Deep Purple

In Concert '72


CD-Review

Reviewdatum: 11.06.2014
Jahr: 2014
Stil: Heavy Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Deep Purple
In Concert '72, Warner Records, 2014
Ian GillanGesang
Ritchie BlackmoreGitarre
Roger GloverBass
Jon LordHammond & Electric Piano
Ian PaiceSchlagzeug
Produziert von: Pete Dauncey Länge: 79 Min 33 Sek Medium: CD
01. Introduction06. Never Before
02. Highway Star07. Lazy
03. Strange Kind Of Woman08. Space Truckin'
04. Maybe I'm A Leo09. Lucille
05. Smoke On The Water10. Maybe I'm A Leo (Soundcheck)

DEEP PURPLE erarbeiteten sich in den 1970er Jahren ihren Ruf als eine der führenden Heavy Rock-Bands nicht nur auf Grund zahlreicher exzellenter Alben sondern vor allen Dingen auch wegen ihrer überragenden Fähigkeiten als Live-Act. Dies beweisen eine Menge von Mitschnitten, darunter natürlich insbesondere die Mutter aller Live-Alben “Made In Japan“. Ein eher wenig beachtetes Werk ist hingegen “In Concert ’72“. Das Konzert aus dem Paris Theatre in London wurde 2012 remastert und war seitdem nur als Vinyl erhältlich. Nun liegt der Auftritt auch als CD und digitaler Download vor.

Mitgeschnitten wurde das Konzert am 9. März 1972 für die BBC-Show “Sounds Of The Seventies“. Es zeigt die CD die Band nach dem Release ihres fünften Albums “Fireball“ und kurz vor der Veröffentlichung ihres Magnum Opus “Machine Head“, das nahezu komplett gespielt wurde. Daraus ergibt sich, dass die Setlist mit zahlreichen Klassikern der Band gespickt ist, beginnend mit dem Opener Highway Star über Strange Kind Of Woman, das zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch gar nicht veröffentlichte Smoke On The Water (was die zurückhaltende Reaktion des Studio-Publikums auf die Ankündigung erklärt) bis hin zu einer fulminanten 22-minütigen Version von Space Truckin’, das damals nicht im BBC gesendet werden konnte, weil das Konzert dadurch zu lange für das 60-minütige Format wurde. Beendet wird der Auftritt mit dem Little Richard-Cover Lucille. Zusätzlich enthält das Album noch die Soundchek-Version von Maybe I’m A Leo.

Die Sound-Qualität der Aufnahme liegt dabei im Bereich sehr ordentlich: die Instrumente klingen sehr roh, insbesondere Gitarre, Hammond und Schlagzeug, von dem man fast jeden Schlag auf die Becken und das Hi-Hat so hören kann, als würde man direkt daneben sitzen. Aber es war ja gerade dieses direkte, natürliche und rohe, was die Shows von DEEP PURPLE damals ausmachte und zu etwas Besonderem machte. Etwas merkwürdig ist allerdings vor allem der Umstand, dass der Moderator der Sendung, Mike Harding, zwischen den Liedern auf die Bühne kommt, um den nächsten Song anzukündigen. Das unterbricht den natürlichen Fluss des Konzerts und ist insbesondere ab dem zweiten, dritten Hören etwas sperrig-störend.

“In Concert ’72“ ist ein Album für Sammler und knallharte DEEP PURPLE-Anhänger. Natürlich ist und bleibt “Made In Japan“ das überragende Live-Dokument der damaligen Band-Ära. Aber das vorliegende Werk zeigt die Band im Sound etwas ursprünglicher, aber spieltechnisch sehr diszipliniert, als ob sich die Band angesichts der Umstände etwas zurückhalten würde. Denn einzig im bereits erwähnt überlangen Space Truckin’ lässt sich die Band selbst etwas von der Leine und improvisiert munter vor sich hin. Man würde sich wünschen, dass Gillan, Blackmore, Lord, Glover und Paice sich diese Freiheit hier ein paar Mal häufiger genommen hätten. Dennoch bleibt “In Concert ’72“ ein spannender Mitschnitt einer großartigen Live-Band aus ihrer besten Phase.

Marc Langels, 09.06.2014

 

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