Deep Purple

Live In Wollongong 2001

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.07.2021
Jahr: 2021
Stil: Hard Rock
Spiellänge: 115:29

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Plattenfirma: Edel


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Jimmy Barnes

Titel
CD 1:
01. Woman From Tokyo
02. Ted The Mechanic
03. Mary Long
04. Lazy
05. No One Came
06. Black Night
07. Sometimes I Feel Like Screaming
08. Fools
 
09. Perfect Strangers
10. Hey Cisco
CD 2:
01. When A Blind Man Cries
02. Smoke On The Water
03. Speed King (with Jimmy Barnes)
04. Hush
05. Highway Star
Musiker Instrument
Ian Gillan Vocals
Steve Morse Guitar
Roger Glover Bass
Ian Paice Drums
Jon Lord Organ

Das ultimative Live-Album von DEEP PURPLE (oder vielleicht überhaupt) ist und bleibt “Made In Japan“. Da beißt weder eine Maus, noch sonst wer, einen Faden oder irgendwas anderes ab. Kurz dahinter folgt schon “Made In Europe“, allein wegen dem fulminanten Einstieg mit Burn.

Trotz Originalbesetzung konnte ich “Nobody's Perfect“ dann nicht viel abgewinnen. Na ja, wie der Name wohl schon verheißt. Ziemlich überrascht war ich, als ich eines Tages auf “Total Abandon: Australia '99“ stieß: Das klang richtig klasse! Zu der Zeit hatte natürlich längst Steve Morse den Job an der Gitarre übernommen und obwohl Ritchie Blackmore für mich der einzig wahre Purple-Gitarrist ist, war und bin ich von der Leistung aller Beteiligten begeistert.

 

Dass nun einige Konzerte aus dieser Zeit veröffentlicht werden, weckt also naturgemäß mein Interesse. Neben dem Mitschnitt vom Londoner Hammersmith 2002, gibt es auch dieses Konzert, aufgenommen in Wollongong (weiß ja jeder, wo das ist). Beide Veröffentlichungen sind limitiert, also im Zweifelsfall nicht rumtrödeln. Ach so, ja: Wollongong liegt natürlich an der Westküste Australiens und das Konzert stammt vom 13. März 2001. Und irgendwie scheint das Klima Down Und der der Band gut zu tun, denn auch hier bin ich praktisch vom Start weg begeistert. Allein die Setlist ist schon der feuchte Traum eines jeden, der mit der Mark II-Besetzung der Band und der Truppe nach Blackmores Abgang was anfangen kann. Die unabdingbaren Klassiker, ein paar Raritäten und ein paar neue Stücke.

 

Gleich mit Woman From Tokyo anzufangen, ist für mich schon der bestmögliche Start. Paceys Drum-Intro, Morses gezupftes Riff und Jon Lords einzigartige Orgel. Es geht vieles bei DEEP PURPLE, aber Jon Lord ist unverzichtbar. Beziehungsweise war. Besagte Orgel zu Beginn, sein klassisches Klavierspiel im Mittelteil (übrigens beachtlich, an welche Töne sich Gillan hier herantraut) und gegen Schluss treibt er den Song mit einem schwungvollen Honky Tonk vor sich her, bei dem zu Blackmore-Zeiten wahrscheinlich die ersten bösen Blicke in seine Richtung geflogen wären. Zwischen Lord und Morse fliegen in Ted The Mechanic schon andeutungsweise die Inspirationen hin und her, obwohl der Song eigentlich von Steve dominiert wird und für mich zu den besten seit seinem Einstieg gehört. Auch an Ian Gillan merkt man, wie gut die Band drauf ist.

 

Den “Oldie“ Mary Long (vom Album “Who Do We Think We Are“) wieder ausgegraben zu haben ist allein schon ein Genuss, wie sich Steve Morse hier auf seinen Saiten austobt ein weiterer und spätestens hier fällt auf, dass noch ein Background-Chor mit dabei ist. Namentlich die Ladies Billie Stapleton, Angie Stapleton und Natalie Miller. Was Gillan kein bisschen an seinen anzüglichen Ansagen hindert. Einmal mehr legt Jon Lord einen grandioses Intro zu Lazy hin, welches sich zusammen mit Steve Morse zu einem mitreißenden Jam steigert, noch bevor der Song richtig losgegangen ist. Eine Sternstunde!

