline Friday Länge: 63 Min 04 Sek Medium: CD
1. Outta Line7. 20 Mules
2. Broken Man8. Days Gone
3. I Resign9. Backyard Moon
4. Get Out10. Stick Figure
5. Spout11. Loving Cup
6. F#U12. St. Cecilia

Die sogenannte Jam-Band-Szene treibt ja mitunter kuriose Blüten. Da werden gerne mal Bands in dieses Genre verfrachtet, weil die Schublade schließlich recht geräumig und die potenziellen Fans mitunter leicht zu ködern sind. Da trifft man auf Combos, die zwar in der Lage sind ellenlange Gitarrenorgien zu inszenieren, einen vertrackten rhythmischen Teppich aus Drums und Percussion zu weben, aber die Essenz des Ganzen, den sogenannten Wiedererkennungswert, basierend auf grundgutem Songwriting, schnell außer Acht lassen.

Nicht so DEADLINE FRIDAY mit ihrem zweiten Longplayer "Days Gone". Die vier Jungs aus San Diego haben es wirklich drauf, schreiben feine Rock-Songs, spielen geschickt mit den hinlänglich bekannten, aber trotz allem heiß geliebten Genre-Klischees, traktieren ihre Gitarren in sehr zufriedenstellendem Maße, grooven mitunter wie Hölle, und, vor allen Dingen können sie singen. Und das gleich zu dritt, samt feingeschliffener Harmony-Vocals in guter alter CSN&Y meet EAGLES meet POCO-Manier. Natürlich nicht auf allen Songs, nein, das wäre zu langweilig. DEADLINE FRIDAY lieben die Abwechslung.
Die Band schafft tatsächlich einen glaubhaften Spagat zwischen stringentem Songwriting-Handwerk und losgelöster Jam-Band-Attitüde. Sie streifen durch verschiedene Regionen, frönen ihrer kalifornisch gefärbten Sonnenleidenschaft, die sie wohl ihrer Heimat San Diego verdanken, wenn sie zuckersüße, entspannte Balladen (samt Pedal-Steel) servieren (z.B. I resign und Backyard moon), klingen aber auch nach Großstadt, wenn sie im Opener Outta line mittels eng verzahnter Rhythmus-Pattern steinerweichend abgrooven. Ihre Southern-Rock-Affinität beweisen sie mit dem brodelnden Get out. Zwei Mal verzichten sie gar völlig auf ihren beseelten Gesang und überzeugen ausschließlich mit ihren ausgeklügelten Instrumentalfähigkeiten (F#U und Stick figure), wenn u.a. Bassmann Earl Schreyer ein paar Finessen auf seinem Chapman Stick präsentiert.
Sehr interessant und absolut gelungen auch die Coverversion des ROLLING STONES-"Exile On Main Street"-Klassikers Loving cup, wo DEADLINE FRIDAY auf ureigene Weise ihre schönen Harmony-Vocals mit feist rockenden E-Gitarren verquicken.

"Days Gone" überzeugt von vorne bis hinten. Die vier Kalifornier servieren eine ausgewogene Melange aus härterem Rock, country-fizierter Westcoast-Lässigkeit und gedankenverlorenem Jam-Band-Kram. Die Jungs wissen anscheinend sehr genau was sie tun, tragen ihre zwölf Titel mal mit passendem Biss und mal mit unaufgeregter Selbsverständlichkeit vor und brauchen sich wohl kaum vor Giganten wie WIDESPREAD PANIC, ALLMAN BROTHERS BAND oder GOV'T MULE zu verstecken. DEADLINE FRIDAY sind zweifelsfrei eine der talentiertesten Bands seit langem und sollten demnächst in einem Atemzug mit den sogenannten Großen genannt werden. Ihr Produzent Jeff Berkley, manchen vielleicht von den zauberhaften BERKLEY HART bekannt, verpasst seinen Jungs zudem ein strahlendes und passgenaues Soundgewand. Eine rundum gelungenes Album. Volltreffer.

Frank Ipach, 23.04.2007

 

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