Deborah Holland

Bad Girl Once... Soccer Mom Now


CD-Review

Reviewdatum: 14.04.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Kristin Krauß


Bad Girl Once ... Soccer Mom Now, Rage On Records, 2007
Deborah Holland Vocals, Guitars, Background Vocals
Carl Sealove, Abby Travis, Kevin O'Neal Bass
Nick Vincent Drums
Patterson Barrett Pedal Steel, Mandolin, Piano, Organ
Tim Godwin, Frankie Blue Electric Guitar
Eric Heilner, Rick Krizman Piano, Organ
Franc Rico Trumpet
Phil Jordan Trumpet
Jeff Benedict Alto & Tenor Sax
Geena Biondi Baritone Sax
Jacques Voyemant Trombone
Ross Levinson Violins, Violin Programming, Whistling
Noel Melanio Chromatic Harmonica
Nik Frost Background Vocals
John Wood Guitar, Lap Steel
Produziert von: Deborah Holland Länge: 46 Min 24 Sek Medium: CD
1. Bad Girl Once (Soccer Mom Now)7. Waiting For The Fire
2. True8. Chain Stores, Malls And Restaurants
3. Hard Times (Come Again No More)9. The Violin Song
4. The Theory Of Relativity (It's All Relative)10. Sloop John B
5. My First Born11. On My Way
6. Song About Sex12. Life Is Grand

Strafe muss sein. Wer an chronischer Müdigkeit leidend und aufgrund von unbeirrbarem Glauben an Unfug irgendwelchen Unsinn behauptet, gehört bestraft. Deswegen gibt es Fußballmutti-Musik. Um zu strafen. Wer nicht hören will muss fühlen, und wer nicht einsichtig ist, muss es auf die harte Tour lernen. Ergo, lief heute das komplette Deborah Holland Album mit dem eigentlich liebenswerten Titel "Bad Girl Once ... Soccer Mom Now" rauf und runter.

Eines gleich vorneweg: Es gehört schon ein verdammt voller Koffer Coolness dazu, um ungestraft mit Shalalala einen Song oder gar ein ganzes Album zu eröffnen und dabei noch gut auszusehen. Zumindest nach den bescheidenen Maßstäben meiner Wenigkeit ist Deborah Hollands Koffer, was das angeht, ungefähr so gut gefüllt wie ein luftleerer Raum.
Um bei der Wahrheit zu bleiben, flog die CD zunächst drei Mal nach den ersten Takten aus dem Player. Audienz wegen unerträglichem Einstieg verschoben.

Nun, jeder hat seine Chance verdient und Deborah Holland die ihre ganz bestimmt. Sie schreibt ganz wunderbare Musik und kann tatsächlich alles - von Country-Folk über Swing, Bossa Nova, Ballade, Jazz und wer weiß was noch alles - nur nichts richtig Eigenes.
Von Nachteil ist obendrein (auch wenn sich hier womöglich die Geister scheiden), dass ihre Stimme gelegentlich ganz furchtbar unentspannt und angestrengt klingt.
Doch der große Schauder kommt erst bei den Texten. Mal abgesehen davon, dass das selbst heraus gestellte ehemals "Bad Girl"-Image so glaubhaft daher kommt wie Politiker in einer spontanen Pressekonferenz, geht ein Song About Sex wie ihrer gar nicht. Meine Güte, muss man denn Kritik an was auch immer üben, als wäre man die Axt im Walde. "Huhu, ich bin's, ich hab den Durchblick!" - "Hey, toll, aber keiner kann Dich leiden!" Und daran dann Waiting For The Fire anzuschließen, eine astreine Ballade, die, von der richtigen Stimme vorgetragen, Gänsehautgarantie für ganze Generationen zu bieten hätte. Hallo?! Sind wir uns nicht einig? Sind wir nun hart oder zart? Ach, wir machen intelligente Texte?! Oh. Ah. Autsch.

Dies alles klingt bemüht, eben oft genug nicht nur textlich, sondern auch stimmlich und ist über weite Strecken ein wahrer Tapferkeitskampf für den Zuhörer. Liebe Mütter, das haben wir nicht verdient!

Kristin Sperling, 14.04.2007

 

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