Deep Purple

Long Beach 1971


CD-Review

Reviewdatum: 03.09.2015
Jahr: 2015
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Deep Purple
Long Beach 1971, earMusic/Edel, 2015
Ian GillanVocals
Ritche BlackmoreGuitar
Jon LordKeyboards
Roger GloverBass
Ian PaiceDrums
Produziert von: Drew Thompson Länge: 70 Min 06 Sek Medium: CD
01. Speed King03. Child In Time
02. Strange Kind Of Woman04. Mandrake Root

Am 30. Juli 1971 treten DEEP PURPLE in der Long Beach Arena zwischen MATHEWS SOUTHERN COMFORT und THE FACES auf. Der komplette Abend wird von KUSC, dem Radiosender der University Of Southern California mitgeschnitten und zeitversetzt gesendet, weshalb die Show zu einem der weit verbreitetesten Bootlegs der Band avanciert. Für die Official (Overseas) Live Series wurde die Aufnahme der Radioshow neu gemastered und liegt nun erstmals in offizieller Form vor.

Vier Songs, die in den Studiofassungen nach gerade mal 25 Minuten abgehandelt sind, werden an diesem Abend auf annähernd siebzig Minuten gestreckt. Die reinen Fakten lassen erahnen, was den mehr oder minder geneigten Fan erwartet: Richie Blackmore und Jon Lord liefern sich packende Duelle. Ian Gillan dringt mit seinen ekstatischen Schreien noch in höchste Tonlagen vor und Paice und Glover bilden eine virtuos aufspielende Rhythmussection.

Es ist eine spannende Momentaufnahme aus der Zeit zwischen den Referenzalben "In Rock" und "Machine Head", quasi der rohe und ungeschliffene Vorbote von "Made In Japan", das ein Jahr später aufgezeichnet wird. Letzteres mag den Bedarf der Meisten an Deep Purple live zur Genüge abdecken, für eingefleischte Fans von Liveaufnahmen im Allgemeinen und Purple im Besonderen ist "Long Beach 1971" eine spannende Angelegenheit.

Bei Strange Kind Of Woman, der Vorabsingle aus "Fireball", und Child In Time laufen Deep Purple zu Hochform auf. Die eigentlichen Songs dienen zwar nur als strukturstiftende Rahmen für exzessive Improvisationen, aber das klingt durchdacht und strukturiert.

Wer Space Truckin' mag wird Mandrake Root lieben und feststellen, dass die Improvisationen gar nicht so spontan sind wie gemeinhin vermutet, sondern dass sie teilweise in späteren Liveversionen eine Wiedergeburt feiern. In beiden Fällen kommt mir die Band aber zu wenig auf den Punkt, was leider auch auf die zerfahrene Version von Speed King mit seinem mehr als überflüssigen Exkurs zu Bo Diddleys Who Do You Love zutrifft.

Trotzdem... insgesamt geht die Scheibe in Ordnung.

Martin Schneider, 02.09.2015

 

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