 

Und diesem vorzeitigen Höhepunkt folgen noch etliche. Was auch daran liegt, dass es ein glasklarer Sound ist, der sowohl jedes Instrument, als auch den druckvollen Gesamtsound perfekt rüber bringt. Das kann einem gefallen, oder nicht, die zusätzliche Bläsertruppe (Greg Maundrell: Trompete, Charles McInnes: Trombone und Paul Williamson: Saxofon) pusht No One Came noch zusätzlich. Ein Steve Morse erscheint mir dadurch zusätzlich beseelt. Das klassische anmutende Vorspiel zum folgenden Black Night könnte glatt auch Blackmores Mist gewachsen sein, aber natürlich ist es JETHRO TULLs Bouree, welches Morese hier kurz zitiert. Das Publikum sing natürlich längst die Melodie von Black Night.

 

Sometimes I Feel Like Screaming, und bald darauf Cisco, erinnern daran, dass “Perpendicular“ kein schlechtes Album war. Gerade bei Letzterem fällt mir auf, welch geilen Bass-Sound Roger Glover hat. So muss das klingen im Hard Rock! Und wie Jon Lord Perfect Strangers mit einem zunächst klassischem Pianosolo einleitet, welches sich immer mehr steigert und letztlich zu den bekannten Orgel-Akkorden führt, ist nicht zu übertreffen. Einmal spüre ich, welch ein Verlust dieser Mann für die Musik ist. Gitarristen gibt es viele, da kann man geteilter Meinung sein, wer da “der Beste“ ist. Geht's um die schwarz-weißen Tasten im Rock-Bereich, ist Jon Lord eine Klasse für sich.

 

Auf der zweiten CD liefert Steve Morse zunächst eine weitere Kostprobe seiner Fingerfertigkeit. Die Töne nahezu wie eine Flöte klingen zu lassen, dass muss man erst mal drauf haben. Eine äußerst feine Einleitung zu When A Blind Man Cries. Gillan genau noch in der Form, um diesen Song das gewisse Etwas zu verleihen und Steve Morse im Solo..., keine Ahnung... ins Weltall katapultiert. MIt Smoke On The Water steuert man dann aufs Finale zu. Mal schnell ein bisschen LED ZEPPELIN, ein bisschen CREAM zitieren, schüttelt Morse gerade so aus dem Handgelenk, das Intro von Sweet Home Alabama sorgt immer für Stimmung, Hendrix darf nicht fehlen und nachdem man sich so ein bisschen durch die Rockgeschichte gedudelt hat, folgt natürlich dass weltweit bekannt Riff: Da-da-daaa..... Morse ist da mittlerweile so drauf, dass er im Solo gerade noch die Kurve zurück ins Schema findet.

 

Die von Gillan angekündigte Ballade ist ein Speed King welches seinem Namen ehre macht, sich über eine Viertelstunde streckt. Damit ist reichlich Zeit für ein Lord/Morse-Gefecht, das sich gewaschen hat und selbst Glover zu einem beeindruckend fingerfertigen Bass-Solo treibt. Über Ian Paice und sein Solo müssen wir nicht viel Worte verlieren. Der Mann ist auf einem ähnlichen Lebel wie Jon Lord. Wie gesagt, Höhepunkte gab es viele an diesem Tag und als sich der australische Schreihals Jimmy Barnes mit auf die Bühne begibt und die Band in den alten EASYBEATS-Hit Good Times einsteigt, Gillan und Barnes sich die Gesangsparts zuwerfen, dann brennt die Hütte richtig!

 

Zur Zugabe dann noch Hush und Highway Star, es ist anzunehmen, dass der nebenanliegende Pazifik nicht ausgereicht hätte, das Feuerwerk zu löschen, welches hier abbrannte. Barnes, auch wenn nicht vermerkt, ist hier hörbar wieder mit von der Partie und Gillan weißt ihn an, auch zum finalen Highway Star zu bleiben. Einmal mehr herausragende solistische Leistungen von Lord und Morse und ein gebührendes Ende für dieses Konzert. Ich bereue im Nachhinein, DEEP PURPLE in dieser Phase nicht live gesehen zu haben. Ganz offensichtlich befand sich die Band, zumindest live, in einer herausragenden Verfassung. Wäre direkt ein "Made In Australia" wert.

 

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